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Re: BORDEAUX 2010 - erste Berichte von "Front"

Verfasst: Mi 1. Jun 2011, 20:43
von Ingo
weinfex hat geschrieben:... Übrigens behaupte ich auch, dass sich der Bordeauxmarkt kolossal verändert,
und wir eher am Anfang, wie in der Mitte dieser Entwicklung stehen, ...
Hallo Andreas,

könntest Du das erläutern? Inwiefern verändert sich der Bdx-Markt? Was die Preise betrifft? Die Erzeugung der Weine? Alles zusammen?
Danke.

Re: BORDEAUX 2010 - erste Berichte von "Front"

Verfasst: Mi 1. Jun 2011, 22:57
von octopussy
Hallo Andreas,
weinfex hat geschrieben: Batailley war letztes Jahr innerhalb 48 Stunden ausverkauft, dieses Jahr gibt es 20% weniger Ertrag, zudem wird nur ein Teil der Ernte dieses Mal en primeur angeboten werden...
Das mag alles sein. Das macht den Wein aber nicht billiger. Im Übrigen ist es doch für den Konsumenten u.U. gut, wenn nur ein geringer Teil der Ernte in der Subskription angeboten wird. Das erhöht unter Umständen (sicher ist das natürlich keineswegs, überwiegend wahrscheinlich auch nicht) die Chancen, dass derjenige, der lange genug wartet, später wieder günstiger zum Zuge kommt.
weinfex hat geschrieben:(das sage ich vor allem im Hinblick auf das, was uns in den kommenden Wochen noch so erwartet und manches in einem anderen Licht erscheinen lassen könnte)...
Meinst du damit, dass im Verhältnis noch astronomischere Preise für z.B. Ducru oder Palmer dann Batailley billiger oder preiswerter erscheinen lassen?

Ich bin mal so ketzerisch, weil ich diese Relationen nicht besonders überzeugend finde.

- Wein x ist in 2010 absurd teuer. Das macht den Preis, den man in 2009 zähneknirschend gezahlt hat und auch eigentlich zu teuer fand, plötzlich attraktiv?

- Wein x ist in 2010 absurd teuer. Es gibt aber Wein y und z, die sind noch viel absurder teuer. Das macht den absurd teuren Preis für Wein x plötzlich attraktiv?

Diese Relationen können nur dann greifen, wenn man einen ganz bestimmten Wein unbedingt haben will. Aber gerade ein Wein wie Battailey war doch jahrelang vor allem deshalb attraktiv, weil er ein bisschen unter dem Radar der Pichons, Grand Puy Lacostes, Lynch Bages und Pontet Canets flog und solide Qualität für vertretbares Geld bot. Die Zeiten sind aus meiner Sicht bei einem Preis von knapp unter 35 Euro, wohlgemerkt mit allen Subskriptions-Risiken, vorbei - tolle Jahrgangsqualität hin oder her.

Ich kann es für mich linksrum und rechtsrum wenden. Für bislang die allermeisten Weine in dieser Subskriptions-Kampagne musste ich die Argumente für eine Subskription mit der Lupe suchen. Gefunden habe ich bisher keine.

Re: BORDEAUX 2010 - erste Berichte von "Front"

Verfasst: Mi 1. Jun 2011, 23:08
von innauen
Hallo Sachsen ;) ,

unter den Cru Classé wird man mit der Lupe suchen müssen. Vielleicht eine Flasche Ferriere ? Aber man kann einige Cru Bourgeois für 10-13,50 Euro subskribieren, die nach der Arrivage bestimmt 20 Euro kosten werden. Auf dem linken Ufer dürfte das ein verdammt gut geratenes Jahr sein. Bei Chasse Spleen und Poujeaux ist bei mir dann aber auch Schluss.

Grüße,

wolf

Re: BORDEAUX 2010 - erste Berichte von "Front"

Verfasst: Mi 1. Jun 2011, 23:10
von dylan
Noch eine kritische Stimme:http://www.wineterminator.com/weinkriti ... -2010.html

Gruss

dylan

Re: BORDEAUX 2010 - erste Berichte von "Front"

Verfasst: Mi 1. Jun 2011, 23:33
von Rieslingmaster
Frankie Wilberforce hat geschrieben:
albarello hat geschrieben:Persönlich bin ich etwas hin- und her gerissen und habe mich noch nicht def. entschieden, wie meine diesjährige Einkaufsstrategie aussieht.
...
Vermutlich werde ich zähneknirschend ein paar wenige Flaschen (nicht Kisten) von besonders guten Terroirs subsen, insgesamt aber mein Budget nicht strapazieren. Der Grossteil dessn wird dieses Jahr nämlich in die 2009er Burgunder fliessen 8-)

Mit den besten Grüssen, albarello

PS: Auf den Nachkauf von 09ern, die sich jetzt plötzlich als Schnäppchen präsentieren wollen, lass ich mich nicht ein. Das hiesse ja nichts anderes, als dass man die 10er Preise akzeptiert..

Hallo Albarello,

Burgund 2009 ist eine sehr gute Alternative. Nur, wie sieht deren Preispolitik aus?

Ich bin ganz bei Dir, vom BDX 2009 nicht nachzukaufen.
Denn einige Händler haben online die Preise für 2009 erhöht als BDX 2010 mit Preisaufschlag rauskam.
Grüsse
Armin
Hallo Armin und Albarello,

nun ja, wenn du die heutigen fetten Bdx's magst ist Burgund 09 sicher eine Alternative. Der 09er Burgunder hat soviel mit Burgund zu tun wie ein Bdx Wein von heute mit dem der 80ziger Jahre, so ist mein Eindruck nach der Burgunder Arrivage 2009 in Zürich von Gerstl.

Gruss

Dominik

Re: BORDEAUX 2010 - erste Berichte von "Front"

Verfasst: Mi 1. Jun 2011, 23:37
von Matthias Hilse
dylan hat geschrieben:Noch eine kritische Stimme:http://www.wineterminator.com/weinkriti ... -2010.html

Gruss

dylan
"Fremdgenörgelt" (weil offensichtlich nicht selbst verkostet) wurde dort auch schon über 2008: http://www.wineterminator.com/weinkriti ... deaux.html

Es sei jedem selbst überlassen, dies für eine gute Orientierung zu halten.

Herzliche Grüße,
Matthias Hilse

Re: BORDEAUX 2010 - erste Berichte von "Front"

Verfasst: Mi 1. Jun 2011, 23:42
von octopussy
innauen hat geschrieben:Hallo Sachsen ;) ,
Gutes Stichwort. Das ist die einzige Chance, mir Bdx 2010 schön zu reden. Das Preis-Genuss-Verhältnis ist immerhin besser als bei sächsischen Weinen ;).

Das mit den CBs stimmt natürlich. Aber die 7 bis 10 Euro Preisunterschied zwischen Sub-Preis und Ankunfts-Preis sind es mir im Zweifel wert, auf die Ankunft zu warten, mir keine Gedanken über eine Pleite des Händlers machen zu müssen, in der Wartezeit meine Prioritäten noch ändern zu können oder die 10 Euro am Ende vielleicht statt für eine Flasche Bordeaux für einen Abend Indie-Disco und zwei Flaschen Astra auszugeben :mrgreen:.

Re: BORDEAUX 2010 - erste Berichte von "Front"

Verfasst: Do 2. Jun 2011, 08:48
von weinfex
@Dominik
Hast du etwas anderes erwartet, dass kann ich mir nicht wirklich vorstellen?
Wir haben eine Klimaveränderung,
andere Technik, niedrigere Erträge, deutlich mehr Ehrgeiz, viel
mehr Aufwand, etc. All das wirkt sich natürlich auch in den Weinen
hier wie dort (und nicht nur da... ;) aus...

Irritieren tut mich allerdings, dass man offensichtlich in den allermeisten
Fällen immer noch der Konzentration hinterherhechelt, wo eigentlich
inzwischen ganz andere Anforderungen bestehen...

@dylan
Da dieser "Säureblödsinn" nur aus einer Quelle kommt, ist auch
der Ursprung schnell ausgemacht.
Da des Terminators Zurückhaltung und
Warnung gegenüber Bdx aber schon seit dem Jahrgang 2003 quasi
historisch belegt ist, kann sich jeder mit einer entsprechenden Flasche
(ich persönlich würde z.B. Cos 03 empfehlen) so seine eigenen Gedanken
darüber machen und sich von den damaligen Vorhersagen überzeugen
(oder nicht ;) )...

@ all
Ob ihr subst oder nicht ist eure persönlich Entscheidung. Wenn jemand 09 gekauft
hat, gehe ich davon aus, dass er es wegen der vorhergesagten Qualität zu tun hat.
10 ist qualitativ auf gleicher Ebene, was aber überhaupt nicht thematisiert wird.
Nur weil sich der Jahrgang nicht so einfach probieren lies, wie das Vorjahr,
die Parkerbewertungen (noch!) nicht hoch genug sind, (scheinbar) marketingschlaue
Händler den Jahrgang runterschreiben (das gilt für das Gegenteil übrigens genauso),
die Preise (wieder mal) anscheinend steigen
(sie steigen ausschliesslich im klassifizierten Bereich), was eben nur teilweise stimmt...

Meine Motivation ist meine Einschätzung des Jahrganges 2010 wiederzugeben,
wenn ihr meint, dass dies geschieht um ihn zu verkaufen, kann ich euch auch
nicht helfen (spart mir aber viel Zeit ;) )...

Re: BORDEAUX 2010 - erste Berichte von "Front"

Verfasst: Do 2. Jun 2011, 09:59
von C9dP
Hallo Andreas,

ich finde deine Postings absolut lesenswert. Hier gibt es genauso wie vorher auf TAW einige, die scheinbar lieber einfach auf normale Vorgänge des Wirtschaftens schimpfen - nichts anderes ist der Versuch, für mein Produkt eine möglichst hohe Marge zu erzielen - statt sich rational mit den daraus folgenden Konsequenzen für das eigene Handeln auseinanderzusetzen.
Und das mal an alle, die bei Äußerungen von Händlern, die nicht ihrer eigenen Meinung entsprechen gleich die Pusteln kriegen. Wenn es diese Händler nicht als Ziel hätten, einen Jahrgang zu verkaufen, dann würden Sie auch keinen Gewinn machen und dementsprechend nicht existieren können. Dann nennt mir doch mal die Alternative um die Weine beziehen zu können. Wenn diese Händler dann noch Tips geben, welche Weine in welchem Preissegment besonders empfehlenswert sind, dann finde ich das löblich, weil Sie durchaus die anderen Produkte dieser Preisklassen uninteressanter machen.

Für mich ergibt sich für die ZUkunft aus der Preisentwicklung folgende Handlungsweise: In der breiten Masse werden es Cru bourgeois und kleinere GCC wie Ferriere und Belgrave werden, die ich subse. Diese sind dann als Ersatz für die Milons, Lacostes etc. sehen, da nicht wirklich schlechter, aber bezahlbar. Als Substitutionsgut für die Latours und Lafites, aber auch die Superseconds werden es dann einige wenige Flaschen Pontet und Haut Bailly. Auch da fehlt dann nichts. Nur der Name ist ein anderer. Leiden wird bei mir die alte Mittelklasse wie eben Milon, Lacoste oder Armailhac. Da bin ich nicht bereit, für minimale Qualitätssteigerungen aber eben keine Perfektion den vierfachen Preis für einen guten CB zu zahlen. Verpassen werde ich dadurch wohl nichts.

Re: BORDEAUX 2010 - erste Berichte von "Front"

Verfasst: Do 2. Jun 2011, 10:37
von boromir
Hallo Armin und Albarello,

nun ja, wenn du die heutigen fetten Bdx's magst ist Burgund 09 sicher eine Alternative. Der 09er Burgunder hat soviel mit Burgund zu tun wie ein Bdx Wein von heute mit dem der 80ziger Jahre, so ist mein Eindruck nach der Burgunder Arrivage 2009 in Zürich von Gerstl.

Gruss

DominikRieslingmaster
Eine gewagte Aussage,ausser du meinst den Vergleich zu 80-er Burgundern.
Hatte zwar 2009 noch nicht,aber konnte bisher noch bei niemanden so eine Aussage lesen.
(weder Experten noch laien).
Sehe auch bei allen vorhergängingen JG diese Entwicklung nicht.
Natürlich auch noch produzentenabhängig,da es ja schon solche gibt die mehr einen konzentrierten Stil pflegen,der zuerst mal 10 jahre in der Flasche braucht.