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Re: Martin Müllen
Verfasst: So 29. Sep 2013, 22:23
von Ralf Gundlach
So, die letzte Flasche 08er Hühnerberg Qba trocken und davon das letzte Glas zeigt mir, dass die Kabinette einfach feiner sind und Martin Müllen die Qba`s nicht braucht, es ist trotzdem ein schöner Hühnerberg mit den typischen floralen Noten und einer wunderbaren Mineralität, aber auch mit einer leicht in die Breite gehenden Struktur, die nicht so zu 08 passt, trotzdem : meckern auf hohem Niveau, 86 Punkte
Gruß
Ralf
Re: Martin Müllen
Verfasst: Fr 4. Okt 2013, 21:20
von Ralf Gundlach
Der 2012er Hühnerberg Kabinett trocken präsentiert sich auch noch nach drei Tagen eher verschlossen, wenn auch nicht verriegelt, aber das Potential deutet sich an, wirkt nicht besonders schlank, könnte auch eine kleine Spätlese sein, es zeigt sich diese pikante Note in Verbindung mit der Säure, bei der es mich manchmal bei Blindproben mit Müllen-Rieslingen Richtung Ruwer verschlagen hat, dabei feine Cassisnoten, im Moment ist die typische florale Note des Hühnerbergs kaum vorhanden, aber nicht ganz so verschlossen wie die feinherbe Variante, 87+ Punkte
Gruß
Ralf
Re: Martin Müllen
Verfasst: Mo 18. Nov 2013, 22:18
von Bernd Schulz
Gestern bin ich im Keller meiner Eltern, in dem ich etliche meiner Weine lagere, auf ein paar Flaschen gestoßen, die ich nicht mehr auf dem Schirm hatte. Erst einmal fanden sich noch 6 Exemplare des früher von mir unter PLV-Aspekten sehr geschätzen 01er Kabis aus dem Kinheimer Rosenberg; eine Buddel musste noch in der gestrigen Nacht ihren Zapfen lassen:
Martin Müllen bedauert sehr, dass er die Parzelle in Kinheim aus betriebsökonomischen Gründen aufgeben musste; bei einem meiner Besuche meinte er sinngemäß: "Das war ein toller Wingert! Der hat immer richtig guten Riesling gebracht - und viel noch dazu!"
Ein Riesenwein war dieser Kabi zu 6,40 natürlich nie, aber wenn man Lust auf ein leicht angereiftes und trotzdem über einige Jahre immer noch ab Hof für kleines Geld erhältliches Möselchen hatte, stellte er eine absolute Bank dar. ---
Außerdem bin ich auf einen Sixpack trockener Hühnerberger gestoßen und habe sofort eine Flasche davon zum Testen nach Hause geschleppt:
Dieser Wein drückt den in meinen Augen recht problematischen Jahrgang so ideal aus, dass die Nachteile von 2005 (hohe Mostgewichte und damit viel Zucker/Alkohol bei niedriger Säure) deutlich in den Hintergrund treten. Klar, das ist kein Leichtgewicht, kein klassisch schlanker Mosel - aber auf seine Art eben doch ein schöner, in sich balancierter und harmonischer Wein. Äußerst gut gereift ist er nach jahrelangem Stehen

auch; etlichen 2005er GGs dürfte er im Istzustand locker die Show stehlen.
Viele Grüße
Bernd
Re: Martin Müllen
Verfasst: Di 19. Nov 2013, 20:27
von Ostbelgier
Hallo zusammen,
mein Magen wird allmählich immer säureempfindlicher, aber so ganz ohne Riesling geht es dann doch nicht...

. Zu Muscheln ganz klassischer Rheinischer Art musste der Trarbacher Hühnerberg QbA trocken 2008 dran glauben. Ganz klassisch Müllen, fein ziseliert wie ein perfektes Streichquartett, enorme Mineralität, die typischen Blütentöne, ein herrlicher Wein von einem echten Könner. Erste Reifenoten, die dem Wein einen gewissen Schmelz verleihen, der ihm sehr gut steht. Erstklassige Winzerkunst !
Viele Grüße
Markus
Re: Martin Müllen
Verfasst: Di 19. Nov 2013, 22:32
von Bernd Schulz
Hallo Markus,
freut mich, dass dir der trockene 2008er QbA aus dem Hühnerberg so gut gefallen hat. 2008 ist beim Riesling einfach einer meiner Lieblingsjahrgänge.
...fein ziseliert wie ein perfektes Streichquartett, enorme Mineralität, die typischen Blütentöne...
Es hat schon seinen Grund, dass Martin Müllen die Hühnerberger zu klar höheren Preisen verkauft. Die vergleichsweise oechsleschwache Lage bringt immer wieder enorm finessenreiche Weine hervor - und der Winzer verfügt erfreulicherweise über die Fähigkeit, dieses besondere Potential auch deutlich zum Vorschein zu bringen. Vom Terroir wird viel geschwafelt, aber im Falle des Trarbacher Hühnerbergs kann man es in fast allen Weinen auf eine eher leise, aber dafür besonders eindrucksvolle Art erschmecken. Der Vergleich mit der Kammermusik (Streichquartett) passt insofern sehr gut...
Herzliche Grüße
Bernd
Re: Martin Müllen
Verfasst: Mo 2. Dez 2013, 20:45
von Bernd Schulz
Nachdem ich vor ein paar Wochen einen 2012er Hühnerberg aus Ralf Gundlachs Beständen verkosten konnte, ist jetzt endlich auch ein erstes Paket mit Müllenschen 12ern bei mir eingetroffen.
Der besternte Kabinett* feinherb aus dem Hühnerberg landete heute abend im Glas:
Abermals handelt es sich um eine sehr lagentypische Angelegenheit, die Finesse mit einer (zunächst eher verborgenen) Kraft vereinbart. Unter der Oberfläche von lediglich 11 Volt bei einer nahezu trockenen Anmutung verbirgt sich richtig viel Substanz, die mich in ihrer Gesamtaromatik entfernt an den einen oder anderen Uhlen von Reinhard Löwenstein erinnert - nur ist der Stil hier viel schlanker (und damit auch weniger alkoholbetont).
Viele Grüße
Bernd
Re: Martin Müllen
Verfasst: Fr 6. Dez 2013, 18:25
von Allegro
Kennt hier jemand den aktuellen Geschmack des per heutiger e-mail von Müllen angepriesenen 2008er Weißburgunders ? Ich meine: hat der schon deutlich spürbare Altersnoten ? Oder ist der - wider Erwarten - doch noch jugendlich-frisch ?
Meine letzten trockenen 2008er Weißweine abseits vom Riesling habe ich gerade dieses Jahr ausgetrunken, aber richtig Spaß haben sie mir nicht mehr gemacht ...
Re: Martin Müllen
Verfasst: Fr 6. Dez 2013, 19:27
von Bernd Schulz
Hallo Allegro,
zum aktuellen Geschmacksbild kann ich leider nichts sagen. Aber seinerzeit habe ich ein paar Flaschen davon gekauft, und ich habe auch eine VKN aus 2010 gefunden:
Angesichts der Langlebigkeit, die Müllens Weine normalerweise auszeichnet, würde ich erst einmal vermuten, dass dieser 08er noch sehr gut in Schuss ist. Aber im gegenteiligen Falle hafte ich nicht....
Viele Grüße
Bernd
Re: Martin Müllen
Verfasst: Fr 6. Dez 2013, 19:35
von Allegro
Hallo Bernd,
danke für´s rauskramen Deiner VKN ... nur sind halt jetzt schon wieder drei Jahre vergangen ... Die Langlebigkeit würde ich jetzt ja auch mal vermuten und Müllen schreibt es ja auch so ... vielleicht wage ich es ja und bestelle mir mal drei Flaschen davon ...
Re: Martin Müllen
Verfasst: Fr 6. Dez 2013, 19:49
von Bernd Schulz
Hallo Allegro,
angesichts eines Preises von 6,71 Euro (woher jetzt der eine Cent kommt, weiß ich auch nicht

) macht man sicherlich nicht viel falsch, wenn man diesen Wein kauft. Selbst ich gerate da ordentlich ins Grübeln - ein paar Flaschen schön gereiften Weißburgunder (z.b.als Partner zu Fischgerichten) könnte ich auch noch gebrauchen...
Herzliche Grüße
Bernd