Egon Schäffer

Ralf Gundlach
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Re: Egon Schäffer

Beitrag von Ralf Gundlach »

Ich habe vor ein paar Tagen eine e-mail ans Weingut gesendet wegen dem 2019 Rivaner und dessen Sauvignon Blanc Noten. Egon Schäffer hat mir zurückgeschrieben, sein Sohn Peter wird dazu hier was schreiben, wenn er Zeit hat. Vorweg: es hat nichts mit irgendeiner Hefe oder ähnlich "manipulativen" Eingriffen zu tun. Und aufsäuern werden die Schäffers ganz sicher auch nicht.

Gruß

Ralf
amateur des vins
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Re: Egon Schäffer

Beitrag von amateur des vins »

Ralf Gundlach hat geschrieben:Und aufsäuern werden die Schäffers ganz sicher auch nicht.
Kann ich erstmal so glauben, gerade weil 5,8 g/l ja nicht die Welt und völlig im Rahmen sind. Dennoch kam mir die Säure erstaunlich prominent und separat vor, wie ich es eben beim Aufsäuern erlebt habe, und wie ich sie meiner bescheidenen Erfahrung nach bei Silvaner nicht erwarte, erst recht nicht 2018. Andererseits schmeckt sie auch nicht apfelig.

Für sachdienliche Hinweise, die zur Ermittlung oder Überführung der Verursacher führen, wird ein Belohnung in Höhe von einem herzlichen Danke ausgesetzt.
Besten Gruß, Karsten
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UlliB
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Re: Egon Schäffer

Beitrag von UlliB »

So, noch zwei mal Egon Schäffer:

Escherndorf Müller-Thurgau Alte Reben 2019 Nein, hier gibt es keinerlei Sauvignon Blanc - Noten. Allerdings auch nichts, was auf MT hinweisen würde. Weiter oben schrieb jemand Chardonnay, was angesichts der ziemlich feinen Zitrus-Noten tatsächlich gut sein könnte. Zurückhaltende Frucht, würzig, viel Substanz, straff, und in einem abstrakten Sinn durchaus sehr gut. Ich frage mich nur, als was (und von wo) man diesen Wein einordnen würde, wenn man ihn blind ins Glas bekommen würde.

Escherndorf Am Lumpen 1655 Riesling GG 2017 Ganz im Hausstil: sehr zurückhaltende Frucht, Würze und viel Dichte, für Riesling eher wenig Säure, dadurch für meine Begriffe (!) spannungsarm.

Und damit war's das für mich mit diesem Erzeuger: das ist absolut nicht meins, und ich buche die Bestellung dort mal ganz einfach als Flop ab. Und die vage ins Auge gefasste Idee, da irgendwann mal vorbeizufahren, vergesse ich auch gleich - die Hausstilistik gefällt mir überhaupt nicht. Wobei ich schon verstehen kann, warum es Leute gibt, die das mögen. Aber ich halt nicht :|

Gruß
Ulli
Michl
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Re: Egon Schäffer

Beitrag von Michl »

Lieber Ralf, herzlichen Dank für die Empfehlung des 19er Rivaners, den ich gerade auch im Glas habe.
Ich stimme dir in allem zu, was du geschrieben hast (leider weiß ich nicht, wie man ätere Beiträge zitieren kann), vor allem auch zur Freude, die einen bei diesem Wein im Kontext seines Preises (aber nicht nur deshalb) ergreifen kann. Die schlanke, belebende und durchaus auch nicht wenig nachhaltige Art gefällt mir aussgesprochen gut. Besser geht es zu diesem Preis nicht, und das mit diesem (trotz der SB-Noten) nicht fruchtzentriertem Gesamtcharakter. (Im Übrigen stört mich die SB-Aromatik in nicht die Bohne und das, obwohl ich mit der Rebsorte einige unschöne Erlebnisse hatte)

Wenn ich zitieren könnte, würde ich noch Bernds Worte wiedergeben, denn auch ich finde an diesem Wein mehr Gefallen als an den ambitionierter auftretenden Alten Reben MTs.

Super Tipp! Danke!
Viele Grüße

Michl
Ralf Gundlach
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Re: Egon Schäffer

Beitrag von Ralf Gundlach »

Michl hat geschrieben:Lieber Ralf, herzlichen Dank für die Empfehlung des 19er Rivaners, den ich gerade auch im Glas habe.
Ich stimme dir in allem zu, was du geschrieben hast (leider weiß ich nicht, wie man ätere Beiträge zitieren kann), vor allem auch zur Freude, die einen bei diesem Wein im Kontext seines Preises (aber nicht nur deshalb) ergreifen kann. Die schlanke, belebende und durchaus auch nicht wenig nachhaltige Art gefällt mir aussgesprochen gut. Besser geht es zu diesem Preis nicht, und das mit diesem (trotz der SB-Noten) nicht fruchtzentriertem Gesamtcharakter. (Im Übrigen stört mich die SB-Aromatik in nicht die Bohne und das, obwohl ich mit der Rebsorte einige unschöne Erlebnisse hatte)

Wenn ich zitieren könnte, würde ich noch Bernds Worte wiedergeben, denn auch ich finde an diesem Wein mehr Gefallen als an den ambitionierter auftretenden Alten Reben MTs.

Super Tipp! Danke!
Hallo Michl,

das freut mich sehr! Mich freut aber auch insgesamt die Diskussion und die unterschiedlichen Meinungen zu den Schäfferchen Gewächsen. Auch wenn sie nicht nur positiv ausfallen. Ich hoffe, das Peter Schäffer Zeit findet, sich zu dem "Werdegang" dieses Rivaners zu äußern.

Gruß

Ralf
Bernd Schulz
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Re: Egon Schäffer

Beitrag von Bernd Schulz »

UlliB hat geschrieben:...Zurückhaltende Frucht, würzig, viel Substanz, straff, und in einem abstrakten Sinn durchaus sehr gut....
"In einem abstrakten Sinn durchaus sehr gut" ist in Bezug auf Wein eine herrliche Formulierung, die ich mir merken und demnächst mal irgendwo anbringen werde! ;)

Ich habe den 19er Müller-Thurgau "Alte Reben" gerade erneut im Glas; mir macht dieser Wein nach wie vor genug konkrete Freude. Nicht zuletzt auch wegen der sehr lebendigen, aber feinen Säure, die man so bei einem Müller-Thurgau sonst kaum findet.

Aber der 2019er Rivaner gefällt mir im Hinblick auf den Spaßfaktor tatsächlich noch etwas besser.
Ralf Gundlach hat geschrieben: Mich freut aber auch insgesamt die Diskussion und die unterschiedlichen Meinungen zu den Schäfferschen Gewächsen.
Dito! Wobei es menschlich ist, dass man Zustimmung erst einmal erfreuter zur Kenntnis nimmt als Äußerungen, die der eigenen Wahrnehmung und dem eigenen Geschmack wenig entsprechen ;) :twisted: . Aber letztlich finde ich es dann doch spannend und schön, auch gerade hier in diesem Thread die unterschiedlichsten Herangehensweisen und Vorlieben zu erleben....

Herzliche Grüße

Bernd
Lars Dragl
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Re: Egon Schäffer

Beitrag von Lars Dragl »

Hallo!

Nochmals zum Egon Schäffer Escherndorf M-T Alte Reben 2019. Ich hatte den Wein jetzt schon mehrmals gegen den Heugumber Gutedel 2018 von Ziereisen, den ich auch gerne mal zum kochen offen habe. Da ist aus meiner Sicht von der Qualität her nicht viel um, ansonsten sind die Weine natürlich sehr unterschiedlich. Der Gutedel ist 2€ günstiger, hat wohl aber nicht ganz die Reserven wie der M-T. Mir persönlich gefällt gerade der Heugumber etwas mehr.

Grüße

Lars
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OsCor
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Re: Egon Schäffer

Beitrag von OsCor »

Lars Dragl hat geschrieben:Ich hatte den Wein jetzt schon mehrmals gegen den Heugumber Gutedel 2018 von Ziereisen, den ich auch gerne mal zum kochen offen habe.
Kurze OT-Frage: Was heißt für dich „zum Kochen offen”? Kommt der in eine Soße, löscht du was ab damit oder hältst du dich damit einfach bei Laune während des Kochvorgangs?

Gruß
Oswald
Lars Dragl
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Re: Egon Schäffer

Beitrag von Lars Dragl »

Hallo Oswald!

Kommt oft ins Risotto oder in die Lauchquiche, weil Gutedel da nicht so herausschmeckt wie Riesling. Da wird dann natürlich auch oft was davon genascht :D

Grüße

Lars
Bernd Schulz
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Re: Egon Schäffer

Beitrag von Bernd Schulz »

Um es ehrlich zu sagen: Zum Kochen sind mir solche Weine wie der "Alte Reben" oder der "Heugumber" schon zu schade. Ich kenne zwar den auch und gerade den Kochwein betreffenden Grundsatz "Wenn man nichts Vernünftiges in den Topf tut, kommt auch nichts Vernünftiges heraus", aber bei den meisten (nicht allen!) Gerichten habe ich die Erfahrung gemacht, dass man nach der Kochprozedur von der ehemaligen Qualität des Weins fast nichts mehr schmecken kann (solange man kein auf limonadige Frucht getrimmtes Supermarktgerümpel aus der 2,99-Kategorie verwendet - so etwas nehme selbst ich alter Geizkragen nicht als Kochprodukt her).
Lars Dragl hat geschrieben:Nochmals zum Egon Schäffer Escherndorf M-T Alte Reben 2019. Ich hatte den Wein jetzt schon mehrmals gegen den Heugumber Gutedel 2018 von Ziereisen, den ich auch gerne mal zum kochen offen habe. Da ist aus meiner Sicht von der Qualität her nicht viel um, ansonsten sind die Weine natürlich sehr unterschiedlich.
Der "Heugumber", den ich als Basiswein ebenfalls sehr zu schätzen weiß, hat - wenn ich mich richtig erinnere - einfach deutlich weniger Säure als Schäffers Müller "Alte Reben". Und damit wirkt er auf mich etwas eindimensionaler, was sich in einer um vielleicht zwei, drei Pünktchen niedrigeren Bewertung niederschlägt. Aber natürlich kann man das auch anders sehen....jedenfalls fehlt es dem "Heugumber" nicht an Substanz und Charakter....

Herzliche Grüße

Bernd
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