Seite 53 von 238

Re: Bordeaux 2016

Verfasst: Mo 22. Mai 2017, 20:51
von innauen
octopussy hat geschrieben:
innauen hat geschrieben: Heutzutage werden die Sommer wegen des Klimawandels immer wärmer UND es ist entsprechende Technik vorhanden. Im Ergebnis schaffen es die Chateaus auch in klimatisch nicht perfekten Jahren immer öfter das Optimum auszureizen.
...womit ein "Jahrhundertjahrgang" eben kein solcher mehr ist, sondern über Durchschnitt. Aber mit "über Durchschnitt" lassen sich natürlich keine Jahrhundertjahrgangpreise durchsetzen.
Definitionsfrage: Opitmales Wetter war früher eben ein Jahrhundertereignis, der kellertechnisch versierte Umgang damit oft genug eine Lotterie (wir erinnern uns, Cheval Blanc 47 soll ja angeblich auf dem Fass restsüß gewesen sein). Gutes Wetter plus hervorragende Technik ist heute der Normalfall. Das Ergebnis ist das Gleiche. Herausragender Wein.

Grüße,

Wolf

Re: Bordeaux 2016

Verfasst: Mo 22. Mai 2017, 20:56
von innauen
Jochen R. hat geschrieben:
Segla hat geschrieben:Auf Baron / Comtesse warten wohl einige hier... Beide 2015er haben so etwa 125,- EVP gekostet. Was wäre denn ein "fairer" Preis für den 2016er? Bitte nicht wieder die Diskussion über 3,- Produktionskosten... :|
Aus meiner Sicht ist alles was deutlich über 2015 liegt uninteressant!
Na ja, zumindest bei der Comtesse habe ich jetzt schon mehrfach den Vergleich
mit 1982 gehört, auch aus einer zumindest für mich zuverlässigen Quelle. Wenn
dem so wäre, wären die bisher beobachteten ca. 20 % Aufschlag gegenüber 2015
durchaus "fair".


Viele Grüße,
Jochen
Tipp: + 10 Prozent bei um bis zu 40 Prozent gekürzter Zuteilung.
Läge in der Logik der Kampagne.

Grüße,

Wolf

Re: Bordeaux 2016

Verfasst: Mo 22. Mai 2017, 22:46
von Bradetti
innauen hat geschrieben:
octopussy hat geschrieben:
innauen hat geschrieben: Heutzutage werden die Sommer wegen des Klimawandels immer wärmer UND es ist entsprechende Technik vorhanden. Im Ergebnis schaffen es die Chateaus auch in klimatisch nicht perfekten Jahren immer öfter das Optimum auszureizen.
...womit ein "Jahrhundertjahrgang" eben kein solcher mehr ist, sondern über Durchschnitt. Aber mit "über Durchschnitt" lassen sich natürlich keine Jahrhundertjahrgangpreise durchsetzen.
Definitionsfrage: Opitmales Wetter war früher eben ein Jahrhundertereignis, der kellertechnisch versierte Umgang damit oft genug eine Lotterie (wir erinnern uns, Cheval Blanc 47 soll ja angeblich auf dem Fass restsüß gewesen sein). Gutes Wetter plus hervorragende Technik ist heute der Normalfall. Das Ergebnis ist das Gleiche. Herausragender Wein.
Grüße,
Wolf
Und selbst über deutsche Topgüter habe ich das auch schon gelesen. (Fast) egal wie das Wetter ist - da gibt es keine schlechten Weine mehr, dank der peniblen Weinbergsarbeit in Kombination mit der Kellertechnik. Nur die Mengen unterscheiden sich halt von Jahr zu Jahr.

Re: Bordeaux 2016

Verfasst: Di 23. Mai 2017, 06:47
von Jochen R.
sorgenbrecher hat geschrieben:Naja, die 82er Comtesse war spätestens nach 20 Jahren bereits legendär und ist es heute noch immer bei gut gelagerten Flaschen, obgleich es inzwischen nach fast 35 Jahren doch schon erhebliche Flaschenvarianzen gibt.
Aus guten Kellern jedoch weiterhin ein fantastischer Wein !
...
Selbst wenn 2016 in Richtung 1982 geht, kann man den Jahrgang m. M. nicht
1:1 vergleichen.
Meine letzten 4 Begegnungen zwischen 2012-17: 3 mal nahezu perfekt und 1 mal
"nur" so knapp über 90 P. Das mag man unter "erheblichen Flaschenvarianzen"
verbuchen, die Comtesse ´82 wird aber m. M. noch über Jahre ein fantastischer
Wein sein.

Viele Grüße,
Jochen

Re: Bordeaux 2016

Verfasst: Di 23. Mai 2017, 07:13
von Segla
René Gabriel ist bei der Verkostung der 2014er Comtesse schon ins schwärmen geraten, er spricht vom veritablen Nachfolger des 82ers....! 8-)
Da haben wir wohl wieder die Inflation.

Re: Bordeaux 2016

Verfasst: Di 23. Mai 2017, 09:38
von Matthias Hilse
Die Weine von Jonathan Maltus (Le Dome, Vieux Chateau Mazerat, Les Asteries...) werden mit dem Jahrgang 2016 nur noch direkt über das Weingut vertrieben. Begründet wird dies mit der Preiskontrolle über die eigenen Weine. Wer nun meint, dass damit die 20%ige Marge für den "Place de Bordeaux" wegfiele, täuscht sich doch enorm. 2009 kostete der immer ganz hervorragende Les Asteries € 64 ex Nego, 2016 nun € 75 ex Chateau.

Herzliche Grüße,
Matthias HIlse

Re: Bordeaux 2016

Verfasst: Di 23. Mai 2017, 10:52
von Segla
Angelus 400,- EVP

Re: Bordeaux 2016

Verfasst: Di 23. Mai 2017, 12:50
von octopussy
Segla hat geschrieben:Angelus 400,- EVP
Der Preis von Angelus und Pavie löst bei mir jedes Jahr Erstaunen aus. Offenbar gibt es aber Leute, die diese Weine zu diesen Preisen kaufen. Wenn man die Preise von Angelus und Pavie z.B. mit denen von Figeac, La Conseillante, Vieux Château Certan und selbst Eglise Client vergleicht (die alle gut die Hälfte oder noch weniger kosten), dann wird mein Erstaunen noch größer. Ich hab übrigens auch so gut wie noch nie bei Freunden, im Restaurant, o.ä. einen Angelus oder einen Pavie vorgesetzt bekommen. Die 1er GCCs vom linken Ufer gibt es manchmal, auch gerne Weine wie Figeac oder La Conseillante. Ich kenne aber niemanden persönlich, der Angelus oder Pavie kauft. Diese Weine sind für mich ein echtes Rätsel.

Re: Bordeaux 2016

Verfasst: Di 23. Mai 2017, 12:58
von octopussy
Matthias Hilse hat geschrieben:Die Weine von Jonathan Maltus (Le Dome, Vieux Chateau Mazerat, Les Asteries...) werden mit dem Jahrgang 2016 nur noch direkt über das Weingut vertrieben. Begründet wird dies mit der Preiskontrolle über die eigenen Weine. Wer nun meint, dass damit die 20%ige Marge für den "Place de Bordeaux" wegfiele, täuscht sich doch enorm. 2009 kostete der immer ganz hervorragende Les Asteries € 64 ex Nego, 2016 nun € 75 ex Chateau.
Wenn nur ein paar Weingüter den Place de Bordeaux umgehen (z.B. Latour), dann hat das m.E. durchaus Erfolgschancen. Wenn jeder meint, seine Weine am besten selber vertreiben zu können, kann das m.E. auf Dauer jedenfalls nicht für alle funktionieren (für Latour im Zweifel schon, weil die ja ein Vertriebsnetz haben). Wie läuft denn das in der Praxis? Ruft bei Ihnen, Herr Hilse, jemand von Jonathan Maltus an und bietet Ihnen Le Dome, Les Asteries, etc. an?

Neben der Frage, ob ein Bordelaiser Weingut von heute auf morgen einfach auf Direktvertrieb umstellen kann (die brauchen ja auch Händler, Restaurants, etc. als neue Direktkunden und haben - wenn sie vorher über den Place de Bordeaux gingen - kein Kundennetzwerk), frage ich mich auch, ob man den Vertrieb mit 20% Vertriebskosten auf eigene Faust eigentlich hinbekommt. Es ist ja nicht so, dass sich der Wein von selbst verkauft. Und auch Großhändler, etc. arbeiten nicht kostenlos.

Re: Bordeaux 2016

Verfasst: Di 23. Mai 2017, 13:08
von Segla
Ich habe vor einigen Jahren einen Angelus 95 geöffnet, dieser Wein hat bei mir spontan einen "Nachkaufreflex" ausgelöst...
Kurzes googeln hat diese Lust jedoch im Keim erstickt! :D Dabei waren es seinerzeit irgendwo 200,-....
Aber jetzt 400,- ist schon heftig...