Hallo Stephan,octopussy hat geschrieben:Wenn man Pape Clement, vom Potenzial her sicher in der Riege, die du nennst, mit den Super Seconds preislich vergleicht, ist der tatsächlich günstig. Und günstiger wird er ganz sicher nie mehr wieder. Dass ich zubeißen müsste, dafür müsste aber tatsächlich die Überzeugung größer sein, dass der Stil auch wirklich anders ist als zuvor (2009 Pape Clement, immerhin ein 100 PP Wein, einmal getrunken, fand ich überhaupt nicht gut).harti hat geschrieben: Dass Magrez sein Fähnchen in den Wind hängt, möchte ich nicht unterschreiben. Seit Magrez vor knapp 20 Jahren mehrere Weingüter übernommen hat, wird die Stilistik des jeweiligen Hauses konsequent durchgezogen und das auf einem erstaunlich gleichmäßigen und hohen Niveau. Nimm das Beispiel La Tour Carnet: Es ist schon beeindruckend, wie jahrein jahraus fernab der Gironde auch in schwächeren Jahren hochwertige Weine erzeugt werden. Kritisieren kann ich an dieser Konstanz nur, dass sie bei mir Langeweile erzeugt.
Und zur Preiswürdigkeit von Pape-Clément: Dieses Weingut gehört von seinem Potenzial in die die Riege der Super-Séconds und wo die preislich inzwischen angekommen sind, kann man u.a. an Cos, Palmer, Comtesse, Ducru und Co. ablesen. Irgendwie empfinde ich einen klassischen Pape-Clement deutlich unter 100 € inzwischen als Schnäppchen. Bereits der 2000er und der 2001er waren ein paar Jahre nach der Markteinführung genauso teuer.
gestern hatte ich die Gelegenheit - anlässlich der Alpina Auslese 2017 - 3 Jahrgänge Pape Clément Rouge zu verkosten. Mit dabei waren der 2005er und der 2009er.
Ich gebe Dir Recht, was die Skepsis bezüglich des 09ers angeht. Dieser Wein ist übertrieben konzentriert, holzig, alkoholisch. Ein Monsterwein. Das genaue Gegenteil ist der 2005er: Ebenfalls sehr konzentriert, dabei aber perfekt ausbalanciert, mit grandioser Frische und enormen Druck, ist das ein ganz großer Pape Clément, der die Herkunft Pessac perfekt widerspiegelt. Ich glaube, in den letzten 50 Jahren hat es aus diesem Hause nichts Besseres gegeben. Für mich beweist dieser Wein, dass Pape Cléments ganz großartig sein können und aus eigener Anschauung rechne ich den 2015er dazu. Und da der 16er teilweise als noch besser angesehen wird, bin ich froh, beide Jahrgänge gekauft zu haben
Grüße
Hartmut