UlliB hat geschrieben: ↑Sa 9. Mai 2026, 11:20
Ob ich deine Einschätzungen ggf. nachempfinden könnte, wäre natürlich die entscheidende Frage
Ganz ohne Ironie: Höchstwahrscheinlich nicht, und das ist auch gut so (an @mediafotografie: meine Notizen sind hochsubjektiv, ich gebe mir wirklich keine Mühe, etwas zu objektivieren, also
caveat emptor). Du kennst deinen Gaumen ja eh und weißt deshalb sehr genau, wo du mit mir über Kreuz liegen wirst, z.B. bei La Conseillante, aber die magst du ja eh nicht,
amarite?
Bei den Notizen zu Pauillac ist mir aufgefallen, dass da Pichon Baron fehlt. Nicht verkostet? Oder nur vergessen?
Nein, den hatte ich leider nicht im Glas, was mich sehr knicken tut.
mediafotografie hat geschrieben: ↑Sa 9. Mai 2026, 07:36
Habe leider nie die Möglichkeit, in dieser Phase was zu probieren (stelle ich mir auch nicht einfach vor!)
Zu meiner großen Überraschung hat sich der Jahrgang tatsächlich sehr einfach verkostet, weil er sehr einfach (lies: instantan) zu verstehen ist, die Weine fast alle bildhübsch sind, wir tolles Wetter hatten und überhaupt alle bester Laune waren (v.a. die Château-Leute, denn die wissen leider sehr genau, was sie da im Fass haben, trotz aller Krise). Das reine Verkosten ist also gar nicht mal das Problem, sondern: die Bepunktung. Ganz oben ist es
relativ einfach, ganz unten ist es
relativ einfach, sogar wenn Weine, Stunden oder Tage zwischen den Verkostungen liegen, einfach weil sich Vorlieben austoben können (und nichts anderes ist es, machen wir uns nichts vor).
Problematisch wird es "zwischendrin". Denn hier muss (oder zumindest möchte) man irgendwie eine sinnhafte Rangfolge aufbauen, die mit den bisherigen Wertungen (und Werten!) halbwegs konsistent ist. Und schließlich will man sich nicht allzu lächerlich machen, man nimmt sich ja selbst schon ein wenig ernst. Aber wie eingangs beschrieben, ist das sehr schwer und (aus Sicht eines Lesers mit einem eigenen, entwickelten Geschmack) sogar ein bißchen unsinnig. Von den intrinsischen und extrinsischen Varianzen ganz abgesehen, die eine genauere Beschreibung eher wie Textbausteine erscheinen lassen.
Ich bin also überhaupt nicht überrascht oder betroffen, wenn mir Tony Galloney, Colin Hay oder eben UlliB zur Arrivage Bewertungen (und Beschreibungen) um die Ohren schlagen werden. Der Deal geht schließlich in
beide Richtungen: Der Leser darf
auch nicht überrascht sein (siehe z.B. die große 2023-Pontet-Canet-Kontrovese neulich hier). Wir sind schließlich alles erwachsene Menschen. Right? Riight?! Riiiight?!!
(Leute, kauft nicht nach Punkten!)
Cheers,
Ollie