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Re: Bordeaux 2016

Verfasst: Mi 10. Mai 2017, 14:44
von innauen
Olaf Nikolai hat geschrieben:Ohne Frage gute Weine dieses Chateau. Preisgestaltung geradezu lächerlich überzogen. Frag mich wer den Stoff in relevanten Mengen kauft...... :?:
Viele.



Ich hatte anlässlich eines Tastings von Palmer Weinen mal ein längeres Gespräch mit deren technischen Direktor. Ich lasse die Details mal weg und konzentriere mich auf die Kernaussagen.

- Die Produktionsmenge hat sich verkleinert, durch 1) Ertragsreduktion 2) mehr Alter Ego
- Die Zahl der Märkte hat sich vervielfacht. Früher hat man nur noch Europa verkauft, später in die USA, dann nach Russland, dann nach Südostasien, später nach China, heute auch nach Brasilien, Argentinien, Indien, Golfstaaten. Bei machen Märkten mögen das nur wenige Kisten sein, doch müssen die von den traditionellen Märkten abgezogen werden. Manche Märkte mögen schwächeln. Aber einer brummt immer. Um diese Schwankungen aufzufangen, baut man Lager und verkauft den Wein nicht nur während der Subs, sondern dann wenn die Nachfrage auf lokalen Märkten hoch ist. Bestes Beispiel China. Dort ist das Engagement während der Subs gering, aber nach der Arrivage hoch. Und dieses Geschäft will das Chateau nicht nur den Negociants überlassen.

Die Folge: Zuteilungen für Händler in den Traditionsmärkten werden gekürzt.

Grüße,

wolf

Re: Bordeaux 2016

Verfasst: Mi 10. Mai 2017, 14:46
von dylan
UlliB hat geschrieben:
Olaf Nikolai hat geschrieben:Ohne Frage gute Weine dieses Chateau. Preisgestaltung geradezu lächerlich überzogen. Frag mich wer den Stoff in relevanten Mengen kauft...... :?:
Tscha... bei Palmer fahren die ihre Ultrahochpreisstrategie nun schon seit 2005. Entweder gibt es da doch noch genügend Käufer (viel Menge muss man bei dem Preis ja nicht verkaufen, um wenigstens die Kosten zu decken), oder jemand hat da sehr tiefe Taschen.

Gruß
Ulli
Genau das hat die Preise auch für ältere Palmer auf breiter Front ansteigen lassen. Selbst für den harmlosen und braven 94er, den man jahrelang für 50 bis 70 Euro
auf dem Sekundärmarkt kaufen konnte, zahlt man heute 100 Euro und mehr. Palmer hat eben einen großen und treuen Fan-Club.

Gruß

dylan

Re: Bordeaux 2016

Verfasst: Mi 10. Mai 2017, 15:18
von Olaf Nikolai
Gibt ja zum Glück für Weininteressierte in zunehmendem Maße qualitativ vergleichbare, nicht so gewinnmaximierend orientierte Alterntiven. :|

Re: Bordeaux 2016

Verfasst: Mi 10. Mai 2017, 15:33
von UlliB
Olaf Nikolai hat geschrieben:Gibt ja zum Glück für Weininteressierte in zunehmendem Maße qualitativ vergleichbare, nicht so gewinnmaximierend orientierte Alterntiven. :|
Wenn man Qualität auf einer rein abstrakten Punkte-Ebene betrachtet, ja. Palmer hat aber einen schon ziemlich einmaligen Stil, und den kann man nicht so einfach mit Rauzan Ségla oder Brane Cantenac substituieren. Insofern ist die Preisstellung des Erstweins schon bedauerlich, und ich vermute, dass einige alte Palmer-Fans auf den Alter Ego umgestiegen sind.

Gruß
Ulli

Re: Bordeaux 2016

Verfasst: Mi 10. Mai 2017, 17:12
von ledexter
Ormes De Pez (Saint Estephe) kam heute auch mit nem 92,4 Pkt Ø und 93 Pkt von Neal Martin und steht für 29,95 incl Mwst beim Händler. Chateau Capbern kam auch schon raus 92,3 Pkt Ø für 19,90 Eur incl Mwst, welches zu Calon Segur gehört.

Wisst ihr ob es einen Unterschied gibt zwischen Capbern und Capbern Gasqueton? Viele Händler wie zB Herr Hilse führen unter Capbern den Capbern Gasqueton, aber ich hab auch folgenden Wein bei Winesearcher gefunden:

Bild

Edit: Es scheint hier eine Umbenennung gegeben zu haben oder? "The 2015 Capbern (formerly Capbern Gasqueton)"

Re: Bordeaux 2016

Verfasst: Mi 10. Mai 2017, 17:27
von Olaf Nikolai
@ Palmer: sehe da durchaus Alternativen (Merlot betont fleischig.....sehe Palmer jetzt nicht als Ausdruck des Finessewein....), Brane und Rauzan entsprechend Cabernet dominiert m.E. auch nicht vergleichbar.
@ Ormes de Pez: guter Wein....fiel bei mir bislang im Plv im durch. M.E. Meyney und altuell Capbern favorisiert.

Re: Bordeaux 2016

Verfasst: Mi 10. Mai 2017, 17:40
von UlliB
Olaf Nikolai hat geschrieben:@ Palmer: sehe da durchaus Alternativen (Merlot betont fleischig.....sehe Palmer jetzt nicht als Ausdruck des Finessewein....),
Na, dann sag mal an. Und komm mir jetzt nicht mit den ganzen Lehm- und Kalkweinen vom rechten Ufer ;)

Übrigens war das Verhältnis CS zu M beim Erstwein in den letzten Jahren immer in etwa 1:1. Das ist fürs linke Ufer sicher nicht wenig Merlot, aber auch nicht exorbitant viel.

Deine Einschätzung, dass Palmer kein Finessewein ist, teile ich übrigens ganz und gar nicht.

Gruß
Ulli

Re: Bordeaux 2016

Verfasst: Mi 10. Mai 2017, 17:44
von Ollie
Capbern-Gasqueton heisst seit 2012 (geaendert) Capbern, weil Familie Gasqueton das Gut verkauft hat.

Ich wuerde ja Preis gegen Durchschnittspunkte plotten und die Ausreisser nach unten sortieren nach "Entfernung von der mittleren Kurve" (ggf. mit Gewichten, z.B. quadratischer Abstand oder so). Dann siehst du sofort, welche Weine unterbewertet sind, und die wuerde ich dann subsen.

Cheers,
Ollie

Re: Bordeaux 2016

Verfasst: Mi 10. Mai 2017, 18:05
von ledexter
Olaf Nikolai hat geschrieben: @ Ormes de Pez: guter Wein....fiel bei mir bislang im Plv im durch. M.E. Meyney und altuell Capbern favorisiert.
Ormes hatte ich tatsächlich noch nicht im Glas, Meyney und Capbern fand ich beide auch top bislang!

Re: Bordeaux 2016

Verfasst: Mi 10. Mai 2017, 18:21
von TOM
C9dP hat geschrieben:Ich wäre mal für eine Empfehlung der kleineren Güter bis 20,- dankbar. Ich suche was für die Grillparty im Sommer, was gut zum Essen harmoniert? Hatte am ehesten an Lanessan gedacht. Passt das oder gibt es bessere Alternativen?
Also ich finde den Du Retout immer wieder gut, wenn ich einen Haut-Medoc will.
Aber auch ein "Kleiner Margaux" schmeckt gut zu Gegrilltem und der Deyrem Valentin ist ja durchaus noch erschwinglich. Im "Weinclub" erhält man den 2009er bei Lobenberg für 19,80 Eur. Der hat jetzt eine brauchbare Reife.
Wenn ich jedoch ehrlich bin, trinken wir zum Grillen sehr oft einen Chilenen, nämlich den MONTES Alpha Cabernet Sauvignon oder sogar den "kleinen" mit Carmenere dabei (MONTES Cabernet-Carmenère). Die letzten probierten Jahrgänge waren 2012 bzw. 2013. Den kann man um Himmels Willen nicht mit Bordeaux vergleichen, ist viel fruchtiger, opulenter. Aber zum Gillen fand der bei alle Gästen richtig Zuspruch und hat in meinen Augen ein extrem gutes Preis-/Leistungs-Verhältnis. Gibt es übrigens u.a. bei Jacques oder Belvini. Apropos Jacques: der 2010er ROCHEMORIN ist auch nicht schlecht...
Aber das ist eben alles auch Geschmackssache...