Hallo,
ich wollte mal meine Sicht als „nicht-Experte“ zum Thema Punkte darlegen.
Ich bin ja noch nicht so lange im Wein Kosmos unterwegs, konnte mir aber im Laufe der Zeit ein wenig meine Meinung bilden welche Stil-Richtung mir zusagt.
Und Punkte spielen da bei mir nur eine untergeordnete Rolle. Und das aus folgendem Grund.
Die Geschmäcker sind verschieden!
Ich hab ja keine Ahnung welche Vorlieben und Erfahrungen hinter den jeweiligen Punktelieferanten stecken!
Nehmen wir mal die sog. Profi-Experten (Gabriel, Parker, wie Sie alle heissen). Ich hab ein paar Weine von denen getrunken die waren hoch bepunktet. Aber gefallen haben die mir bei Leibe nicht alle! Ja, ein paar waren dabei die haben auch meinen Geschmack getroffen. Aber nur weil einer schreibt der hat 96 Punkte muss er mir ja noch lange nicht schmecken.
Das gleiche gilt für die Punkteverteiler hier im Forum. Ich hab noch keinen von Euch persönlich getroffen oder kenne Eure persönlichen Vorlieben. Woher soll ich dann wissen ob ein Wein, den Ihr mit einer hohen Punktzahl bewertet, auch meinen Geschmack trifft?
Bei Thorsten aber ist das ein klein wenig anders. Ich habe Weine bei Ihm gekauft, die er selbst hoch bewertet hat. Die haben auch mir fast alle ausserordentlich gut geschmeckt. Daraus schliesse ich dass wir einen ähnlichen Geschmack haben. Ich werde also zukünftig Seine Bewertungen anders deuten, als z.B. jene von Susa, Ulli, Bernd, Wolfgang, etc. etc.
Auf der anderen Seite kann ich die Aussagen eines bestimmten Wein-Hauses, nach der Lektüre diverser VKN, ganz gut einordnen. Einfach aufgrund der Art und Weise wie diese Verfasst sind. Da ist kein Punktesystem nötig. Da reicht Prosa durchaus um eine gewisse Systematik zu erkennen.
Deshalb werde ich aber auch keine Punkte-Bewertungen abgeben. Evtl. hätte ich den Edeka Bdx in meiner Unwissenheit mit über 90 Punkten bewertet. Nicht auszudenken!

Und falls jemand auf die Idee kommen sollte aufgrund einer positiven VKN von mir einen Wein zu kaufen, tut er das auf eigene Gefahr. Wenn er Glück hat, hatten wir den gleichen Geschmack. Wenn nicht, kann er damit auch ziemlich auf die Nase fallen. Dann möchte ich aber auch nicht dass man mich dafür an den Pranger stellt, was für einen Schmarrn ich da verzapft habe. Für MICH war das eben der Eindruck.
Deshalb kann ich zwar verstehen dass ein Winzer eine schlechte VKN nicht gerne sieht. Aber man muss diese schon in einen gewissen Kontext sehen. Man kann es halt nicht jedem Recht machen.
Jeder von uns hat eine andere Messlatte und keine davon ist die richtige oder die falsche.
Noch eine Anmerkung zum 100 Punkte System: Warum hat die Skala denn 100 Punkte wenn eigentlich nur der Bereich zwischen 80 und 100 genutzt wird? Ich hab sehr wenig Weine gesehen die unter 80 Punkte bekommen haben. Und die waren dann eher Salatdressing. Ich stelle mir eine 100 Punkte Skala so vor dass alles im Bereich um die 50 Punkte „normaler Durchschnitt“ ist. (ist ja auch rechnerisch die Mitte). Alles drüber ist gut alles drunter schlecht.
Wenn 80 Punkte so unterirdisch ist, dann kann ich gleich die 20er Skala nehmen. Aber da gibt’s auch keinen Wein der nur 10 von 20 bekommen hat…
Gruss
Marko