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Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Verfasst: Mo 6. Jun 2011, 11:53
von Desmirail
octopussy hat geschrieben: Übrigens: Wer den hier verlinkten und aus meiner Sicht höchst prägnanten Beitrag des Wineterminators, der es für mich persönlich wirklich auf den Punkt bringt, "fremdnörglerisch" findet, sollte sich mal die Berichte von Martin Kössler (K&U - siehe hier: http://www.weinhalle.de/angebote/bordeaux-2010.html) durchlesen. Da ist die Sprache noch um einiges drastischer. Kössler mag interessengesteuert sein. Die Fragen, die er stellt, sind aber aus meiner Sicht ebenfalls absolut berechtigt.
Gut, guter Bericht.

Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Verfasst: Mo 6. Jun 2011, 12:23
von Herr S.
Hallo zusammen,

ich mache mal was ganz und gar Unspektakuläres, Seltenes in diesem Fred: Ich gestehe gesubst zu haben! Bisher im Einkaufswagen:

3 x Magnum Sociando-Mallet
1 x Impi Batailly

Ja, gerade letzeres nicht billig aber mein 2010er-Söhnchen wird es mir in 30+ Jahren hoffentlich danken. Andernfalls ist der Papa immer noch ansatzweise jung genug um den Stoff selber zu trinken (wobei ich für eine Impi wohl mehr als ein Wochenende benötigen würde!).

Viele Grüße,
Björn

Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Verfasst: Mo 6. Jun 2011, 12:35
von dazino
Hoi Biörn

Den Sociando 2010 konnte ich probieren. Super Wein der lange reifen wird und dieses Jahr auch fair bepreist ist. Mit den 3 Magnums kannst du bei entsprechender Lagerung alle 10 Jahre beginnend mit dem 20sten Geburi mit deinem Söhnchen anstossen.

Gruss
David

PS: Habe mir auch sechs Eintel davon gegönnt :)

Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Verfasst: Mo 6. Jun 2011, 15:26
von Mr. I
sind die Châteaux über das durch den Feiertag verlängerte Wochenende endgültig ins Koma gefallen? Ober müssen wir uns darauf einstellen, dass es erst nach Pfingsten weitergeht - dann mit sprichwörtlichen Himmelfahrtspreisen :?: :!: :?: :? :shock:

das "Kleinvieh" ist ja mitlerweile fast komplett draußen, die Masse der GC fehlt ja noch - deren Preise das interessante sind: bin ich schon fertig mit der Sub oder darf ich noch mitspielen?

Gruß!

Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Verfasst: Mo 6. Jun 2011, 20:59
von UlliB
Was mich an dem weiter oben verlinkten Kössler-Rundumschlag ein wenig irritiert, ist die Tatsache, dass hier im Wesentlichen nur die Vertriebsstruktur und die Vermarktungskonzepte für Bordeauxweine thematisiert werden. Hierzu ist anzumerken, dass weder das eine noch das andere neu ist: der Vertrieb über die Bordelaiser negoce ist Jahrzente alt (wenn nicht gar Jahrhunderte), und die Verwendung von Parker- / Gabriel- / Robinson- etc. Punktebewertungen als wesentliches Verkaufsargument ist nun auch nicht gerade erst gestern entstanden. Und offensichtlich konnten die Kunden damit bislang auch ganz gut leben - ich habe hier jedenfalls noch nicht den Ruf nach einem margenschneidenden Fachhandel als notwendigem Vermittler zwischen Erzeuger und Kunden gehört. Insofern stellt sich schon ein wenig die Frage, warum denn diese Kritik erst jetzt kommt, und ob die Analyse nicht eine ganz andere Schlussfolgerung erlaubt als die, zu der Herr Kössler kommt.

Immerhin ist Kössler in seinem Beitrag verblüffend offen: ihn stört, dass die Marge in diesem Geschäft zu niedrig ist. Nun, das kann ich ja verstehen - es ist aber sein Problem, und ganz bestimmt nicht meines als Kunde. Ich würde mich jedenfalls dafür bedanken, auf einen bereits exorbitant hohen ex-Chateau-Preis auch noch einen saftigen Händleraufschlag bezahlen zu müssen, nur weil hier ein Exklusivvertrieb vereinbart wurde und jede Markttransparenz bereits im Keim erstickt wird. Bei allem Gejammer über die hohen Preise erfüllt der Bordeaux-Markt nämlich eine Voraussetzung, die für andere Weine deutlich weniger gilt: im Vertrieb herrscht Preistransparenz.

Nur noch am Rande: wenn das, was ich an einigen BDX auch aus jüngeren Jahren im Glas hatte, das Ergebnis von unseriösem Weinbau ist, würde ich mir an Stelle der seriösen Weinbauern aus anderen Gebieten schon mal ein paar Gedanken machen, was wohl passiert, wenn das Bordelais sich eines Tages eines besseren besinnt und endlich seriös wird.... :P

Gruß
Ulli

Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Verfasst: Mo 6. Jun 2011, 21:22
von weinfex
Danke Ulli!

P.S. Die Kritik ist so neu nicht, ist aber eigentlich auch keine,
sondern lediglich Marketing, BWL 1. Semester... ;)

Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Verfasst: Mo 6. Jun 2011, 21:44
von Latour
weinfex hat geschrieben:P.S. Die Kritik ist so neu nicht, ist aber eigentlich auch keine,
eher ein Gejammer, dass er seine Margen nicht mehr durchsetzen kann. Mich
wundert, dass er sich nicht in die üblichen Hasstiraden gegen Parker ergeht.

Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Verfasst: Mo 6. Jun 2011, 22:36
von octopussy
UlliB hat geschrieben:Was mich an dem weiter oben verlinkten Kössler-Rundumschlag ein wenig irritiert, ist die Tatsache, dass hier im Wesentlichen nur die Vertriebsstruktur und die Vermarktungskonzepte für Bordeauxweine thematisiert werden. Hierzu ist anzumerken, dass weder das eine noch das andere neu ist: der Vertrieb über die Bordelaiser negoce ist Jahrzente alt (wenn nicht gar Jahrhunderte), und die Verwendung von Parker- / Gabriel- / Robinson- etc. Punktebewertungen als wesentliches Verkaufsargument ist nun auch nicht gerade erst gestern entstanden. Und offensichtlich konnten die Kunden damit bislang auch ganz gut leben - ich habe hier jedenfalls noch nicht den Ruf nach einem margenschneidenden Fachhandel als notwendigem Vermittler zwischen Erzeuger und Kunden gehört. Insofern stellt sich schon ein wenig die Frage, warum denn diese Kritik erst jetzt kommt, und ob die Analyse nicht eine ganz andere Schlussfolgerung erlaubt als die, zu der Herr Kössler kommt.
Hallo Ulli,

dass die Berichterstattung von Kössler zu ca. 75% von eigenen Interessen gesteuert ist, ist natürlich klar und leicht zu erkennen. Ich lese seine Berichterstattung aber so, dass er nicht nur die Vertriebsstruktur und die Vermarktungskonzepte kritisiert. Er kritisiert v.a. die etwas unreflektierte und einseitige Befolgung eines eingespielten Systems durch die Kunden (eigentlich schlecht, seine Kunden als blöd darzustellen ;)).

Und eben die Fragen, die er aufwirft, stelle ich mir auch laufend. Warum interessiert sich der Großteil der Bordeaux-Käufer hauptsächlich für Gabriel-, Parker- und sonstige Punkte, aber nur nachrangig dafür, wer eigentlich den Wein erzeugt, wie er erzeugt wird, welche Philosophie ein "Erzeuger" vertritt und verfolgt, usw.? Darüber kommt hier eigentlich nie eine vernünftige Diskussion zustande. Es geht immer nur um Punkte, Preise, Mengen, usw.

Bei deutschem Wein wird ständig über Spontanvergärung, Restzucker, Entsäuerung, Hefelager, usw. diskutiert. Im Priorat-Thread wird leidenschaftlich über Terroirs, Erzeugungsmethoden, usw. diskutiert. Nur bei Bordeaux scheinen die Erzeugungsmethoden und Winzer-Philosophien niemanden wirklich zu interessieren. Warum eigentlich nicht?

Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Verfasst: Mo 6. Jun 2011, 23:20
von weinfidél
Hi S. und....
octopussy hat geschrieben:...Warum interessiert sich der Großteil der Bordeaux-Käufer hauptsächlich für Gabriel-, Parker- und sonstige Punkte, aber nur nachrangig dafür, wer eigentlich den Wein erzeugt, wie er erzeugt wird, welche Philosophie ein "Erzeuger" vertritt und verfolgt, usw.? Darüber kommt hier eigentlich nie eine vernünftige Diskussion zustande. Es geht immer nur um Punkte, Preise, Mengen, usw.
...Nur bei Bordeaux scheinen die Erzeugungsmethoden und Winzer-Philosophien niemanden wirklich zu interessieren. Warum eigentlich nicht?
Label mein Lieber, nix als Label! Ganz banal, nicht mehr und nicht weniger! :evil:
Also, so lange das Label steht, isssss alles wunderbar... :geek:
BWL 2 - 5.... (gell lieber Andreas!) :lol:

Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Verfasst: Mo 6. Jun 2011, 23:29
von weinfex
Latour hat geschrieben: Mich
wundert, dass er sich nicht in die üblichen Hasstiraden gegen Parker ergeht.
..mir persönlich ist es schon genug, aber selbst er wird so ganz langsam realisieren,
dass sein Lieblingsfeind (und eben Marketingtool), nicht mehr als "Opfer" funktioniert,
da sich die "Koordinaten" verschoben haben, und das "langsame" Weine nicht automatisch
"langsame Winzer" bedeutet... ;)