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Re: Martin Müllen
Verfasst: Di 18. Sep 2012, 20:56
von Ostbelgier
Hallo zusammen,
vor kurzem hatte ich die Möglichkeit, Martin Müllen endlich einmal in seinem Verkostungsraum in Traben-Trarbach persönlich zu besuchen. Ein Besuch, der sich sehr gelohnt hat, denn sowohl die Weine als auch der Mensch sind mehr als einen Besuch wert. Was Herr Müllen dort als Aufbauleistung in den letzten 20 Jahren vollbracht hat, ist aller Ehren wert.
Die letzten 2 Tage habe ich nun 2 Weine von ihm ausführlich betrachtet und natürlich getrunken. Zunächst der mitgebrachte Kröver Steffensberg Kabinett 2004. Blasse Farbe, augenscheinlicher sehr jugendlicher Eindruck. Unmittelbar nach dem Öffnen heftiger, hefewürziger Kräuterduft, der sich mit Luft und Zeit harmonisiert. Ein Leichtwein von 8,5 Vol.% von fast tänzerischer Finesse mit ausgeprägtem, typisch 2004haftigem Säuregerüst und feinen Zitrusnoten, besonders Limette. Nicht sehr tief, aber ausgesprochen elegant.
Heute nun die Kröver Paradies Auslese trocken 1995. Ein grossartiger und erstaunlicher Wein ! Das tiefe Gelb, welches Reife anzeigt, funkelt im Glas. Der herrliche Duft nach Grapefruit, Limette und feinen Kräutern betört die Sinne. Am Gaumen fest und elegant, auf grossem mineralischem Fundament gebaut. Schafft das Kunststück, geschmacklich üppig, von großer Tiefe und gleichzeitig angenehm schlank zu sein. Grpße Kunst, sollte als Medizin auf Rezept verkauft werden. Für meinen Geschmack jenseits der 90 Punkte.
Viele Grüße
Markus
Re: Martin Müllen
Verfasst: Di 18. Sep 2012, 22:14
von argentum
Hallo Markus
Auch wenn ich persönlich nicht jeden Riesling mag gibt es den einen oder anderen der mich beeindruckt hat. Und jenseits der mir bekannten klassisch grossen Namen von der Mosel (welches für meinen Geschmack die Archetypen des deutschen Rieslings sind) war dies mit Bestimmtheit der sympathische Martin Müllen mit seiner einzigartigen Palette an Rieslingen.
Ich war alleine schon wahnsinnig angetan von seinem 2011er Kabinett vom Hühnerberg. Wahrlich ein Riesling mit Struktur. Und ebendies, was mir auch so enorm im Geiste hängen blieb: Struktur!
Von daher kann ich dir gut nachfühlen, ich war nach dem Besuch bei Müllens sehr happy etwas neues und absolut tolles entdeckt zu haben.
Re: Martin Müllen
Verfasst: Fr 26. Okt 2012, 23:30
von Ralf Gundlach
Tja, so kann es einen gehn, wenn man bei Ebay einen Wein von Martin Müllen schießen will und es dabei einen kleinen Zusatz im Namen gibt, die 97er Spätlese Kröver Paradies passte, das Weingut Müllen auch allerdings heißt es richtigerweise
Müllen-Müller und der Wein besitzt nicht mal ansatzweise die Klasse der Rieslinge von Martin Müllen, positv gesagt: er lebt noch, man kann ihn sogar noch unfallfrei trinken, aber alles was diesen Jahrgang so faszinierend ausmacht findet man in diesem Wein nicht, müde Säure, kein Spiel, eher breit wirkend, was sagt mir das?? Weine direkt beim Winzer kaufen ist die sichere Seite....
Gruß
Ralf
Re: Martin Müllen
Verfasst: Fr 26. Okt 2012, 23:46
von Erdener Prälat
Ralf Gundlach hat geschrieben:Weine direkt beim Winzer kaufen ist die sichere Seite....

Das ist, was ältere Jahrgänge betrifft, aber nur bei wenigen Erzeugern machbar:-)
Re: Martin Müllen
Verfasst: Sa 27. Okt 2012, 09:28
von Bernd Schulz
Das ist, was ältere Jahrgänge betrifft, aber nur bei wenigen Erzeugern machbar:-)
Stimmt zwar - aber genau bei Martin Müllen ist es machbar! Die Auswahl an älteren Jahrgängen ist faszinierend groß.
Beste Grüße
Bernd
Re: Martin Müllen
Verfasst: Fr 9. Nov 2012, 22:53
von Bernd Schulz
Die trockene Hühnerberg-Spätlese* aus 05, die über ein Jahr im Fuder vor sich hingegoren hat, ist fraglos ein Ausnahmewein:
Für eine noch höhere Bewertung fehlt es mir - wie so oft bei diesem vollfetten Typus im GG-Stil - an der letzten Finesse. Aber sehr spannend zu trinken ist so etwas allemal.
Beste Grüße
Bernd
Re: Martin Müllen
Verfasst: So 25. Nov 2012, 23:35
von Bernd Schulz
Auch bei diesem 05er handelt es sich fraglos um einen sehr guten Wein:
Einer meiner Lieblingsjahrgänge wird 2005 wohl niemals werden; eine erste Trinkreife der restsüßen Exemplare kann ich allerdings jetzt vielfach feststellen. Bei mehr Säure als Kontrapunkt zur reichlich vorhanden Süße hätten etliche Weine das Zeug zu einer staunenswerten Größe - aber die Säure fehlt halt dann doch...
Beste Grüße
Bernd
Re: Martin Müllen
Verfasst: Do 13. Dez 2012, 20:09
von Allegro
Guten Abend,
hat hier eigentlich schon mal jemand den Trabener Königsberg Rotwein trocken 2009 gekostet ? Nachdem heute ja die neue Preisliste angekommen ist und ich bisher nur den 2008er hatte und hier auch noch nichts über den 09er zu lesen ist, würde mich das interessieren ...
Übrigens: ab sofort gibt es auch einen Spätburgunder aus 2011 mit sehr ambitioniertem Preis

- aber den hat wahrscheinlich noch niemand kosten könnnen, oder ?
Und frischen Sekt gibt es endlich auch mal ...
Viele Grüße - Allegro
Re: Martin Müllen
Verfasst: Fr 4. Jan 2013, 22:58
von Ralf Gundlach
Im November war ich in Traben-Trarbach und konnte ein Großteil der 011er Kollektion von Martin Müllen verkosten, die mich durch die Bank überzeugt hat, wenn ich die Bewertungen im GM sehe kann ich nur den Kopf schütteln, peinlich, peinlich, denn die Weine sind nicht wirklich kompliziert zu trinken in 011

nachdem ich die Bestellung aufgegeben hatte, war auch schon mein Weihnachtsgeld deutlich dezimiert, bereut habe ich es nicht mal ansatzweise, denn es gibt halt nur ganz, ganz wenige Winzer an der Mosel, die auf diesem Niveau geniale restsüsse wie auch trockene Rieslinge produzieren, und der 08er Dornfelder (nicht als solches deklariert ) ist m.E. dass Beste, was man aus solch einer bescheidenen Rebsorte produzieren kann. Im Moment befindet sich der
011er Trabacher Hühnerberg Kabinett trocken in meinem Glas, er riecht ganz klar nach Spontangärung, am Gaumen zeigen sich die floralen Noten des Hühnerbergs, sehr mineralisch mit einer kleinen, feinen Weinbergspfirsichnote, im Moment wirkt er etwas verschlossen und zeigt noch nicht alles, geht eher als Spätlese durch, 86-87+ Punkte,
Gruß
Ralf
Re: Martin Müllen
Verfasst: Do 24. Jan 2013, 20:14
von Bernd Schulz
Bei mir sind gerade ein paar 2011er von Martin Müllen eingetroffen. Im Glas liegt jetzt eine trockene Spätlese:
Martin Müllen hat inzwischen eine enorme Stilsicherheit erreicht. Die Weine zeigen stets einen ursprünglichen, ungestylten Charakter, ohne rustikal und ungeschliffen zu wirken. Es geht höchstens anders, aber kaum besser.
Viele Grüße
Bernd