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Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Verfasst: Di 21. Jun 2011, 22:53
von Frankie Wilberforce
susa hat geschrieben:Auch auf die Gefahr hin, jetzt von der gesammelten Rasselbande des elitären Snobismus geziehen zu werden, aber mir erschließt sich nicht recht, wieso ich Weine im 10€-Segment subskribieren sollte. Selbst wenn sie bis zur Arrivage 25% im Preis zulegen sollten, dann kosten sie dann eben 12.50€ und dann habe ich aber die Möglichkeit mir erst mal eine oder zwei Probeflaschen zu kaufen und zu probieren.

Subskribieren macht doch nur da Sinn, wo zu erwartende Preissteigerungen wirklich ins Geld gehen (25% auf 50€ sind ja schon ne andere Hausnummer, wenn man dann auch noch in Kistenstärke multiplizieren muss) oder nur so geringe Mengen im Markt sind, dass zu befürchten steht, ein Wert ist bis zur Arrivage schon ausverkauft (was aber wohl auch nur eher eine theoretische Option ist) ;).

Ansonsten ist es verdächtig ruhig an der Preisfront, die spielen wohl das alte Spiel "wer sich zuerst bewegt, hat verloren" ;)

lieben Gruß
susa

Da bin ich "Voll und Ganz" bei Susa. Erst im Preissegment von 30 bis 50 € aufwärts, macht das subsen wirtschaftlichen Sinn. Vorausgesetzt, die EVP Preise sind icht aberwitzig hoch angesetzt wie 209 und 2010 ;)...

Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Verfasst: Di 21. Jun 2011, 22:54
von Frankie Wilberforce
tubermagnatumpico hat geschrieben:
innauen hat geschrieben:Hallo Susa,

auch das Niedrigpreissegment KANN in der Subskription Sinn machen. Die Aufschläge betragen nicht selten mehr als 50 Prozent. Das würde ich aber nur machen, wenn ich ein Gut lange kenne. Insofern kommen dafür am Ende eben doch nur wenige Kandidaten in Betracht.

Grüsse,

Wolf
Stimmt. Wenn ich an den guten Chateau Brun 2005 denke ... da waren es fast 100%.

Wie gut, dass ich den Chateau Brun 2005 auch ganz zu Anfangs gesubst habe, und der ruht jetzt schön in seiner OHK.... ;) :D

Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Verfasst: Di 21. Jun 2011, 23:03
von Frankie Wilberforce
Liebe Leut,
jetzt sagt mir mal, welchen Wein im Preis von bis zu 50€/Flasche es sich wirklich lohnt zu subsen?
Welcher Wein in dieser Preisregion ist Euer "Hero BDX 2010" ?

Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Verfasst: Di 21. Jun 2011, 23:21
von innauen
Hallo,

von unten nach oben

1) Senejac (schon der 2000er war genial und die neue Bewirtschaftung macht es bestimmt noch besser. Kostet bei der Arrivage bestimmt 20 Euro)
2) Clos de Jaugueyron, Haut Medoc (in jedem Jahr)
3) Seguin (aufstrebender Stern aus Pessac, tolles Terroir)
4) Poujeaux und Chasse Spleen (heimliche GCC aus dem Moulis, Klassiker mit hohem Reifepotential)
5) Batailley (der letzte bezahlbare GCC mit Niveau)
6) La Dominique (Nachbarschaft zu Cheval Blanc, spätestens mit dem 2008er wieder auf dem aufsteigenden Ast)

Sodann noch möglicherweise Sociando Mallet, Capbern Gasqueton, Ormes de Pez, Petit Eglise, Clos Puy Arnauld (letzter wird bei der Arrivage aber nicht unbedingt teurer sein).

Grüße,

wolf

Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Verfasst: Di 21. Jun 2011, 23:24
von RWF
dazino hat geschrieben:Hoi Goce

Ratlos hat mich vor allem der spritige Gesamteindruck gemacht und die eingekochten Früchte. Wenn ich da die Notizen von Vinum oder Winedoctor lese deckt sich das überhaupt nicht mit meinen Eindrücken. Z.B. Vinum Frische ... perfekt eingebundener Alkohol ... Balance oder Winedoctor very creamy and glossy style ... there is good acidity here keeping it fresh.

Falls, wie von mir vermutet, unser Muster nicht ganz auf der Höhe war muss ich mich natürlich fragen, ob solche Veranstaltungen für Laien wie mich überhaupt Sinn machen. Es gab nämlich doch einige Muster die für mich etwas ausser Form schienen. Dies deckt sich auch mit den Eindrücken von Adrian, der einige Weine in Bordeaux direkt ab Chateaux nochmals verkosten durfte.

Kann aber auch an meinen eher beschränkten Verkostungserfahrungen von Primeurs liegen, da Adrian die Frische entdeckt hat die mir entgangen ist. ;)

Gruss
David
Hoi und Hi,
erstmal danke für die Eindrücke. Der Zeitpunkt spielt eine grosse Rolle, darum sind Verkoster, die die Weine über Stunden verfolgen können auch so im Vorteil.
Sehr gut besprochen ist der Wein auch bei Revue du Vin de France als "coup de coeur" und bei R. Gabriel ... ich überlege noch, aber werde es evtl. wagen .... insgesamt gibt es doch viele gute Meldungen ...

Grüsse

Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Verfasst: Mi 22. Jun 2011, 08:11
von harti
RWF hat geschrieben: Hoi und Hi,
erstmal danke für die Eindrücke. Der Zeitpunkt spielt eine grosse Rolle, darum sind Verkoster, die die Weine über Stunden verfolgen können auch so im Vorteil.
Sehr gut besprochen ist der Wein auch bei Revue du Vin de France als "coup de coeur" und bei R. Gabriel ... ich überlege noch, aber werde es evtl. wagen .... insgesamt gibt es doch viele gute Meldungen ...

Grüsse
Hallo RWF,

mir hat Beauregard ebenfalls gut gefallen, ich habe Folgendes notiert: Schwarzkirsche, Himbeere, angenehm; ausgewogen am Gaumen, angenehme Süße, nicht zu viel Alkohol, recht milde Säure, mineralisch, nicht sehr komplex, 90-93.

Ich habe Beauregard unter "Zechwein" (im besten Sinne) abgespeichert. Allerdings hat mich der Primeurpreis anfänglich abgeschreckt, im Kontext der nunmehr bekannten Preise ist dieser Wein aber sicher nicht zu teuer.

Kaufen werde ich ihn gleichwohl nicht, da ich mich zwischenzeitlich für Petite Eglise entschieden habe, meine Notiz dazu: Sauerkirsche, rund, hat Biss und Tiefe, Kirschkern, gute Länge, Mineralität, sehr interessant, wird sich entwickeln, 90-93

Grüße

Hartmut

Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Verfasst: Mi 22. Jun 2011, 08:42
von UlliB
innauen hat geschrieben:5) Batailley (der letzte bezahlbare GCC mit Niveau)
Hallo Wolf,

nachdem Batailley dieses Jahr ordentlich angezogen hat, bewegt er sich preislich in unmittelbarer Nähe seiner Pauillac-Kollegen Haut Bages Liberal und Haut Batailley. Beide würde ich nun nicht gerade als niveaulos bezeichnen wollen - aus meiner Sicht ist die Wahl zwischen den dreien in vielen Jahren eher eine Geschmacks- als eine Qualitätsfrage.

Auch wenn ich den 10er nicht im Glas hatte, würde ich als preisgünstigen GCC unter Umständen noch Cantemerle in Betracht ziehen. Das Gut ist zu absolut spektakulären Leistungen fähig (der 89er ist einer der absoluten Topweine des Jahrgangs, und auch der 96er ist nicht zu verachten), war aber viele Jahre lang geradezu kriminell unbeständig. Das soll sich aber gebessert haben, und der 10er wird von den Profis fast durchweg positiv gesehen. Ist für unter 30 Euro die Flasche zu haben und kostet damit weniger als die drei oben genannten.

Gruß
Ulli

Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Verfasst: Mi 22. Jun 2011, 09:11
von kristof
innauen hat geschrieben:5) Batailley (der letzte bezahlbare GCC mit Niveau)
Naja. Ferriere?

Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Verfasst: Mi 22. Jun 2011, 09:23
von harti
Hallo zusammen,

auch wenn der Fokus auf GCC gelegt wird, sollte man trotzdem nicht das Terroir vergessen. Ein Pauillac bleibt ein Pauillac und lässt sich weder durch einen Margaux noch durch einen Haut Médoc ersetzen. (Und durch einen Moulis eh' nicht).

Wenn nach Alternativen zu den drei genannten Pauillacs gesucht wird, dann könnte man sich z.B. bei den Zweitweinen in Pauillac umschauen (Les Tourelles ist z.B. sehr gut in diesem Jahr). Auch Pibran als CB ist nicht zu verachten.

Grüße

Hartmut

Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Verfasst: Mi 22. Jun 2011, 09:33
von Mr. I
UlliB hat geschrieben:
innauen hat geschrieben:5) Batailley (der letzte bezahlbare GCC mit Niveau)
[...]preislich in unmittelbarer Nähe seiner Pauillac-Kollegen Haut Bages Liberal und Haut Batailley. [...]
Auch wenn ich den 10er nicht im Glas hatte, würde ich als preisgünstigen GCC unter Umständen noch Cantemerle in Betracht ziehen. [...]
Belgrave und La Tour Carnet passen auch noch in genannte Preisklasse und sind beide im Schnitt leicht besser bewertet wie 2009 - haben aber auch beide den Preis entsprechend erhöht! Trotzdem noch deutlich unter 30€ zu bekommen, wobei imho großartige Preissteigerungen auch nicht mehr zu erwarten sind...
harti hat geschrieben:[...]Ein Pauillac bleibt ein Pauillac und lässt sich weder durch einen Margaux noch durch einen Haut Médoc ersetzen. (Und durch einen Moulis eh' nicht).[...]
apropos Pauillac: Wie ist den der CB Bellegrave (glaube gleiche Eigentümer wie du Glana in St. Julien) zu beurteilen?

Gruß!