Vinooracle

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Mr. Tinte
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Re: Vinooracle

Beitrag von Mr. Tinte »

Birte hat geschrieben:
Aber eben..hochtheoretisch da noch nicht Alltagswissen :idea:
Dir ist schon klar, dass Du gerade einen der größten "Intelligenzforscher" des letzten Jahrhunderts kritisierst, der bis heute in der Wissenschaft herangezogen wird? Ich gebe Dir noch ein bisschen Futter:

"Intelligenz ist die Befähigung zur Auffindung von Redundanz" (Hofstätter)
Klar :D

Das ist eben der Anspruch der Systemtheorie und anderer Wissenschaftler...

Es geht nicht darum wer wieviel geleistet hat in diesem Sinne...Es geht nur darum die Grenzen einer Perspektive, eines Modells aufzuzeigen, der in diesem Fall in der Medizin oder in der Biologie etc. ganz gut bestehen kann, für die KI Thematik aber definitiv ungeeignet oder leistungsschwach ist.
Beispiel:
1. Die Sonne kreist um die Erde (wissenschaftlich "bewiesen" als falsch)
-> Trotzdem kann man mit Hilfe dieser These von A nach B ganz gut segeln und sich orientieren.
Dieses Modell leistet genug, obwohl aus Sicht eines anderen Modells falsch...
Will man aber zu der Sonne fliegen oder einen Objekt abschiessen, der in dieser Richtung fliegen soll, wird es wohl kaum aufgehen. Also braucht es einen leistungsfähigeren Ansatz.
Liebe Grüsse,

Goce
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Mr. Tinte
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Re: Vinooracle

Beitrag von Mr. Tinte »

simvino hat geschrieben:@Gerald: Aber sicher die bessere Beschreibung/Sprache als die Eindimensionalität der Parket Punkte :twisted:
Der war nicht schlecht....
Liebe Grüsse,

Goce
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Birte
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Re: Vinooracle

Beitrag von Birte »

Hallo Mr. Tinte,

Ersteinmal danke für Deine Ausführungen zur Systemtheorie. Ich möchte mich jedoch noch zu einer Aussage aus Deinem vorletzten Beitrag äussern, die mir nicht logisch erscheint:
Individuum ist ein vom Menschen konstruierter Begriff, der so um das 14 JH entstanden ist... ;)

Diese Definition ist also rein in sich noch offen...Also keine...
Ansonsten wäre der Mensch ja vor dem 14 Jh nicht intelligent gewesen...
Beispiel: Als das grunzende, rosa Tier rumlief und noch nicht Schwein genannt wurde, gab es es trotzdem.
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Gerald
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Re: Vinooracle

Beitrag von Gerald »

Hallo simvino,

klar, wenn man nur die Punkte betrachtet ohne dazugehörige Beschreibung.

Ich könnte mir vorstellen, dass es bei einer derart schwierigen Materie wie Geschmacksqualität (die man ja wissenschaftlich nicht erfassen kann) vielleicht sinnvoller wäre, das nicht auf einzelne, subjektive Faktoren zurückzuführen. Sondern vielleicht nur objektive Faktoren wie die analytischen Werte, Herkunft, Jahrgang etc. in Kombination mit einer größeren Zahl von bewerteten Weinen. Also wenn Verkoster X 100 Weine jeweils mit einer Bewertung eingegeben hat und ich ebenfalls 100 Weine, die sich mit denen von X zumindest teilweise überschneiden, könnte das System abschätzen, ob ein Wein von X, den ich noch nicht probiert habe, mir schmecken könnte. Und das ohne den Wein in einzelne "Komponenten" zu zerlegen.

Wie man das algorithmisch umsetzen könnte, weiß ich allerdings nicht ...

Grüße,
Gerald
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Mr. Tinte
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Re: Vinooracle

Beitrag von Mr. Tinte »

Birte hat geschrieben:Hallo Mr. Tinte,

Ersteinmal danke für Deine Ausführungen zur Systemtheorie. Ich möchte mich jedoch noch zu einer Aussage aus Deinem vorletzten Beitrag äussern, die mir nicht logisch erscheint:
Individuum ist ein vom Menschen konstruierter Begriff, der so um das 14 JH entstanden ist... ;)

Diese Definition ist also rein in sich noch offen...Also keine...
Ansonsten wäre der Mensch ja vor dem 14 Jh nicht intelligent gewesen...
Beispiel: Als das grunzende, rosa Tier rumlief und noch nicht Schwein genannt wurde, gab es es trotzdem.

Absolut richtig...Das Individuum beginnt mit der Schriftlichkeit zu entstehen... ;) und manifestiert sich so richtig mit dem Buchdruck...Das zu erklären würde den Rahmen dieses Forums sprengen.
Vorher gab es keine historisch belegbaren Individuuen...

Alles logisch in der Systemtheorie...Wenn ich auch manchmal mit der Empirik Mühe habe wenn es gaaanz abstrakt wird 8-) :ugeek:
Liebe Grüsse,

Goce
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Re: Vinooracle

Beitrag von simvino »

@Gerald: Sehr intressanter Ansatz muss ich mal überlegen... (siehe übrigens noch meinen editierten Kommentar von vorhin).

Das Problem daran, dann muss ich wieder User mit Registrierung haben... das funktioniert zumindest zum jetzigen Zeitpunkt nicht, da sich die Leute nicht gerne registrieren.... und schränkt zum Teil auch ein... dann kommt das Filter Bubble Problem ;-)..

Trozdem ich werde mal darüber nachdenken.. villeicht mit Auto-Facebook login..
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Birte
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Re: Vinooracle

Beitrag von Birte »

Das zu erklären würde den Rahmen dieses Forums sprengen.
Danke, ich werde mich eigenständig weiterbilden. :D
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Mr. Tinte
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Re: Vinooracle

Beitrag von Mr. Tinte »

Das heisst im Gegensatz zum rosa grunzende Tier, gab es vor der Schriftlichkeit effektiv keine Individuen...
Da diese erst mit der Möglichkeit der Reflexion enstehen konnten, also mit einer Reflexion, die vom Moment gelöst werden kann, sprich Bücher, sprich Zeitungen, Esseys, Romane...
Stringente Systemtheoretiker würden behaupten es gab damals auch keine Schweine, weil diese noch nicht differenziert werden konnten in der Kommunikation und damit in der Wahrnehmung...Jedoch aber im Nachhinein.
Systemtheorie ist leider nichts Einfaches...
Lässt sich nur schwer erklären...
Und hat in den Geisteswissenschaften den höheren Asbtraktionsgrad als die Stringtheorie in den Naturwissenschaften
(das war jetzt meine eigene Behauptung, um das Ganze zu veranschaulichen).
Liebe Grüsse,

Goce
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Gerald
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Re: Vinooracle

Beitrag von Gerald »

Das mit der Systemtheorie ist ja sehr interessant, aber eher etwas für Theoretiker, oder?

Während die Sache mit konkreten Empfehlungen meiner Meinung nach wirklich - wenn es einmal gut funktionieren sollte - enormes praktisches Potenzial hätte. Nämlich schlicht und ergreifend die diversen Weinguides - insbesondere die Punkte bzw. die Rankings - überflüssig zu machen. Ich fürchte nur eben, dass simvinos aktuelles Modell mit den einzelnen Komponenten dafür noch nicht ausreicht.

Grüße,
Gerald
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Birte
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Re: Vinooracle

Beitrag von Birte »

Mit Deiner zeitlichen Einordnung zum Begriff Individuum liegst Du nicht ganz richtig. In der antiken Philosophie wurde der Begriff für Atom benutzt. Im heutigen Sinn wurde der Begriff in Europa zum ersten Mal von Aristoteles verwendet. Langsam bekomme ich Mitgefühl mit Simvino. Da programmiert er so aufwendig und wir schweifen ab. Zurück zum Weinspiel.
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