BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Medoc und seine Appellationen, Bourg und Umgebung, Fronsac, Pomerol, Saint Emilion und Umgebung, Entre Deux Mers, Graves und Pessac-Leognan, Sauternes und Co.
Frankie Wilberforce
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Re: BORDEAUX 2010 - erste Berichte von "Front"

Beitrag von Frankie Wilberforce »

Mr. I hat geschrieben:
Frankie Wilberforce hat geschrieben: [...]Aha, wozu denn noch subsen? Zu diesen Preisen werden die gleichen Weine bei der Arrivage in Europa in 1,5 oder 2 Jahren auch noch erhältlich sein.[...]
bei Weinen mit diesen Preissteigerungen werde ich auch abwarten, was es zu gleichen Preisen in die französischen Supermärkte (Stichwort: Weinmesse) schafft und evtl. dann selektiv Einzelflaschen kaufen... Aber diese hohen Preise beruhigen das schlechte Gewissen hinsichtlich der Sub 2009, bei der ich etwas über die Strenge geschlagen hab, ungemein 8-)

Gruß!
Hallo Mr. I.,
das ist mir letztes Jahr auch so ergangen :oops: :x .
Dieses Jahr bin ich gelassener und entspannter, denn ich muß nicht mehr jeden Jahrhundertjahrgang im Keller haben :P .
Da liegen schon viele herum :roll: : z. Bsp. 82,83,86,89,90,95,96,98,2000,2003,2005 und 2009, wie gesagt jedes Mal hieß es ein noch besserer Jahrhundertjahrgang als der vorherige.
Das ist das ewige Verkaufsargument :idea: :evil: aus der Bordeauxmarketingmachinerie.
Dann kaufe ich mir halt die guten bis sehr guten Weine von den weniger bekannten und renommierten Chateaux. Die schmecken aus Jahrgängen wie 2009 auch sehr sehr gut. :!: :roll:
Grüsse
Armin
Grüße Armin

Sie fragen mich nach den besten Wein, den ich getrunken habe? Der ist wahrscheinlich im nächsten Glas ...
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octopussy
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Re: BORDEAUX 2010 - erste Berichte von "Front"

Beitrag von octopussy »

Hallo Matthias Hilse,

danke für die Antwort auf die Orientierungs-Frage.
Matthias Hilse hat geschrieben:... denn das erweiterete Portfolio ist quasi die Eingangshürde, durch die der Händler gehen muss, um sich die Pretiosen zu verdienen. Es ist für die Lynch Bages Allokation kein Nachteil, Les Ormes de Pez zu kaufen....
das erinnert mich stark an die Filmbranche, wo die Fernsehsender im Rahmen von Output-Deals auch "Amazonen am Abgrund" (fiktiver Titel ;)) nehmen müssen, wenn sie "Fluch der Karibik III" haben wollen. Je mehr "Marken" in die Hände weniger Anbieter fallen, desto leichter fällt den Anbietern natürlich die Durchsetzung einer solchen Strategie.
Matthias Hilse hat geschrieben:In 2010 muss man die Sache etwas differenzierter betrachten, denn durch die sehr heterogenen Verkostermeinungen ist keine so klare Orientierung zu den einzelnen Weinen da. Der Eindruck kann aber natürlich überhaupt erst entstehen, wenn man die Weine auch in den Offerten findet. Die meisten Weine gab es im vorigen Jahr auch schon, waren aber im Handel nicht breit vertreten. Solche Weine wie Thil Comte Clary oder Fleur Morange Mathilde wurden auch im letzten Jahr bereits angeboten - ohne vom Handel wahrgenommen zu werden. Es ist auf jeden Fall richtig, dort, wo man eine Konzentration auf ein "Kernsortiment" erwarten würde, mit einer breiten Palette an Subs-Weinen konfrontiert zu sein.
Mir persönlich fällt die Orientierung bei der großen Vielfalt immer schwerer. Punkte und die dazu gehörigen Textbeschreibungen geben aus meiner immer weniger Orientierung. Das liegt daran, dass ich viele für mich interessante Informationen darin häufig nicht finde, z.B. voraussichtlicher Alkoholgehalt, Herstellungsmethoden, Philosophie, etc. Da ist ein Blindkauf in der Subskription selbst bei einem recht niedrigen Preis einfach nichts für mich.
Beste Grüße, Stephan
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innauen
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Re: BORDEAUX 2010 - erste Berichte von "Front"

Beitrag von innauen »

Hallo,

2009 und 2010 werden nicht die letzten Jahrhundertjahrgänge gewesen sein, meint auch Mrs. Robinson: bit.ly/gROsKT

mittlerweile habe ich auch Lalande Borie (CB aus Saint Julien) gesehen. Selber Preis wie 2009 und qualitativ recht ansprechend (zB der 2005er). Ausserdem kam noch eine Offerte für Clos Rene. Grosses Pomerol Gut. 23€ sind günstig. Zum Vergleich: Der 2005er kostet derzeit 35€.

Wer mehr Geld übrig hat, der kann ja Valandraud für rund 300€ EVP kaufen, obwohl das ist dann wohl bald nur unwesentlich mehr als man für Ducru Beaucaillou wird bezahlen müssen (allerdings habe ich den Hype bei Garagenweinen auch nie geteilt).

Grüsse,

Wolf
Zuletzt geändert von innauen am Mi 1. Jun 2011, 15:22, insgesamt 1-mal geändert.
„Es war viel mehr.“

Johnny Depp dementiert, 30.000 Dollar im Monat für Alkohol ausgegeben zu haben. (Quelle: „B.Z.“)
Frankie Wilberforce
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Re: BORDEAUX 2010 - erste Berichte von "Front"

Beitrag von Frankie Wilberforce »

albarello hat geschrieben:Persönlich bin ich etwas hin- und her gerissen und habe mich noch nicht def. entschieden, wie meine diesjährige Einkaufsstrategie aussieht.
...
Vermutlich werde ich zähneknirschend ein paar wenige Flaschen (nicht Kisten) von besonders guten Terroirs subsen, insgesamt aber mein Budget nicht strapazieren. Der Grossteil dessn wird dieses Jahr nämlich in die 2009er Burgunder fliessen 8-)

Mit den besten Grüssen, albarello

PS: Auf den Nachkauf von 09ern, die sich jetzt plötzlich als Schnäppchen präsentieren wollen, lass ich mich nicht ein. Das hiesse ja nichts anderes, als dass man die 10er Preise akzeptiert..

Hallo Albarello,

Burgund 2009 ist eine sehr gute Alternative. Nur, wie sieht deren Preispolitik aus?

Ich bin ganz bei Dir, vom BDX 2009 nicht nachzukaufen.
Denn einige Händler haben online die Preise für 2009 erhöht als BDX 2010 mit Preisaufschlag rauskam.
Grüsse
Armin
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argentum
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Re: BORDEAUX 2010 - erste Berichte von "Front"

Beitrag von argentum »

Albarellos Argumente kann ich sehr gut nachvollziehen. Und nebst Burgund haben auch noch andere Regionen exzellente Resultate aus dem Jahr 2009 auf die Flasche gebracht. Ich denke hierbei an die Rhone aber auch ans Tessin in der Schweiz... Der Möglichkeiten sind viele, so denn man sich a) den bordelaiser Preisexzessen entziehen will und b) mit etwas weniger Kreszenzen aus diesem Raum leben kann...
Gruss
Philipp

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albarello
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Re: BORDEAUX 2010 - erste Berichte von "Front"

Beitrag von albarello »

Burgund ist sicherlich keine preisgünstige Alternative (wie es zu BDX im Grunde ohnehin keine Alternative gibt), allerdings ist vieles, was man dort kriegt wirklich exklusiv:
Für gute 100 EUR kriegt man sensationelle Weine, von denen es meist lediglich ein paar Hundert oder Tausend Flaschen gibt.
Im krassen Gegensatz dazu die Zahl der 1 Crus, die jedes Jahr produziert werden, und mittlerweile zu 800EUR und mehr über den Ladentisch gehen... Zur Exklusivität werden diese Flaschen allein durch ihren Preis.
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harti
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Re: BORDEAUX 2010 - erste Berichte von "Front"

Beitrag von harti »

Hallo zusammen,

ein kleiner Zwischenruf aus persönlicher Sicht:

Auch wenn ich mich immer noch intensiv mit Bdx beschäftige, hat sich mein Konsum (=Trinkverhalten, nicht Kaufverhalten) aufgrund der stetigen Preiserhöhungen deutlich verändert. Bei insgesamt sinkendem Weinverbrauch ist der Anteil an Bdx erheblich zurückgegangen, zudem werden bei mir höherwertigere Bdx immer weniger geöffnet. An die Stelle der guten Bdx sind toskanische und piemontesische Weine getreten, die den Vorzug besitzen, nicht so ewig lange lagern zu müssen (und zumeist auch nicht so holzig sind).

Wenn ich mein Verhalten auf die Volkswirtschaft übertrage (ich als kleinstmögliche Stichprobe :lol: ), müssten die Bordelaiser in den traditionellen Märkten in mehrfacher Hinsicht gebeutelt werden: Bei steigenden Preisen wird weniger Wein getrunken und es finden Substitonsprozesse zwischen den Qualitätsstufen und den Weinherkünften statt. Aus all dem folgt, dass die Nachfrage nach höherwertigen Bdx hierzulande in einem längerfristigen Anpassungsprozess drastisch sinken wird. Langfristig deswegen, weil das Kaufverhalten wohl langsamer angepasst wird als das Trinkverhalten, somit werden zunächst Bestände aufgebaut. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich dieser Prozess umdreht, also Bestände abgebaut werden und auf den Sekundärmarkt drängen. Spätestens dann können die Bordelaiser Weingüter den europäischen Markt mehr oder weniger ganz vergessen.

Grüße

Hartmut
kristof
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Re: BORDEAUX 2010 - erste Berichte von "Front"

Beitrag von kristof »

@ Hartmut,

dann firmiert Ihr bald in den "Göttinger Norditalienkreis" um?

:D
Viele Grüße,

Christoph
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UlliB
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Re: BORDEAUX 2010 - erste Berichte von "Front"

Beitrag von UlliB »

harti hat geschrieben: Spätestens dann können die Bordelaiser Weingüter den europäischen Markt mehr oder weniger ganz vergessen.
Hallo Hertmut,

ich denke, die haben den europäischen Markt gedanklich bereits abgeschrieben, und das durchaus aus guten Gründen.

Während vor hundert Jahren noch rund 25% der Weltbevölkerung in Europa lebte und über die Hälfte der Weltwirtschaftsleistung hier erbracht wurde, stellt sich die Situation aktuell und für die bereits absehbare Zukunft so da:

2000: 11% europäischer Anteil an der Weltbevölkerung
2050: 7%
2100: 4%

Kaufkraftmäßig betrachtet mag die Situation vielleicht auch im Jahr 2050 und 2100 noch etwas besser aussehen als die numerischen Bevölkerungsanteile signalisieren, aber auch hier gilt: Europa wird global betrachtet als Markt völlig marginalisiert werden. Die Musik wird anderswo spielen.

Jede leistungsfähige Industrie, die sich um ihre langfristige Zukunft Gedanken macht, sieht ihre zukünftigen Absatzmärkte überall, aber nicht in Europa. Warum sollte es bei der Weinindustrie anders sein?

Beste Grüße
Ulli
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Desmirail
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Re: BORDEAUX 2010 - erste Berichte von "Front"

Beitrag von Desmirail »

weinfex hat geschrieben:Es wird so weitergehen, ich finde es auch nicht wirklich
überraschend, sondern sogar logisch, aber Ihr wollt mir
ja seit Monaten nicht glauben... ;)
fex in Ehre,

aber vor ein paar Tagen warst Du noch leiser. Sollte es wieder abwärts gehen, wird das bestimmt wieder der Fall sein.

Nichts für ungut, aber Propheten finde ich nicht so prickelnd, besonders wenn man als Händler hier auftritt. Am Ende hat das noch was mit "Marktschreierei" zu tun. Das wäre wirklich unsauber und ich hoffe das Du das nicht bist.
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Deep And House
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