Bordeaux 2016

Medoc und seine Appellationen, Bourg und Umgebung, Fronsac, Pomerol, Saint Emilion und Umgebung, Entre Deux Mers, Graves und Pessac-Leognan, Sauternes und Co.
duhart09
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von duhart09 »

Ich will ja jetzt niemandem den Montrose 2005 aufschwätzen, aber den gibt's im europ. Handel gem. wine-searcher reihenweise um/unter 130 Euro inkl. Mwst. Und vielleicht profitiert der Wein von einer vergleichsweise defensiven Parker-Bewertung (mit zuletzt "nur" 94+ P., NM hat ihn dann auf 97 P. hochbewertet). Auf Cellartracker derzeit 93,8 P. und damit kaum schlechter als der 2003er (von RP mit 99, von NM mit 98 P. bewertet), den man natürlich fast ebenso gut als Vergleichsmaßstab für den 16er nehmen könnte (ok, kostet halt um 180 Euro)...
Uli
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harti
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von harti »

Rotundweiss hat geschrieben:
harti hat geschrieben: Eben jenen Wein gibt es ab ca. 40 € im europäischen Markt (bei Kadede für 42,50 €). Warum sollte ich dann den 2016er zum gleichen Preis en primeur kaufen? Soll ich etwa darauf spekulieren, dass der 16er eine Klasse besser ist (was die Bewertungen nicht zwingend andeuten) und auf eine starke Preisbewegung nach der Abfüllung setzen?? Scheint mir sehr spekulativ, insbesondere bei der großen Produktionsmenge.
Hallo Hartmut,

deine Argumentation ist ebenso richtig wie auf einige Weine mehr anwendbar, die sich dem Vergleich 2016 vs 2010 (oder anderer Vergleiche) stellen.
Will sagen, macht es überhaupt Sinn, Bordeaux < € 40 zu subsen, wo moderate Preisentwicklungen z.Zeitpunkt
der Arrivage immerhin mit der Chance des Probierens verknüpft sind.

Viele Grüße,
Georg
Hallo Georg,

wie gesagt, hängt von den Preissteigerungserwartungen ab und nicht unbedingt vom Preisniveau. Es gibt auch in Bordeaux kleine Weingüter, die in 2 Jahren möglicherweise nur noch stellenweise oder gar nicht mehr verfügbar sind - oder aber nur fernab der heimischen Märkte - und dann auch nicht in den gewünschten Mengen. Matthias Hilse gibt für die Primeur-Weine daher einen Subskriptionsindex an, der die Produktionsmenge mit berücksichtigt.

Grüße

Hartmut
Segla
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von Segla »

Bordeaux ist absolut genial! Ich kann mich noch gut erinnern an den Aufschrei über die exorbitanten Preise der 2005er. Es wurde zum Boykott aufgerufen :D
Der Preissprung damals war aber wirklich brutal!
Und siehe da, so langsam hat man, durch sukzessive weitere Preiserhöhungen, ein Level erreicht, an dem sogar die 2005er wieder als "günstig" erscheinen... 8-)
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harti
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von harti »

ledexter hat geschrieben:
harti hat geschrieben: [...] ich mag die Stilistik des Weins einfach nicht: Viel zu viel Mocca-röstiges Holz!
Was wären deine Tipps für Weine mit weniger Toasting? Ich bin auch absolut kein Fan von zuviel Holz, aber aus den Verkostungsnotizen wird man oftmals auch nicht schlauer.
Hallo Daniel,

derer gibt es erfreulicherweise sehr viele. Aus St. Julien wäre z.B. der Branaire eine Alternative, der dieses Jahr zum "fairen" Kurs rausgekommen ist (was mich zum Kauf verleitet hat :roll: ). Oder aber Belgrave, das direkt an Lagrange angrenzt und durchaus als St. Julien durchgehen könnte. Die Notiz von NM:

The 2016 Belgrave is a blend of 69% Cabernet Sauvignon, 28% Merlot and 3% Petit Verdot and was picked from 28 September until 20 October. It has a generous bouquet with small dark cherries, blueberry and crushed violet aromas, quite Margaux-like in style. There is certainly good intensity here. The palate is medium-bodied with a supple opening: blackberry, mint and cedar. From the start there is fine tension and there is very impressive structure towards the finish, plus a long saline aftertaste. This is a very strong follow-up to the 2015 Belgrave and indeed, it may surpass it.

Ist allerdings auch ein ziemlich großes Weingut und muss man daher nicht unbedingt en primeur kaufen.

Grüße

Hartmut
olifant
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von olifant »

amateur des vins hat geschrieben:
olifant hat geschrieben:Die ganz sicher nicht, die schaut auf's Geld :lol:
Eher wie Dagobert, oder doch wie Smaug?
Eher wie Dagobert, hat einen komplett defizitären Laden auf Vordermann gebracht - BWL und gesunder Menschenverstand. Daher Respekt - mögen muss man sie aber nicht wirklich ;)
Grüsse

Ralf

Die Zukunft war früher auch besser.
Karl Valentin
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ledexter
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von ledexter »

Analyse zum Release von Montrose 2016:
https://www.thedrinksbusiness.com/2017/ ... -montrose/
Ollie
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von Ollie »

Das ist keine Analyse, das ist Gewaesch.
Yeah, well, you know, that’s just like, uh, your opinion, man.

Parfois, quand c'est trop minéral, on s'emmerde.

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Matthias Hilse
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von Matthias Hilse »

Ollie hat geschrieben:Das ist keine Analyse, das ist Gewaesch.
Dazu fallen mir Fehlfarben ein "Es liegt ein Grauschleier über der Stadt, den meine Mutter noch nicht weggewaschen hat..." : :) Im letzten Jahr zeigten sich die Negociants "not amused" über den Preis von Montrose. Und in einer Art konzertierter Aktion besätigten sie nicht ihre Allokationen, sondern kauften (bis auf einige Ausnahmen) nur das, was sie ihrerseits schon verkauft hatten. Das war für die Bouygues durchaus als eine Art Denkzettel zu verstehen. Dieses Jahr nun wollen alle Montrose, und nun drehen die Eigentümer den Spieß einfach um. Sie zeigen damit vor allem den Negociants deutlich, dass sie, wenn sie ihre Marge nur für das Durchreichen ohne Risiko einstreichen wollen, sie eben auch schnell überflüssig werden. Wie in der vorher verlinkten "Analyse" das Verstreichen-Lassen einer Cash-Flow -Opportunität thematisiert wird, zeigt, dass man auch klare Sachverhalte zum Mysterium erklären kann. Wer liest so etwas eigentlich?

Herzliche Grüße,
Matthias Hilse
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innauen
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von innauen »

Hallo,

Dieses ganze Subskriptionsgeschreibsel macht durstig. Und weil nach Montrose Grand Puy Lacoste die meiste Aufmerksamkeit in diesem Thread erzeugte, kam ein GPL ins Glas. Was ich damals für 33 Euro gekauft habe, ist ein wirklich schöner Wein, der allerdings noch Zeit braucht. Was jedoch sofort ins Auge (bzw. in die Nase) fällt ist das starke Toasting. Es wäre wirklich eine Vertikalverkostung wert, die stilistischen Unterschiede in der Weinbereitung über die Jahre zu beaobachten. 2013 und 2014 kamen Holz und Flammenwerfer in den Weinen, die ich verkostet habe (ein GPL war nicht dabei) jedenfalls vorsichtiger zum Einsatz. Ich freue mich schon, die 15er/16er zu verkosten, sollten dafür die Eichenwaldbestände geschont worden sein.

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Grüße,

Wolf
„Es war viel mehr.“

Johnny Depp dementiert, 30.000 Dollar im Monat für Alkohol ausgegeben zu haben. (Quelle: „B.Z.“)
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innauen
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von innauen »

New Release:

Langoa Barton €36.60 ex-negociant, plus 14.4%
Beychevelle €56.40 ex-negociant, plus 11.9%
sowie Cos Labory - Preis kenne ich nicht. Aber die Weine kommen ja alle in einer Marge von 5-15% Das setzt der Phantasie Grenzen.

Grüße,

Wolf
„Es war viel mehr.“

Johnny Depp dementiert, 30.000 Dollar im Monat für Alkohol ausgegeben zu haben. (Quelle: „B.Z.“)
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