Karsten, möglich ist vieles, und ich betrachte mich gewiss nicht als unfehlbaren Experten. Allerdings argumentiere ich jetzt nicht auf der Grundlage von ein paar Weingütern, bei denen ich ab und an mal was bestelle, sondern ich befasse mich seit mehr als einem Vierteljahrhundert zwar nur hobbymäßig, aber doch ziemlich intensiv mit deutschem Wein. Im Laufe der Zeit habe ich recht viele deutsche Weinbaubetriebe (wohl mehr als hundert) persönlich heimgesucht und mit den Winzern geredet, größtenteils aus Gründen der eigenen Versorgung mit Leerstoff, aber unter anderem auch zwecks Recherche für die von mir verfassten Weingutsbeschreibungen in zwei kleinen Paperpacks, an denen ich beteiligt war. Eventuell reicht dir das immer noch nicht als Hintergrund der "Repräsentativität" meiner Eindrücke, und du glaubst mir halt nicht, dass für den überwiegenden Teil der deutschen Winzerschaft das Privatkundengeschäft eine große Rolle spielt - ich werde dann damit leben können....amateur des vins hat geschrieben:Nun ja, möglicherweise hat das damit zu tun, daß die Winzer bei denen Du kaufst, keine repräsentative Stichprobe darstellen? Denn...
Das mag ja sein, Ulli, aber hier ging es jetzt erst einmal darum, ob viele Winzer das Endkundengeschäft wollen oder eben nicht wollen. Die Diskussion darüber, inwieweit es für sie wirklich wirtschaftlich und sinnvoll ist, wäre dann vielleicht einen eigenen Faden wert (ich glaube übrigens, dass es für die meisten Erzeuger sinnvoll ist, die direkte Vermarktung an den Endkunden als ein wichtiges Standbein anzustreben und erläutere dir bei Bedarf auch gerne, warum ich das glaube, aber das wird dann eine etwas umständlichere Angelegenheit).UlliB hat geschrieben:Und dafür gibt es sehr gute Gründe. Klein- und Kleinstmengen zu verschicken, ist betriebswirtschaftlich so ziemlich das Dümmste, was man machen kann, sofern man denn Alternativen für den Verkauf hat, und man sich überhaupt um die wirtschaftlichen Aspekte seines Handelns kümmert.
Herzliche Grüße
Bernd