Re: Bordeaux 2025
Verfasst: Fr 12. Jun 2026, 20:51
An dieser Stelle möchte ich kurz auf den Begriff eingehen, der möglicherweise für Verwirrung sorgt; "historisches Terroir" soll hier vor allem bedeuten: die historischen Parzellen. Denn eins sollte klar sein: 1855 liegt 171 Jahre zurück, da kann es um keine "Personalunion" in dem Begriffssegment von "Terroir" gehen, das sich um die involvierten Personen müht. Viel wichtiger: die damaligen Reben, also quasi die "Hardware" wird schwerlich die gleiche sein können. "Historisches Terroir" kann hier nur in Bezug auf die Historie selbst (also 1855) gemeint sein und Terroir als "Geologie". Insofern bitte ich das Inverkehrbringen einer zweifelhaften Semantik zu entschuldigen.Dominik Mueller hat geschrieben: ↑Fr 12. Jun 2026, 18:01 Das finde ich ein interessantes Thema, weil ich diesen hartnäckigen Trend zu mehr und mehr Terroir (im Sinne des Bodens oder der Lage) so gar nicht mehr verstehe.
Während die deutschen Winzer unisono vom "kontrollierten Nichtstun" sprechen und sich damit in der Außendarstellung doch eigentlich mit ihren Wettbewerbern mit Besitz in denselben Lagen auf eine Stufe stellen, anstatt sich von diesen durch besseres Weinmachen abheben zu wollen, hatte ich bei Frankreich doch eher den Eindruck gehabt, der Winzer selbst sehe sich mit seinem Zutun und Wissen mindestens ebenso wichtig wie das geografische Terroir. Dies gerade im Bordeaux, wo die Kunst der Assemblage mit im Mittelpunkt steht. Stellen sich jetzt einzelne Châteaux an, dem ein historisches Terroir voranzustellen, finde ich das eher fragwürdig.
Ich bin ein wenig irritiert ob der Aussage, was die deutschen Winzer zum Begriff "Terroir" äußern. Dann müßte aber doch jeder Hipping (das liegt bei mir um die Ecke, daher kenne ich den Roten Hang ziemlich gut) zumindest qualitativ in einer ähnlichen Liga spielen....naja...
Herzliche Grüße,
Matthias Hilse