Dies & Jenes - Proben querbeet

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Nora
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Re: Dies & Jenes - Proben querbeet

Beitrag von Nora »

Neulich auf einer Verkostung mit 3 trockenen Rieslingen

Eva Fricke Riesling Kiedrich 2023

Expressive Nase; saftige Gelbfrucht, feine Kräuter; dicht und druckvoll am Gaumen; kalkig-cremige Textur; eine feine lebendige Säure, leichte Feuersteinnoten und ein ganz leichter phenolischer Griff mit einer feinen Bitternote bringen den Wein in eine tolle Balance. Wunderbar gebaut und präzise.

Ein ausgezeichnet gelungener Ortswein, der zugänglich, offen und trinkig ist und sowohl Anfänger als auch geübte Weintrinker begeistern kann. Jetzt trinken!

Koehler Ruprecht Riesling Kallstadter Saumagen Spätlese 2022

Verhaltende Nase auch mit gelber Frucht und etwas Apfel, Kräutern und Holz, alles sehr versammelt und balanciert. Cremig, rund und verdichtet, wie aus einem Guss am Gaumen. Auch die Noten vom Fassausbau passen sich schon gut ein, die Säure ist dezent und reif.

Sehr eleganter und im Gegensatz zum Riesling von Fricke leiser Wein, der einiges an Aufmerksamkeit braucht, um seine Schönheit zu entdecken. Kann noch gelagert werden.

Wie das bei einer Spätlese in so einem warmen Jahr zu nur 11,5 % Alkohol kommt, ist mir allerdings ein Rätsel.

Frank John Riesling Buntsandstein 2023

Zunächst deutliche Kräuternoten und Hefe in der Nase, erdig-würzig; die Fruchtigkeit ist zunächst völlig dahinter versteckt, erst mit viel Luft und Schwenken etwas gelber Pfirsich.

Eine medizinale, leicht bittere Kräutrigkeit begegnet mir dann auch am Gaumen. Von der Struktur ist der Wein fast wie ein Rotwein gebaut, mit viel Fleischigkeit und einer kräftigen Tanninstruktur; dann auch nussige und holzige Noten. Gut unterstützende, runde Säure (BSA).

Anspruchsvoll und sehr komplex. Der wird noch ein zwei Jahre brauchen, um sich zu finden. Derzeit gut als Speisebegleiter für gebratenes und gegrilltes helles Fleisch oder auch Fisch einsetzbar.

VG Nora
Kle
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Re: Dies & Jenes - Proben querbeet

Beitrag von Kle »

Nora hat geschrieben: Do 13. Aug 2026, 21:36
Koehler Ruprecht Riesling Kallstadter Saumagen Spätlese 2022

Verhaltende Nase auch mit gelber Frucht und etwas Apfel, Kräutern und Holz, alles sehr versammelt und balanciert. Cremig, rund und verdichtet, wie aus einem Guss am Gaumen. Auch die Noten vom Fassausbau passen sich schon gut ein, die Säure ist dezent und reif.

Sehr eleganter und im Gegensatz zum Riesling von Fricke leiser Wein, der einiges an Aufmerksamkeit braucht, um seine Schönheit zu entdecken. Kann noch gelagert werden.

Wie das bei einer Spätlese in so einem warmen Jahr zu nur 11,5 % Alkohol kommt, ist mir allerdings ein Rätsel.
die Beschreibung passt auch zur 17er Spätlese, die ich kürzlich probierte. Ein frischer Wein, wie in sich verschmolzen und ohne markante Alterungsnoten. Ich habe noch nie Koehler-Ruprecht in einem so großen Glas getrunken (deutlich größerer Boden als klassisches BDX-Glas), was ihn nach meinem Gefühl sehr gut tat. Nicht, weil es besondere Aromen herauskitzelte, sondern weil sie bedeutungsvoller wurden. Der Geschackssinn schien sich mit dem Glas zu weiten und das wie in sich geschlossene, leicht ölige Frucht-Kräuterelixier besser auf sich wirken zu lassen können. So genoss ich das Versammelte und Leise, wie du es auch beschreibst, mehr als sonst bei Koehler-Ruprecht.

Gruß, Kle
„Wenn man die Augen zumacht, schmeckt er noch bitterer, es ist phantastisch.“
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