Wahrnehmung von Säure

Was Sie schon immer über Wein wissen wollten, aber nie zu fragen wagten
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VillaGemma
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Re: Wahrnehmung von Säure

Beitrag von VillaGemma »

thiloV hat geschrieben: Den Thread mit der Ogier-Säurediskussion kannte ich schon und der spricht auch dafür, dass es sich lohnen könnte, einzelne Jahrgänge auszulassen.
Ich möchte darauf hinweisen, das es viel wichtiger ist, wie ein Wein gemacht wird als das der JG dann sosehr die "Säure" beeinflusst. Ja, tut er auch, aber nicht sosehr. Es gibt z.B. keinen C9dP-JG von Tardieu, der mir aufgrund der Säure nicht schmeckt.
Beim La Rosine würde ich sagen, ist es die "Machart" des Weines. Nicht der JG 2006, der mitunter als sehr guter JG gilt.
Was Du bekommst, z.B. beim Fallstaff oder auch bei großen Händlern, ist eine Übersicht über die JG in Qualittät und Lagerung. Bzw. ob sie schon trinkreif sind. Eine Ausführung nach Säure macht nur begrenzt Sinn, denn jeder Winzer macht nunmal verschiedene Weine. Sprich dett geht gar nicht für eine ganze Region so darzustellen.

Da muss man schon probieren. Nur ist die Gefahr bei einem C9dP schon geringer als wenn Du die Barolos, (Spät-)Burgunder oder Chiantis der Welt probieren möchtest, dass Dir der Wein aufgrund der Säure nicht mundet. Da spreche ich ein wenig aus Erfahrung.
"wine is sunlight held together by water" (Galileo Galilei)

Auch eine Enttäuschung, wenn sie nur gründlich und endgültig ist, bedeutet einen Schritt vorwärts. (Max Planck)
thiloV
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Re: Wahrnehmung von Säure

Beitrag von thiloV »

Hallo nochmal,

die Idee war auch nur, jetzt, wenn ich noch viel ins Blaue probiere, einfach auf Jahrgänge zu verzichten, in denen ich eher säurereiche Weine vermute. Das Ganze in der Hoffnung auf weniger Weine, die mir zu sauer sind. Wenn ich dann Produzenten gefunden habe, die mir schmecken, kann ich das dann ja aufweichen.

Auf der anderen Seite: Wenn der 2006er Jahrgang eher gut (und damit säureärmer?) war und das aber der JG ist, aus dem der La Rosine als deutlich säurelastiger wahrgenommen wurde als z. B.der 2009er, dann wirft das meine Argumentation ziemlich über den Haufen :)

Viele Grüße, Thilo
Zürcher
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Re: Wahrnehmung von Säure

Beitrag von Zürcher »

Hallo Thilo,

Ich verfolge nun diesen Säurethread schon eine ganze Weile und trinke gerade einen säurearmen château ollieux romanis, cuvée prestige, 2011 aus dem corbières, und versuche nun, das Theman auf den Punkt zu bringen ;)

Wie du wiederholt gesagt hast, magst du säurebetonte Weine nicht. Warum nicht? Ausschliesslich säurebetonte Weine mag wohl niemand, doch eine gewisse Säure gehört zum Wein, zum Saft und auch zur Confitüre, die kann man wohl nie ganz eliminieren. Wenn du säurebetonte Weine aus dem Grund nicht magst, weil du Magenbrennen hast, dann google mal säure-basen-haushalt oder so was ähnliches. Wenn ich abends etwa zu viel Rotwein getrunken habe, so nehme ich noch drei probase Tabletten von einem schweizerischen Hersteller, und am morgen ist alles gut! :D pH-neutraler Wein schmeckt fad, einen basischen Wein habe ich noch nie getrunken.

Und so wiederhole ich mich: was soll's, bizzle Säure musst du mögen, sonst lass es mit den Rotweinen - und definitiv mit den Weissweinen.
Muellimov
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Re: Wahrnehmung von Säure

Beitrag von Muellimov »

Es gibt keinen PH-neutralen Wein. Und erst recht keinen basischen Wein (also PH>7). Wein ist prinzipiell immer sauer.
Zürcher
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Re: Wahrnehmung von Säure

Beitrag von Zürcher »

das war auch mein "unwissenschaftliches" Empfinden, muelimov. Vielleicht etwas unpräzis ausgedrückt. nahezu ph- neutral schmeckt fad, wäre wohl richtig gewesen.
Muellimov
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Re: Wahrnehmung von Säure

Beitrag von Muellimov »

Auch nicht... ;)

Selbst wenn der Wein säurearm ist, dann ist er immer noch um Zehnerpotenzen von pH=7 entfernt.
Zürcher
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Re: Wahrnehmung von Säure

Beitrag von Zürcher »

ok, ich geb mich gern geschlagen, denn das ist nicht mein Fachgebiet.

hab ich aber zumindestens recht mit der Annahme, dass Bier deutlich weniger sauer ist wie Wein? Und dass es deshalb vielleicht "bekömmlicher" erscheint? So geht's mir, wenn da nicht die viele Kohlensäure wäre, die aufstösst...
Muellimov
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Re: Wahrnehmung von Säure

Beitrag von Muellimov »

Es geht ja nicht um ein gegenseitiges Schlagen, sondern nur um "Richtigstellung".

Und ja, Bier hat in der Tat einen höheren pH-Wert als Wein (grob pH 4.5 bis 5, je nach Typ), obwohl auch Bier immer noch sauer ist.
thiloV
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Re: Wahrnehmung von Säure

Beitrag von thiloV »

Hallo,

ich hab das vielleicht nicht ganz klar ausgedrückt: Mir ist bewusst, dass Wein Säure hat und dass das gut und für den Geschmack wichtig ist. Es ist nur so, dass ich erst langsam die Erfahrung bekomme, mich nicht störende Säure überhaupt zu erkennen. Bis vor kurzem gab es überspitzt gesagt nur zwei Möglichkeiten: Entweder ich habe keine Säure geschmeckt (wohl eher den sauren Geschmack mit anderen Geschmäckern verwechselt) oder ich hatte das Gefühl die Säure überdeckt alles. Erst seit kurzem (eigentlich erst seitdem ich diesen Thread aufgemacht habe, manchmal hilft drüber reden/schreiben eben ungemein) merke ich, dass es auch dazwischen was gibt. Es bleibt aber dabei, dass es eben immernoch Rotweine gibt, bei denen ich das Gefühl habe, ich schmecke nichts mehr, da die mir zu sauer sind. Die gilt es nach wie vor zu vermeiden.

Und am Magen liegts (noch :) ) nicht, bei manchem Weißwein gibts Sodbrennen, aber da störts mich komischerweise geschmacklich nicht.

Viele Grüße, Thilo
Zürcher
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Re: Wahrnehmung von Säure

Beitrag von Zürcher »

Hallo Thilo,
Ich werde künftig bei meinen Notizen auf die Säure vermehrt achten und dazu meine Einschätzung kundtun. Der erwähnte Cuvée aus dem Languedoc erfüllt vielleicht deinen Geschmack, vielleicht liegt's an den Traubensorten Carignan, Grenache, Mourvèdre und Syrah, vielleicht an der sonnenverwöhnten Lage, vielleicht am Jahrgang, vielleicht am Zeitpunkt der Lese... Säurebetonte rote Südfranzosen habe ich eigentlich noch nie getrunken... Meine Notizen findest du im entsprechenden Thread.
Gruss, Sacha
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