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Re: Bordeaux 2008

Verfasst: Do 1. Sep 2011, 17:43
von Desmirail
medoc hat geschrieben:Hallo,
ich würde heute oder morgen gerne einen von meinen 2008ern Weinen öffen. Zur Auswahl stehen
Grand Mayne
Gazin
Duhart Milon
Domaine de Chevailier
welcher dieser Weine ist i.M. am besten zu trinken?
Beim Duhart überlege ich diesen, gegen Lagrange oder Pontet Canet einzutauschen, oder sollte man ihn trotz seines Marktwertes behalten?
Gruss Olli

Ich würde den Gazin nehmen. Wenn Du den probiert hast, dann kaufst Du IMHO mehr von dem Stoff. Vielleicht der beste Gazin bisher 8-) 8-)

Re: Bordeaux 2008

Verfasst: Fr 2. Sep 2011, 10:56
von Rieslingmaster
Hi,

na ob der 08er den 89+90er schlagt, lassen wir mal so stehen.

Gruss

Dominik

Re: Bordeaux 2008

Verfasst: Fr 2. Sep 2011, 16:59
von Desmirail
Rieslingmaster hat geschrieben:Hi,

na ob der 08er den 89+90er schlagt, lassen wir mal so stehen.

Gruss

Dominik
Tja, das ist die Frage die man leider erst in 15 jahren beantworten wird können :(

Re: Bordeaux 2008

Verfasst: So 4. Sep 2011, 09:51
von alfredmeinrad
Hallo zusammen, hier noch zwei Verkostungsnotizen von 2008: Domaine de Chevalier: In der Nase Holz, Cassis, Rumtopf, Vanille. Am Gaumen anfangs eher dünn öffnet sich im Verlauf des Abends. Leichte Röst- und Holznoten, Himbeeren. Verschliesst sich danach wieder. Für meinen Geschmack 92 Punkte. Dann: Chateau l'Arrosee: In der Nase: Holz, Leder, Johannisbeeren. Am Gaumen sehr fein, die Tannine gut eingebunden. Leichte Noten von Himbeersirup. Der Merlot überwiegt trotzdem nicht. Eher linkes Ufer-Charakter. Von mir sehr gute 93 Punkte.

Re: Bordeaux 2008

Verfasst: Mo 5. Sep 2011, 09:18
von medoc
Grand Mayne 2008,
in der Nase verhaltene Frucht, Kirsche und dunkle Beeren. Am Gaumen rustikale Tannine die den Wein dominieren. Ich denke aber, dass in zehn Jahren ein guter Wein daraus wird. I.M. würde ich keine Flasche mehr davon öffnen.
Gruss Olli

Re: Bordeaux 2008

Verfasst: Mo 5. Sep 2011, 10:47
von Tomschki
Hallo zusammen

Ich überlege gerade im Hinblick auf die Weinmesse von Coop diese Woche, inwiefern ich bei Bordeaux 2008 noch zuschlagen soll. Ich werde nächsten März Vater und habe nun eigentlich in finanzieller Hinsicht andere Prioritäten als mein geliebtes Hobby Wein.
Was denkt Ihr, werden Weine wie Gruaud Larose (52 CHF), Clerc Milon (44 CHF), Lagrange (45 CHF) oder Domaine de Chevalier (47 CHF) auch nächstes Jahr noch zu den selben Konditionen erwerbbar sein oder würdet Ihr mir raten zum jetzigen Zeitpunkt nochmal kräftig zuzuschlagen? Was passiert mit den 08er Weinen wenn die 09er auf dem Markt sind?

Besten Dank im Voraus

liebe Grüsse Thomas

Re: Bordeaux 2008

Verfasst: Mo 5. Sep 2011, 11:02
von alfredmeinrad
Hallo Tomschki, wenn ich das wüsste müsste ich nicht mehr arbeiten und würde all mein Geld entsprechend investieren :D
Der 2008 ist, so denke ich, ein guter Jahrgang zu fairen Preisen ich habe mir 10 Kisten in der Subs eingekellert, welche jetzt alle teurer sind. Allerdings ist es natürlich trotzdem möglich, dass Du nächstes Jahr die Weine noch zum gleichen Preis erhältst. Ich würde mir mal die Hälfte von dem kaufen, was Du im Sinn hast und 2012 mal schauen, vielleicht hast Du Glück oder es sind alle weg, einen besseren Ratschlag kann ich Dir leider auch nicht geben. Gruss

Re: Bordeaux 2008

Verfasst: Mo 5. Sep 2011, 18:21
von weinfex
medoc hat geschrieben:Grand Mayne 2008,
in der Nase verhaltene Frucht, Kirsche und dunkle Beeren. Am Gaumen rustikale Tannine die den Wein dominieren. Ich denke aber, dass in zehn Jahren ein guter Wein daraus wird. I.M. würde ich keine Flasche mehr davon öffnen.
Gruss Olli
Hallo Olli,

sorry das es mit dem Grand Mayne nicht so geklappt
hat, es ist in diesem Stadium ganz offensichtlich nicht
mehr ganz einfach, sicher auf "wirklich offene Weine" zu treffen,
wie ich schon weiter vorne geschrieben habe, die ersten machen schon
wieder dicht, was wirklich eine extrem kurze "Babyspeckphase" darstellt...

Gerade eben auch einen 08 d'Aiguilhe aus der halben im Glas gehabt, auch hier
deutlich reduktiv, nach einer sehr offenen Flasche vor wenigen Wochen. Dagegen
kann man sich in den Sanctus 08 (aus der Eintel) richtiggehend "reinlegen"...
Wie gross der stilistische Unterschied von 08 zu 09 ist beweist (aus der Halben)
der 09 Ch. Mille Roses Margaux (im Moment in Glas), den wir bereits en Primeur (nicht zum ersten Mal)
genial probiert hatten, und der ein fast schon unheimliches Preis-Leistungsverhältnis,
gerade in der Appellation Margaux, vorweisen kann...

Re: Bordeaux 2008

Verfasst: Mo 5. Sep 2011, 23:06
von innauen
Hallo Weinfex,

ja, die 2008er machen wirklich verdammt schnell dicht. Das hast Du toll vorhergesagt Andreas. Hut ab :!: Auch eine Prognose parat, wie lange diese Phase wohl andauern wird :?:

Zur Preisenentwicklung: Also bei Chevalier würde ich zuschlagen. Man weiss schon wie gut oder schlecht einige der Weine sind. Chevalier ist super. Billiger werden sie kaum noch werden, allenfalls gleich teuer. Das meiste was ich gekauft habe ist signifikant teurer geworden und ich denke aus zwei Gründen wird der Preis auch nicht nochmal zurückgehen. Die Händler konnten 2008 günstig einkaufen. Die Folgejahrgänge waren viel teurer und die Margen damit geringer. Bei 2008 konnte man richtig Geld verdienen, wo es 2009 nur die Menge gemacht hat und 2010 der Markt schon überhitzte. Diese Gewinnmöglichkeit wird man sich nur dann nehmen lassen, wenn 2011ff. wieder auf das Preisniveau von 2008 runterkommen und so eine Entwicklung würde ich uns allen nicht wünschen, denn dann hätten wir andere Sorgen, als die Frage zu beantworten, aus welchem Jahr wie unseren Wein kaufen sollen. Sehr viel teurer wird der Jahrgang aber auch nicht mehr werden, denn mit 2009 steht ein in der Menge und der schnell verständlichen Qualität definitv stärker kommerzialisierter Jahrgang als preisliches Abstandsgebot parat.

Grüße,

wolf

Re: Bordeaux 2008

Verfasst: Di 6. Sep 2011, 07:53
von weinfex
innauen hat geschrieben:Hallo Weinfex,

Auch eine Prognose parat, wie lange diese Phase wohl andauern wird :?:

Grüße,
wolf
Moin Wolf,

sehr unterschiedlich, ich vermute einige wenige werden fast
überhaupt nicht zumachen, die "Mittelklasse" nicht sehr lange,
vielleicht im Bereich 6-8 Jahren, hängt aber extrem von der Vinifikationsstilistik ab.
In der Spitze könnte es allerdings ganz ordentlich dauern, Pontet Canet z.B.
ist für mich ein Wein für die "nächste Generation" was sein Potential angeht...

Gespannt bin ich am meisten auf Haut Bailly, noch nie (zumindest kenne ich ihn nicht)
war ein Jahrgang in dieser Phase so "zeigefreudig" (und auch genial), auch hier könnte ich
mir eine sehr lange Reduktion vorstellen, bin mir aber nicht sicher...