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Re: Bordeaux 2025
Verfasst: Fr 1. Mai 2026, 12:12
von Löhlein
UlliB hat geschrieben: ↑Fr 1. Mai 2026, 12:02
...
Da ist die Sache allerdings völlig klar. Die verbindliche Festlegung eines (Mindest-)Endverbraucherpreises durch den Erzeuger ist rechtswidrig, und kein Händler bräuchte sich daran zu halten. Aber da steht natürlich die Drohung dahinter, einem solchen Händler fortan "den Hahn zuzudrehen". Auch das wäre ein klarer Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht, dagegen könnte der Händler klagen, aber das würde dauern, wäre kompliziert (Klage über Ländergrenzen hinweg), und wäre entsprechend teuer. Wie man ein Urteil am Ende durchsetzt, wäre dann auch noch die Frage. Da sind lieber alle brav und spielen mit.
Gruß
Ulli
Da hast du sicher recht, ich wollte es nicht so konkret benennen..
Aber wer weiß, vielleicht handelt es sich dabei ja um die sog. französösische Weinpreisbindung, sozusagen das nicht normierte Pendant zur deutschen Buchpreisbindung. Es wird schließlich auch ein Kulturgut geschützt...

Re: Bordeaux 2025
Verfasst: Fr 1. Mai 2026, 12:43
von Ollie
Bemerkenswerte Entwicklung auf dem Kritikermarkt. Es ist ja nicht nur Kelley bei Pontet-Canet, sondern offenbar auch Yohan Castaing bei Smith-Haut-Lafitte und Jeff Leve bei Claire & Gonzague Lurton (Ferrière und Haut Bages Libéral bzw. Durfort-Vivens), die gebeten wurden, nicht mehr zu kommen (entnehme ich jedenfalls dem Wineberserker-Strang). Leve hat sich schon vor zwei oder so Jahren recht negativ über den grassierenden Amphorenausbau geäußert, und auch Kelley betont (überbetont?) als Winzer, der er ja auch noch ist, sehr die Erzeugungsmethoden.
Auf seinem Youtube-Kanal hat Matthias Hilse ein
Video von Pontet-Canets Keller eingestellt. Bei PC wird offenbar alles so anders wie nur irgend möglich gemacht, da wird Kelley mächtig von beeindruckt gewesen sein. Vielleicht hat ihn das überzeugt, die Qualität des Weins zu würdigen?

(Die Küferarbeit der eiförmigen Holzfässer ist echt Eins-A, sehr gutes Handwerk.)
Cheers,
Ollie
Re: Bordeaux 2025
Verfasst: Fr 1. Mai 2026, 13:11
von pessac-léognan
Ich dachte immer, das seien Beton-Eier...
An Küfer-Ei hätte ich nun wirklich nicht gedacht.
Da müssen ja selbst Beton-Köpfe von Kritikern beeindruckt sein!
Re: Bordeaux 2025
Verfasst: Fr 1. Mai 2026, 14:03
von Ollie
pessac-léognan hat geschrieben: ↑Fr 1. Mai 2026, 13:11
Ich dachte immer, das seien Beton-Eier...
Ich auch! Aber: Das waren wohl nie Beton-Eier oder -Amphoren, sondern das Material heißt auf Französisch
grès. Gemeint ist aber nicht Sandstein (wie ich mal dachte), sondern
Steinzeug (link geht zur deutschen Wikipedia).
Und zu meiner großen Überraschung gehört Stein
zeug, nicht zu verwechseln mit Stein
gut, zur Klasse des Sinterzeug, so wie *Trommelwirbel*
Porzellan. Das erklärt die bereits hier im Forum geführte Diskussion über Porzellanbehälter, und mittlerweile bin ich davon überzeugt, daß es dabei immer um Steinzeug ging.
Die Amphoren haben außen eine rauhe Oberfläche, wie Terracotta, stauben aber nicht und klingen wie eine Glocke, wenn man dagegenschlägt. Wandstärke so etwa 5cm, geschätzt.
Cheers,
Ollie
Re: Bordeaux 2025
Verfasst: Fr 1. Mai 2026, 15:20
von AmonA
Danke für den Link und deine Infos zu den BDX 25!
Re: Bordeaux 2025
Verfasst: Fr 1. Mai 2026, 22:13
von Speedsocke
Der Aufwand, der bei Pontet Canet betrieben wird, ist nach meiner Wahrnehmung schon enorm.
Ich hatte die Möglichkeit, das Weingut einmal zu besuchen. Und ich meine, mich zu erinnern, dass erzählt wurde, dass die Patient separat ausgebaut werden. Das an sich ist ja nichts. Total besonderes. Bei den Amphoren, in denen die Weile jedoch reinkommen, ist wohl ein Teil des Lehms beziehungsweise des Bodens enthalten, so dass die jeweiligen Parzellen möglichst auch ein Stück weit in ihren angestammten Gefilden ausgebaut werden. Und das fand ich tatsächlich beeindruckend und hat sich irgendwie bei mir in den Erinnerungen so verfestigt.