Griechenland

officertommy
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Re: Griechenland

Beitrag von officertommy »

Bei all den vielen Warn-, Alarm- und Eilmeldungen sowie verbreiteten Weltuntergangsstimmungen genehmige ich mir heute einen Greco Bianco aus Mittelgriechenland. Quasi als mentalen Ausgleich. Gkirlemis Rimpatrio 2018, 13,3vol..Ein Greco, der im Gegensatz zu vielen seiner italienischen Vertreter von der Feinheit und Eleganz lebt. Im Glas hat er eine grünlich-hellgelbe Farbe. In der Nase ist er aromatisch -fruchtig, zurückhaltend. Am Gaumen komplex mit knackiger Säure, stets fein und nicht fordernd. Das Weingut gibt auf seiner Seite an, dass von dem Rimpatrio 3281 Flaschen produziert wurden, der Wein 8 Monate auf der Hefe reifte und dann ungefiltert ein Jahr Flaschenreife bis zur Vermarktung durchmachte. Es wäre interessant zu wissen, warum seitdem dort kein Greco mehr produziert werden sollte, denn der Wein ist ziemlich gut! Danke für den Tipp an Michael, der den Wein ja schon 2022 preiste.
mixalhs
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Re: Griechenland

Beitrag von mixalhs »

Im griechischen Online-Weinhandel ist aktuell der Jahrgang 2023 des Rimpatrio im Angebot. Wenn ich mich recht erinnere, hatte ich die Leute vom Weingut auf der Oenorama 2024 nach neueren Jahrgängen dieses Weins gefragt und die Antwort bekommen, er würde nur in besonderen Jahren gemacht. 2019 bis 2022 hat man wohl ausgelassen, und vor zwei Jahren war der 2023er anscheinend noch nicht abgefüllt (und auch nicht als Fassprobe im Ausschank). Was in den anderen Jahren mit den Greco-Trauben geschieht, weiß ich nicht. Vielleicht landen sie ja in irgendeiner Cuvée. Wenn ich im März in Athen auf der Oenorama 2026 bin, werde ich mal nachfragen. Und berichten werde ich hier im Forum natürlich auch von dieser Messe. Zunächst werde ich aber am 24./25. Januar die SMOE-Messe besuchen (SMOE = Syndhesmos Mikron Inopion Elladas oder Verband der kleinen Weingüter Griechenlands). Dort wird Girlemis als Nichtmitglied des Vereins allerdings nicht vertreten sein.

p.s.: Irgendwie widerstrebt mir die Schreibweise Gkirlemis, auch wenn der Name des Weinguts im Griechischen in der Tat mit Gamma-Kappa geschrieben wird. Das Gamma (das übrigens grundsätzlich nicht wie unser G ausgesprochen wird) wird vor Lauten wie e, i und y zu einem J, z.B. bei Gyros, das man korrekt als "Jieros" und nicht als "Güros" ausspricht. Wenn das Gamma vor einem e, i oder y nicht wie J, sondern wie unser G ausgesprochen werden soll, dann wird im Griechischen ein Kappa hinzugefügt - ähnlich wie im Italienischen das H bei Spaghetti oder Lamborghini aus dem Dsch ein G macht. Nun würde aber jeder deutsche Kunde bzw. Weintrinker den Namen Girlemis automatisch korrekt, nämlich mit G und nicht mit J, aussprechen, so dass das K in Gkirlemis eigentlich überflüssig ist. Mit diesem kleinen Ausflug in die Geheimnisse der griechischen Orthographie lasse ich's dann bewenden. Jede/r kann's halten wie sie/er will, aber ich schreibe weiterhin Girlemis, und jetzt wisst Ihr dann auch, warum die einen es so tun und die anderen anders.
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EThC
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Re: Griechenland

Beitrag von EThC »

...vielen Dank für die Erläuterung zur Phonetik, da bin ich in vielen Fällen unsicher und versuche solche Klarstellungen auch zu beherzigen; sofern ich's mir merken kann... :oops:

Ich verwende bei der Beschreibung eines Weins in der Regel jedoch die Schreibweise, wie sie auf dem Etikett dokumentiert ist, in dem Fall würde ich dann das "Gk" verwenden, siehe das Beispiel hier:
gkirlemis_mavroudi_1920x1920.png
Viele Grüße
Erich

Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's
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officertommy
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Re: Griechenland

Beitrag von officertommy »

Danke, Michael, ich war auch irritiert, als ich die Seite des Weinguts https://gkirlemiswinery.gr gefunden hatte. Jetzt sind wir ja aufgeklärt, für die Weinsuche hier oder in den Verkostungsnotizen ist dies aber eher ungünstig.
Nichtsdestotrotz ist der Wein vorzüglich, und das ja nicht zum ersten Mal....Viele Grüße
Jörg
officertommy
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Re: Griechenland

Beitrag von officertommy »

Vor rund 10 Jahren durfte ich an einer Verkostung griechischer Syrah-Weine teilnehmen, die Ralph Urban organisiert hatte. Auch Michael Rauscher hatte teilgenommen, wie ich hier recherchiert habe….Ja, die Zeit vergeht.
Uneindeutiger „Sieger“ des Abends war damals der Syrah 2010 von Nerantzi, der mir (als 13er Jg.) mal wieder in die Hände fiel, weil ich ihn in einem hiesigen griechischen Supermarkt kaufen konnte.
Der Wein stammt aus der PGI Serres, nördlich von Thessaloniki an der Grenze zu Thrakien, aus einem Tal in ca, 160m Höhe, das von fünf Bergen umrahmt ist und durch das der Fluß Strymon fliesst. Der Boden dort ist lehmiger Kalk-/Sand, der Anbau erfolgt ohne Pestizide/Herbizide/Düngemittel, also im weitesten Sinne natürlich. Der Wein wird nicht gefiltert, er hat ein auffallend grosses Depot, das sich auch an der aufwendig gestalteten Flasche abzeichnet.
Der Ausbau erfolgt 2 Jahre in Holzfässern aus Balkaneiche, die aus Thrakien stammt.
In der Nase zunächst Flieder, Himbeere, dann Dörrpflaume und getrockneter Fisch, Hagebutte, balsamische Noten, etwas Rauch, Röstzwiebeln. Zurückhaltender Charakter, die Gerbstoffe sind straff, und harmonisch mit der Säure, der Abgang ist lang.
Alles in allem ein recht opulenter Kaminwein, der lebendig geblieben ist und mir heute sehr gefallen hat. Die 15% alc. muss man in Kauf nehmen, dafür gibts Trinkspaß auf hohem Niveau.
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