final_scream hat geschrieben: ↑Mi 1. Jul 2026, 18:20
Vielleicht bin ich auch nur zu ungeübt oder geschmacklich unsensibel, um die tatsächlich von Beginn an vorhandenen mineralischen und phenolischen Noten (ich nannte sie oben Reduktion, was vielleicht nicht richtig widergegeben ist) schon von Beginn an hinter der Frucht zu entdecken.
Kurz dazu: Phenolik und Reduktion haben nichts miteinander zu tun und sollten nicht miteinander vermengt werden. Die Phenolik (ich hasse diesen pseudowissenschaftlichen Begriff, aber er ist ja nunmal gebräuchlich) beeinflusst die Haptik des Weins, d.h. das Mundgefühl - der schöne deutsche Begriff
Gerbstoff beschreibt sehr schön, was da passiert. Die Phenole, um die es hierbei geht, sind nicht flüchtig und demzufolge nicht zu riechen.
Reduktive Noten hingegen beeinflussen die Aromatik, d.h. den Geruch des Weins und die Retroolfaktion in vielfacher Weise. Typisch sind Noten von Rauch, von abgebranntem Streicholz oder Schießpulver, gelegentlich auch als "Mineralik" empfundene Noten nach feuchter Erde oder nassen Steinen.
Phenolik beruht auf Traubeninhaltsstoffen (vorwiegend aus der Traubenschale und den Kernen und, soweit bei der Vinifikation mitverwendet, auch den Rappen) und in geringerem Umfang bei der Verwendung von Gebinden aus neuem Holz auch aus dem Fass. Reduktionstöne sind das Ergebnis des Ausbaus unter im chemischen Sinne reduktiven Bedingungen.
Gruß
Ulli