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Re: Bordeaux 2016

Verfasst: Mo 22. Mai 2017, 18:40
von AmonA
Einerseits warte ich noch auf DDC, andererseits ist Burgund 2015 auch ein Thema. Boah, was für Probleme! :mrgreen:

Re: Bordeaux 2016

Verfasst: Mo 22. Mai 2017, 18:45
von innauen
amateur des vins hat geschrieben:
ledexter hat geschrieben:Ich frage mich wie die Chateaus den Aufschlag von 10%-20% gegenüber 2015 rechtfertigen?

Denn letztes Jahr hatten wir ja schon den Jahrhundertjahrgang, er wurde in einem Atemzug mit 2000, 2005, 2009 und 2010 genannt. Und jetzt soll 2016 so viel besser sein, dass man dafür bis zu 20% mehr zahlt als letztes Jahr, obwohl 14/15 schon gloreich waren und man sich eingedeckt hat?
Das mit der Inflation der Jahrhundertjahrgänge kennen wir doch schon.
Ich sortiere das gleich neben "... wäscht jetzt noch weißer" im Worthülsenregal ein.
Hallo Karsten,

m.E. ist das keine Inflation, sondern eine erklärbare Häufung. Früher waren die Winzer ohne optische Sortiertische, mehrere Lesedurchgänge, Biodynamie schlicht auf besseres Wetter angewiesen, um gute Weine zu machen. Und Ende der 60er bis Anfang der 80er war das Wetter so wie von Rudi Carell besungen. 1928/1929, 1945, 1961, 1982 waren klimatisch günstig. Und die Premier Cru hatten dann noch die Lagen, wo sie selbst in regnerischen Jahren ordentliche Weine erzeugen konnten.

Heutzutage werden die Sommer wegen des Klimawandels immer wärmer UND es ist entsprechende Technik vorhanden. Im Ergebnis schaffen es die Chateaus auch in klimatisch nicht perfekten Jahren immer öfter das Optimum auszureizen. Und nicht nur das. Es schaffen auch insgesamt immer mehr Chateaus. Früher gab´s die 100 Punkte quasi nur für die Premiers (von wenigen Ausnahmen wie Comtesse 82 oder Palmer 61 abgesehen - es fällt auf, auch das Jahrhundertjahrgänge). Heute gibt´s mit SHL, Pontet Canet, Montrose viel mehr Chateau, die regelmäßig den Punktehimalaja besteigen und viele schaffen auch den Mont Everest.

Grüße,

Wolf

Re: Bordeaux 2016

Verfasst: Mo 22. Mai 2017, 19:13
von octopussy
innauen hat geschrieben: Heutzutage werden die Sommer wegen des Klimawandels immer wärmer UND es ist entsprechende Technik vorhanden. Im Ergebnis schaffen es die Chateaus auch in klimatisch nicht perfekten Jahren immer öfter das Optimum auszureizen.
...womit ein "Jahrhundertjahrgang" eben kein solcher mehr ist, sondern über Durchschnitt. Aber mit "über Durchschnitt" lassen sich natürlich keine Jahrhundertjahrgangpreise durchsetzen.

Re: Bordeaux 2016

Verfasst: Mo 22. Mai 2017, 19:14
von Ollie
AmonA hat geschrieben:Einerseits warte ich noch auf DDC, andererseits ist Burgund 2015 auch ein Thema. Boah, was für Probleme! :mrgreen:
Eher nicht. Gegen Burgund 2015 ist Bordeaux 2016 der reinste Billigheimer.

Cheers,
Ollie

Re: Bordeaux 2016

Verfasst: Mo 22. Mai 2017, 19:52
von octopussy
Ollie hat geschrieben:
AmonA hat geschrieben:Einerseits warte ich noch auf DDC, andererseits ist Burgund 2015 auch ein Thema. Boah, was für Probleme! :mrgreen:
Eher nicht. Gegen Burgund 2015 ist Bordeaux 2016 der reinste Billigheimer.
Ist zwar off-topic, aber die Preise für 2015er Burgunder, die ich bekommen habe, sind nur selektiv teurer als in den Vorgängerjahrgängen. Die größten Preissteigerungen sieht man im Grand Cru Bereich und der ist für mich preislich mittlerweile sowieso uninteressant.

Re: Bordeaux 2016

Verfasst: Mo 22. Mai 2017, 20:10
von amateur des vins
Hallo Wolf, alles richtig und nachvollziehbar. Stephan hat sinngemäß meine Antwort vorweggenommen:
octopussy hat geschrieben:
innauen hat geschrieben: Heutzutage werden die Sommer wegen des Klimawandels immer wärmer UND es ist entsprechende Technik vorhanden. Im Ergebnis schaffen es die Chateaus auch in klimatisch nicht perfekten Jahren immer öfter das Optimum auszureizen.
...womit ein "Jahrhundertjahrgang" eben kein solcher mehr ist, sondern über Durchschnitt. Aber mit "über Durchschnitt" lassen sich natürlich keine Jahrhundertjahrgangpreise durchsetzen.
Ich habe allerdings unpräzise formuliert: "Inflationär" bezog sich primär auf den Gebrauch der Wortkreation "Jahrhundertjahrgang", die für mich übrigens schon am Oxymoron kratzt.

Re: Bordeaux 2016

Verfasst: Mo 22. Mai 2017, 20:14
von Segla
Auf Baron / Comtesse warten wohl einige hier... Beide 2015er haben so etwa 125,- EVP gekostet. Was wäre denn ein "fairer" Preis für den 2016er? Bitte nicht wieder die Diskussion über 3,- Produktionskosten... :|
Aus meiner Sicht ist alles was deutlich über 2015 liegt uninteressant!

Re: Bordeaux 2016

Verfasst: Mo 22. Mai 2017, 20:38
von Jochen R.
Segla hat geschrieben:Auf Baron / Comtesse warten wohl einige hier... Beide 2015er haben so etwa 125,- EVP gekostet. Was wäre denn ein "fairer" Preis für den 2016er? Bitte nicht wieder die Diskussion über 3,- Produktionskosten... :|
Aus meiner Sicht ist alles was deutlich über 2015 liegt uninteressant!
Na ja, zumindest bei der Comtesse habe ich jetzt schon mehrfach den Vergleich
mit 1982 gehört, auch aus einer zumindest für mich zuverlässigen Quelle. Wenn
dem so wäre, wären die bisher beobachteten ca. 20 % Aufschlag gegenüber 2015
durchaus "fair".
Zu berücksichtigen ist halt eine Wartezeit von schlappen 30 Jahren mindestens,
denn da wird der Spaß frühestens (richtig) anfangen. Und da wird es bei mir
vermutlich eng.

Viele Grüße,
Jochen

Re: Bordeaux 2016

Verfasst: Mo 22. Mai 2017, 20:39
von octopussy
Segla hat geschrieben:Auf Baron / Comtesse warten wohl einige hier... Beide 2015er haben so etwa 125,- EVP gekostet. Was wäre denn ein "fairer" Preis für den 2016er? Bitte nicht wieder die Diskussion über 3,- Produktionskosten... :|
Aus meiner Sicht ist alles was deutlich über 2015 liegt uninteressant!
Ich fände max. 140-150 Euro für die Comtesse und vielleicht ein bisschen weniger für Baron fair. Bei dem Preis würde ich vielleicht auch schwach werden. Allein: ich tippe bei beiden auf 180 Euro EVP. Und da bin ich dann auch raus.

Re: Bordeaux 2016

Verfasst: Mo 22. Mai 2017, 20:48
von sorgenbrecher
Naja, die 82er Comtesse war spätestens nach 20 Jahren bereits legendär und ist es heute noch immer bei gut gelagerten Flaschen, obgleich es inzwischen nach fast 35 Jahren doch schon erhebliche Flaschenvarianzen gibt.
Aus guten Kellern jedoch weiterhin ein fantastischer Wein !

Bis ca. € 130,- für mich ein buy in der Sub, drüber warte ich auf die arrivage bzw. kaufe andere Jahrgänge nach.