Egon Schäffer

TroisLacs
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Re: Egon Schäffer

Beitrag von TroisLacs »

Bernd Schulz hat geschrieben: Mi 10. Dez 2025, 23:39
TroisLacs hat geschrieben: Mi 10. Dez 2025, 23:05 Als Aussenstehender frage ich einfach mal direkt und unbefangen: wird denn der VDP als „schlecht“ angesehen?
... Übernahme einer romanischen Form der Klassifizierung von Weinen, die ich als künstlich übergestülpt empfinde ... und die massive Preistreiberei, die besonders bei den besseren trockenen Weinen

Bernd
Danke Bernd für die Ausführungen.
Ist wahrscheinlich auch nicht der richtige Thread hier und will ja dich auch nicht in die Bredouille bringen ;-)

Ich bin ja grosser Riesling-Liebhaber und als Schweizer schaust du dir mal die "Eigenheiten" des deutschen Weingesetzes an und da siehst du erstmal nur Fragezeichen :D
Ist der Kabinett nun trocken oder restsüss ausgebaut ... was ist der Unterschied zwischen Erste Lage und Grosses Gewächs ... etc. Und auf den ersten Blick hilft mir da die Bezeichnung des VDPs doch etwas in der Orientierung. Und wenn ich einen VDP-Wein kaufe, darf ich eine gewisse Qualität erwarten oder erhoffen (ob sie dann immer erfüllt wird, steht auf einem anderen Blatt). Verstehe aber durchaus auch den Winzer, wenn er da nicht mitmachen will und gewisse Freiheiten will.

Back to topic ;) habe noch einen 21-er-Silvaner vom Escherndorfer Lump von Rainer Sauer im Keller, muss den mal testen.
Gruss, Sascha

„Riesling geht immer“!
Bernd Schulz
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Re: Egon Schäffer

Beitrag von Bernd Schulz »

TroisLacs hat geschrieben: Do 11. Dez 2025, 07:47 Ist der Kabinett nun trocken oder restsüss ausgebaut ...
Das ist eigentlich sehr leicht festzustellen: Wenn bei Weinen mit Prädikat hinter dem Prädikat das Wörtchen "trocken" auf dem Etikett steht, sind sie (legistisch) trocken ausgebaut, wenn das Wörtchen "trocken" fehlt, sind sie nicht trocken ausgebaut. Zumindest bei den ernstzunehmenden Winzern, deren Weine für dich und mich in Betracht kommen, verhält es sich so.

Sascha, eigentlich wollte ich zu Themen wie dem VDP hier nichts mehr schreiben, da man sich auf solchen Gebieten schnell höhnische Bemerkungen oder sonstige Angriffe ad personam einfängt (vor allem dann, wenn man eine Minderheitenmeinung vertritt). Aber da ich es wichtig und spannend finde, sich mit Perspektiven aus dem Ausland auseinanderzusetzen, werde ich heute Abend noch einmal etwas näher auf deine Zeilen eingehen (tagsüber muss ich viel arbeiten, um mir einigermaßen anständige Weine leisten zu können).

Herzliche Grüße

Bernd
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EThC
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Re: Egon Schäffer

Beitrag von EThC »

...ich hab mal hier geantwortet...
Viele Grüße
Erich

Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's
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was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil's heute hat gegolten.

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Bernd Schulz
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Re: Egon Schäffer

Beitrag von Bernd Schulz »

Ein Steckenpferd des Weinguts Schäffer ist die Produktion höherwertiger Erzeugnisse aus der Aschenputtel-Sorte Müller-Thurgau. Und dieser 21er Kandidat, den ich bereits gestern geöffnet und probiert hatte, macht auch heute auf mich einen ausgesprochen guten Eindruck:

Bild

Der Wein wirkt mit 3 Gramm RZ/l weitgehend fränkisch trocken, die durchaus vorhandene Frucht macht sich keineswegs zu vordergründig bemerkbar, es fehlt bei einiger Tiefe komplett an den etwas ordinären Noten, die für den auf breiter Front schlechten Ruf des Müller-Thurgaus verantwortlich sind, Gealtert ist das Ganze bislang auch hervorragend, denn auch nur eine Spur von Ermüdungserscheinungen ist hier für mich nicht festzustellen.

Ein Motto, welches man auf der Website des Weinguts sehen kann, lautet "makemüllergreatagain"; Peter Schäffer verwendet offensichtlich einigen Ehrgeiz darauf, diese Parole in die Realität umzusetzen. Grandios fand ich bislang auch die tauberfränkische Interpretation der Sorte durch Stephan Kraemer, aber bei Schäffer tut man ebenfalls genug dafür, um aus Müller-Thurgau etwas zu erzeugen, das so manchem fränkischen Silvaner oder auch Riesling aus gutem Hause problemlos das Wasser reichen kann. Verschenkt wird der Wein nicht, aber die für ihn aufgerufenen 10 Euro ist er locker wert.

Herzliche Grüße

Bernd
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Udo2009
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Re: Egon Schäffer

Beitrag von Udo2009 »

Bernd Schulz hat geschrieben: Do 18. Dez 2025, 20:11 ..... Grandios fand ich bislang auch die tauberfränkische Interpretation der Sorte durch Stephan Kraemer, ....
Die Webseite des Weinguts zeichnet sich durch das Fehlen jeglicher Informationen aus. Was hilft mir der Hinweis auf den Fachhandel, wenn da noch nicht mal erwähnt wird, welche Rebsorten überhaupt angebaut werden und welche Qualitäten erzeugt werden.

Na, vielleicht lässt man sich ja zu einer Antwort auf die entsprechende Anfrage herab....
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Re: Egon Schäffer

Beitrag von EThC »

...es gibt halt noch Weingüter, die auch so alles losbekommen, warum soll man da aufwendig Heimseiten pflegen...
Viele Grüße
Erich

Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's
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Re: Egon Schäffer

Beitrag von bordeauxlover »

Also, ohne je was von dem Weingut getrunken oder gekauft zu haben: Ich bin auf eine ganz normale, praktisch brauchbare Homepage inkl. Webshop des Weingutes gestoßen.

Schöne vorweihnachtliche Grüße
Armin
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Udo2009
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Re: Egon Schäffer

Beitrag von Udo2009 »

Schäffer oder Kraemer?
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Re: Egon Schäffer

Beitrag von bordeauxlover »

Sorry, Schäffer - da habe ich es wohl wegen des Betreffs durcheinander geworfen. Nix für ungut.
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Udo2009
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Re: Egon Schäffer

Beitrag von Udo2009 »

Udo2009 hat geschrieben: Fr 19. Dez 2025, 11:39
Bernd Schulz hat geschrieben: Do 18. Dez 2025, 20:11 ..... Grandios fand ich bislang auch die tauberfränkische Interpretation der Sorte durch Stephan Kraemer, ....
Die Webseite des Weinguts zeichnet sich durch das Fehlen jeglicher Informationen aus. Was hilft mir der Hinweis auf den Fachhandel, wenn da noch nicht mal erwähnt wird, welche Rebsorten überhaupt angebaut werden und welche Qualitäten erzeugt werden.

Na, vielleicht lässt man sich ja zu einer Antwort auf die entsprechende Anfrage herab....
Antwort des Weinguts Kraemer:

Hallo,
gerne schicke ich Ihnen die aktuelle Weinliste. Der Aufbau eines Shops steht für 2026 auf der Liste. Dann wird alles einfacher werden.
Zu Ihrer Frage welche Art von Wein wir machen. Sie finden bei uns keinerlei Gliederung in Guts-, Orts- und Lagenweinen.

Wir machen sogenannte Naturweine, sicherlich der falsche Begriff, aber die richtige Art Wein zu machen. Alle Weine sind unfiltriert und mit wenig Schwefel auf die Flasche gezogen und werden der Einfachheit halber als Taubertäler Landweine gekennzeichnet.
Alle Weine vergären mit ihrer spontanen natürlichen Hefeflora und lagern dann bis zu 2 Jahre im Fass oder Stahltank.
Die sog. Einstiegsweine, Keuper&Kalk, Silvaner N.V., Petillant und der Apfel sind im Stahl ausgebaut. Alle anderen Weine werden im Holzfass vinifiziert.

...
Mit freundlichen Grüßen aus Auernhofen
Stephan Krämer

Wenn man nach der Weinliste geht bauen sie Silvaner, Müller-Thurgau, Riesling, Pinot Meunier und Johanniter an...
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