Ja, schon richtig, zumindest auf dem Papier. Wenn wir Wein mal für einen Moment einmal tatsächlich nur als spekulatives Investment ansehen, gibt es mit den genannten aber im Gegensatz zu den Bordeaux - blue chips einige Probleme.Moulis hat geschrieben:Ich denke neben den BX Weinen haben auch andere ein gewisses Wertsteigerungspostential.
Natürlich auch DRC und co.
Aber auch Überseeweine!
Grange, sicher auch Sine Qua Non, Harlan, Screaming Eagle und andere Garagenweine.
Das beginnt bereits mit der Beschaffung der Weine. DRC: da ist es fast unmöglich, dranzukommen, wenn man sich nicht bei einem autorisierten Händler über Jahre hinweg (und im Regelfall über den Kauf vieler anderer Weine) eine Allokation erarbeitet hat. Ansonsten bleibt einem nur die Beschaffung über den (dunkel-)grauen Sekundärmarkt, auf dem die Weine gelegentlich zu Mondpreisen angeboten werden, bei denen höchst fraglich ist, ob man die jemals wieder erzielen kann. Preistransparenz: nahe Null. Und ein massives Problem mit der Authentizität des aus dem Sekundärmarkt gelieferten Weins kommt noch hinzu.
Mit den Überseeweinen kenne ich mich nicht so aus - aber zumindest für einige davon scheint mir das gleiche Problem zu gelten (es sind eben "Garagenweine"): Zuteilung vom Erzeuger über Wartelisten, ansonsten grauer Sekundärmarkt mit mangelhafter Preistransparenz, alleine wegen geringer verfügbarer Stückzahl.
All das sieht bei Bordeaux halt anders aus: hohe Verfügbarkeit und gleichzeitig extrem hohe Transparenz der Preise bei An- und Verkauf, da praktisch immer mehrere Anbieter gleichzeitig unterwegs sind; darüber hinaus ist der Handel mittlerweile partiell börsenmäßig organisiert, was Transparenz und Fungibilität weiter erhöht. Daher meine Aussage: Sofern man Wein tatsächlich als Investitionsgut ansieht, führt aus meiner Sicht an den blue chips aus Bordeaux kein Weg vorbei.
Gruß
Ulli
