Wie angedroht, jetzt der Nachfolgejahrgang der beiden:
Egon Schäffer, Rivaner 2019
Egon Schäffer, Müller-Thurgau 2019
Das ist ein
komplett anderer Schnack als die 2018er! Und in Anbetracht des Preises kann ich die Elogen nachvollziehen.
Der Rivaner deutlich blasser sowohl als der MT, als auch als sein älterer Bruder. Auch das Rötliche fehlt.
In der Nase tatsächlich deutliche SB-Assoziation, und zwar eher auf der grünen Seite (Stachelbeere, mit etwas Maracuja; Cassis eher nicht. Garnicht barock, sondern eher leicht straff und mit Zug; die leichte Kohlensäure kommt dabei wirklich gut. Leichte bis (für Weißwein) mäßige Adstringenz. Anhaltender Frischeeindruck. (2,5 RZ, 5,9 S)
Der Müller-Thurgau hellgold, ganz ähnlich dem 18er. erheblich dichter. Keine SB-Assoziation; erinnert eher an Chardonnay. Wenig Frucht, andeutungsweise dunkelgelb/orange (Mango, eine Spur Orange). Etwas zugänglicher als der Rivaner, weil praktisch garnicht herb. Geringügig deutlichere Adstringenz. Auch hier ganz leichte Kohlensäure, die der ausreichenden Säure unter die Arme greift. (4,3 RZ, 6,6 S)
Ah!

Der RZ erklärt vmtl. auch, warum mir der Rivaner im Moment ein bißchen besser gefällt.

Er wirkt auf mich etwas straffer und weniger glatt.
Beide Weine sind für meinen Geschmack
wesentlich interessanter und besser gelungen als im Vorjahr! Natürlich sind das keine Komplexitätsmonster, aber sie sind sauber, ausgewogen und hinreichend frisch. Und beiden geht sowohl Kaugummi als auch Bitternote im Abgang komplett ab. Das bestätigt nur einmal mehr, daß meine Schwierigkeiten mit 2018, noch dazu aus Franken, nicht unbedingt die Ausnahme darstellen.
Hatte ich gerade noch geunkt, daß ich im Preissegment unter zehn Euro kaum 'was finde, das mir Spaß macht? Wenn sich der Ersteindruck bestätigt, habe ich hier die Gegenentwürfe im Glas.
