Hallo Christian,dyingromeo hat geschrieben: was die meisten Chateau vergessen, ist die Tatsache, das Bordeaux z.T. nur deshalb so gut funktioniert, gerade weil die Flaschenpreise sich verdoppeln (können). Nur so macht es Sinn auf Bordeaux als Investment zu setzen.
Und ich behaupte, dass gerade bei den Premiers, Super-Seconds und allen anderen der zweiten Garde (Pontet Canet, Lynch Bages, Palmer, die Pomerol-Elite, Figeac etc.) dies überhaupt erst die Absätze in der Form ermöglicht.
das mag so sein oder nicht so sein, hat aber mit der Frage des Vertriebssystems zunächst einmal gar nichts zu tun. Dass es für die Chateeaux reizvoll ist, diese Marge auch noch abzuschöpfen, berührt nicht den Hintergrund, warum diese Marge denn überhaupt erst einmal entsteht. Dazu noch mal den O-Text von Seely:
"The temptation for a Grand Cru property is more likely to be to keep its wines for longer, in the hope of selling them for a higher price by choosing the moment at which the Chateau puts them on the market. Seen from the point of view of the chateau owner, it can sometimes be a little frustrating to see the price of the wine rise by a significant percentage after the sale en primeur. Obviously, if you are a wine producer and you see the price of your wine double on the market within a few years of releasing it, the tempting thought is likely to cross your mind that if only you had held the wine back for a while, you could have sold it for that higher price yourself! There is nothing particularly wicked in thinking this way. Imagine you were the owner of the chateau yourself: you might well have similar thoughts."
Deinen Punkt sieht Seely übrigens ganz genau so (Hervorhebung in Fett von mir); die Aussicht auf Wertsteigerung treibt die Verkäufe:
"However this is to ignore the enormous value for a Bordeaux chateau of the remarkable world-wine chain of distribution that exists, and which thrives on the possibility that wine bought en primeur may gain significantly in value".
Eines ist mal sicher: freigeben müssen die Chateaux die zurückgehaltenen Bestände ganz sicher nicht. Denn beim erreichten Preisniveau decken auch die von Dir angenommenen Verkäufe von 30% nicht nur sämtliche Kosten, sondern sichern zusätzlich auch schon mal eine fette Rendite. Der Rest ist reine Option. Und der Reiz hierbei ist, dass die Chateaux diese Option komplett selber in der Hand haben - sie können die Verkäufe so dosieren, dass es eben nicht zu einem Zusammenbruch der Preise kommt. Bevor die Preise zusammenbrechen: ab in die Gironde mit dem Zeug...dyingromeo hat geschrieben: Was passiert wohl wenn die anderen 70% irgendwann einmal freigegeben werden (müssen!?!) ??? ....selbst wenn es nur 50% sind...
Gruß
Ulli