Bordeaux 2016

Medoc und seine Appellationen, Bourg und Umgebung, Fronsac, Pomerol, Saint Emilion und Umgebung, Entre Deux Mers, Graves und Pessac-Leognan, Sauternes und Co.
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harti
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von harti »

octopussy hat geschrieben:
harti hat geschrieben: Dass Magrez sein Fähnchen in den Wind hängt, möchte ich nicht unterschreiben. Seit Magrez vor knapp 20 Jahren mehrere Weingüter übernommen hat, wird die Stilistik des jeweiligen Hauses konsequent durchgezogen und das auf einem erstaunlich gleichmäßigen und hohen Niveau. Nimm das Beispiel La Tour Carnet: Es ist schon beeindruckend, wie jahrein jahraus fernab der Gironde auch in schwächeren Jahren hochwertige Weine erzeugt werden. Kritisieren kann ich an dieser Konstanz nur, dass sie bei mir Langeweile erzeugt.

Und zur Preiswürdigkeit von Pape-Clément: Dieses Weingut gehört von seinem Potenzial in die die Riege der Super-Séconds und wo die preislich inzwischen angekommen sind, kann man u.a. an Cos, Palmer, Comtesse, Ducru und Co. ablesen. Irgendwie empfinde ich einen klassischen Pape-Clement deutlich unter 100 € inzwischen als Schnäppchen. Bereits der 2000er und der 2001er waren ein paar Jahre nach der Markteinführung genauso teuer.
Wenn man Pape Clement, vom Potenzial her sicher in der Riege, die du nennst, mit den Super Seconds preislich vergleicht, ist der tatsächlich günstig. Und günstiger wird er ganz sicher nie mehr wieder. Dass ich zubeißen müsste, dafür müsste aber tatsächlich die Überzeugung größer sein, dass der Stil auch wirklich anders ist als zuvor (2009 Pape Clement, immerhin ein 100 PP Wein, einmal getrunken, fand ich überhaupt nicht gut).
Hallo Stephan,

gestern hatte ich die Gelegenheit - anlässlich der Alpina Auslese 2017 - 3 Jahrgänge Pape Clément Rouge zu verkosten. Mit dabei waren der 2005er und der 2009er.

Ich gebe Dir Recht, was die Skepsis bezüglich des 09ers angeht. Dieser Wein ist übertrieben konzentriert, holzig, alkoholisch. Ein Monsterwein. Das genaue Gegenteil ist der 2005er: Ebenfalls sehr konzentriert, dabei aber perfekt ausbalanciert, mit grandioser Frische und enormen Druck, ist das ein ganz großer Pape Clément, der die Herkunft Pessac perfekt widerspiegelt. Ich glaube, in den letzten 50 Jahren hat es aus diesem Hause nichts Besseres gegeben. Für mich beweist dieser Wein, dass Pape Cléments ganz großartig sein können und aus eigener Anschauung rechne ich den 2015er dazu. Und da der 16er teilweise als noch besser angesehen wird, bin ich froh, beide Jahrgänge gekauft zu haben ;) .

Grüße

Hartmut
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innauen
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von innauen »

Lafite 455 ex nego. 8 Prozent Aufschlag. Die Premier Cru haben aus den zu hohen Preisen von 2010 gelernt. Nur haben die großen fünf auch nicht mehr die Vorrangstellung vor dem Verfolgerfeld, das sie früher hatten.

Außerdem Sociando Mallet mit 26,40 und deutliche 19% teurer sowie Beychevelle mit 56,40 ex nego und 12% Aufschlag.

Grüße,

Wolf
„Es war viel mehr.“

Johnny Depp dementiert, 30.000 Dollar im Monat für Alkohol ausgegeben zu haben. (Quelle: „B.Z.“)
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ledexter
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von ledexter »

Ich frage mich wie die Chateaus den Aufschlag von 10%-20% gegenüber 2015 rechtfertigen?

Denn letztes Jahr hatten wir ja schon den Jahrhundertjahrgang, er wurde in einem Atemzug mit 2000, 2005, 2009 und 2010 genannt. Und jetzt soll 2016 so viel besser sein, dass man dafür bis zu 20% mehr zahlt als letztes Jahr, obwohl 14/15 schon gloreich waren und man sich eingedeckt hat?
Matthias Hilse
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von Matthias Hilse »

Lafite hat die Allokationen um 50% gekürzt und gleichzeitig die Menge an Rieussec um 50% erhöht. Die Negociants koppeln das heute i.d.R. nicht mehr miteinander, aber die 1.Lafite-Tranche gibt es meist nur in der Theorie, denn die Negos warten auf die zweite Tranche und machen dann eine Mischkalkulation.

Ist sicher nur für die Lafite-Sammler interessant, aber auch die gibt es noch.

Herzliche Grüße,
Matthias Hilse
amateur des vins
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von amateur des vins »

ledexter hat geschrieben:Ich frage mich wie die Chateaus den Aufschlag von 10%-20% gegenüber 2015 rechtfertigen?

Denn letztes Jahr hatten wir ja schon den Jahrhundertjahrgang, er wurde in einem Atemzug mit 2000, 2005, 2009 und 2010 genannt. Und jetzt soll 2016 so viel besser sein, dass man dafür bis zu 20% mehr zahlt als letztes Jahr, obwohl 14/15 schon gloreich waren und man sich eingedeckt hat?
Das mit der Inflation der Jahrhundertjahrgänge kennen wir doch schon.
Ich sortiere das gleich neben "... wäscht jetzt noch weißer" im Worthülsenregal ein.
Besten Gruß, Karsten
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ledexter
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von ledexter »

amateur des vins hat geschrieben:
Das mit der Inflation der Jahrhundertjahrgänge kennen wir doch schon.
Ich sortiere das gleich neben "... wäscht jetzt noch weißer" im Worthülsenregal ein.
Ich meinte eher, die Chateaus können doch nicht ernsthaft erwarten, dass diese Kampagen gut laufen wird, nachdem 2 gute Jahrgänge vorausgingen, der Pfund an Wert verloren hat und sie noch einen Aufschlag von bis zu 20% nehmen wollen?
Matthias Hilse
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von Matthias Hilse »

ledexter hat geschrieben: I...die Chateaus können doch nicht ernsthaft erwarten, dass diese Kampagen gut laufen wird, nachdem 2 gute Jahrgänge vorausgingen, der Pfund an Wert verloren hat und sie noch einen Aufschlag von bis zu 20% nehmen wollen?
Die Kampagne gleicht bisher von der Breite der Nachfrage eher 2009 als 2010 und liegt deutlich vor 2015 zum gleichen Zeitpunkt. Es sieht bisher ganz danach aus, als ob doch mehr Käufer, die zuletzt 2010 aktiv waren, wieder in den Markt zurückkehren. Das ist durchaus überraschend, zeigt aber, dass die "Subskriptionsstimmungslage" gut ist. Es steht nun eigentlich auch nicht mehr zu befürchten, dass mit noch größeren Preisanstiegen die Kampagne "abgewürgt" wird.

Herzliche Grüße,
Matthias Hilse
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dylan
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von dylan »

Matthias Hilse hat geschrieben:Lafite hat die Allokationen um 50% gekürzt und gleichzeitig die Menge an Rieussec um 50% erhöht. Die Negociants koppeln das heute i.d.R. nicht mehr miteinander, aber die 1.Lafite-Tranche gibt es meist nur in der Theorie, denn die Negos warten auf die zweite Tranche und machen dann eine Mischkalkulation.

Ist sicher nur für die Lafite-Sammler interessant, aber auch die gibt es noch.

Herzliche Grüße,
Matthias Hilse
Ist bei Millessima zu 641€/Fl. gelistet.

Gruß

dylan
Ewald von Dennenburg
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von Ewald von Dennenburg »

No way, ich spüre in mir eine enorm ausgeprägte Kaufzurückhaltung aufkommen. Der Keller ist voll, 2014 war ein gutes Jahr, die Subweine 2015 noch im Fass - aber bereits gekauft. Nach einer Kiste Labegorce, Tour St. Chr., etwas Clos louie und anderen Kleinkram verspüre ich keinen ausgeprägten Kaufzwang. Die Preise sind einfach überzogen! Das habe ich meinem Bordeauxhändler mit schönen Grüßen an Herrn Pfeifer von Batailley ausrichten lassen. Ab jetzt nur sehr selektiv oder die guten 2015er nachoerdern. Die sind ja noch für kurze Zeit breit verfügbar - noch ein bisschen DDC, GPL, Trotte, Brane cantenac - alle top und sehr wahrscheinlich günstiger als 2016.
Besten Gruß
Uwe
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octopussy
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von octopussy »

Ewald von Dennenburg hat geschrieben:No way, ich spüre in mir eine enorm ausgeprägte Kaufzurückhaltung aufkommen. Der Keller ist voll, 2014 war ein gutes Jahr, die Subweine 2015 noch im Fass - aber bereits gekauft. Nach einer Kiste Labegorce, Tour St. Chr., etwas Clos louie und anderen Kleinkram verspüre ich keinen ausgeprägten Kaufzwang. Die Preise sind einfach überzogen! Das habe ich meinem Bordeauxhändler mit schönen Grüßen an Herrn Pfeifer von Batailley ausrichten lassen. Ab jetzt nur sehr selektiv oder die guten 2015er nachoerdern. Die sind ja noch für kurze Zeit breit verfügbar - noch ein bisschen DDC, GPL, Trotte, Brane cantenac - alle top und sehr wahrscheinlich günstiger als 2016.
Geht mir auch so. Die Preise sind so hoch (2010er Subskriptionsniveau und meist teurer als am Markt verfügbare andere Jahrgänge), dass ich lieber abwarte. Kann sein, dass die Arrivagepreise später höher sind. Aus 2016 habe ich es aber nicht auf Weine abgesehen, die sonderlich selten sind. Und der Ertrag ist sehr hoch. Und über die Jahre werden die zurückgehaltenen Mengen sicher noch ihren Weg zu den Käufern finden. Und die Weine mit den eher fairen Sub-Preisen (wie Montrose 1. Tranche, Pape Clement, Cos) interessieren mich eh nicht so. Bezüglich der Weine, die mich interessieren - Dom. de Chevalier, Grand Puy Lacoste, Branaire Ducru zum Beispiel - gehe ich das Risiko, dass die Weine später mehr kosten, einfach mal ein. Schwach werden könnte ich nur bei einem fairen Subspreis für Comtesse und/oder Baron. Aber einen solchen fairen Subspreis glaube ich nicht.
Beste Grüße, Stephan
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