Re: MEDOC 2024
Verfasst: Mo 27. Mai 2024, 18:55
Selbstverständlich ist der Eigentümer/Winzer für seine Flächen verantwortlich. Regeln gibt es da durchaus. Er kann nur keine Kulturmaßnahmen mehr durchführen, weil er schlicht nicht mehr über die wirtschaftlichen Mittel verfügt.
Die Rodungsprämien gingen ja großartig durch die Presse, als Subvention und Geschenke für Winzer. Dabei verliert der Winzer, der diese 6.000 € Prämie pro ha annimmt für 30 Jahre das Recht auf dieser Fläche Reben zu pflanzen. Wenn die Rodungskosten von 2.500 € pro ha bezahlt sind, bleiben ihm immerhin noch 3.500 € pro ha - einmalig… Problem: Was kann er mit den Flächen machen? Wovon soll er leben? Ausgerechnet das gute Terroir ist für andere Kulturen nicht so dolle und eine neue Mechanisierung kostet mal eben ein Vermögen. (Mit dem Trauben-Vollernter lässt sich nun mal kein Getreide dreschen). Bliebe noch Schafhaltung – Laut zuletzt veröffentlichter Statistik ging es den Vieh-/Landwirten noch schlechter als den Winzern. Im Sinne einer landwirtschaftlichen Nutzung wird das Land durch eine Aufgabe der Rebenkultur zu ‚marginalen Flächen‘.
Photovoltaik ist so gut wie ausgeschlossen auf landwirtschaftlicher Nutzfläche sind max 40% Nutzung erlaubt und Landwirtschaft muss weiter betrieben werden dann sind wir wieder bei den Schafen… (Wald darf dafür übrigens gerodet werden mit anschließender 100% Photvoltaiknutzung …)
Also passiert nix. Auch in der Hoffnung, dass nächstes Jahr alles besser wird und die Flächen wieder kultiviert werden können – was ich aber mehr für ein Wunschdenken halte. Die Krankheiten sind schwer wieder raus zu bekommen und der Rebschnitt… Der Aufwand ist enorm auch die Wiederanschubfinanzierung.
Wird gerodet (ohne Prämie) muss innerhalb von 8 Jahren neu gepflanzt werden, sonst sind die Pflanzrechte verloren. Hierfür braucht es aber einen enormen Preisanreiz, denn die ‚alte‘ Rebanlage wurde zu Vor-Inflationskosten erstellt und mittlerweile sind diese einiges höher. Waren diese verhältnismäßig günstigen Rebanlagen schon nicht wirtschaftlich, wird es für zukünftige noch schwieriger. Ob der Markt das hergibt ist eine sehr riskante Wette.
So großartig viele Optionen bieten sich also nicht an. Da kann man schon resignieren. Dazu dieses Wetter… oder schon Klima?
Es gibt Kontrollinstitutionen, die bei ‚vigne abandonnée‘ einschreiten, jedoch sind die Maßnahmen zumindest kurzfristig nicht wirklich ernst zu nehmen. Eine Rodung durch eine Kontrollinstitution wäre ein Eingriff in Eigentumsrechte. Dafür bedarf es diverser rechtliche Schritte und Gerichtsurteile, das ist langwierig.
Die Nachbar-Kollegen ärgert das natürlich, zugleich sieht es richtig übel aus, wenn ein Kollege gekämpft hat und es nicht packt. Manchmal stecken da auch gesundheitliche Gründe dahinter oder was auch immer. Die Gründe können auch schon viel länger zurückliegen. Urteile sind da fehl am Platz.
Auf den Wiesen ist das Wasser schon zurück gegangen. Die Oberböden sind alle noch durchnässt, da muss man schon wissen wo es sich mich Maschinen arbeiten lässt.
Der große Ausbruch an Mildiou ist bisher ausgeblieben. Black-Rot zeigt sich da häufiger, ist aber noch harmlos. In ein paar Tagen habe ich da Klarheit.
Beste Grüße aus Médoc
Stefan
Die Rodungsprämien gingen ja großartig durch die Presse, als Subvention und Geschenke für Winzer. Dabei verliert der Winzer, der diese 6.000 € Prämie pro ha annimmt für 30 Jahre das Recht auf dieser Fläche Reben zu pflanzen. Wenn die Rodungskosten von 2.500 € pro ha bezahlt sind, bleiben ihm immerhin noch 3.500 € pro ha - einmalig… Problem: Was kann er mit den Flächen machen? Wovon soll er leben? Ausgerechnet das gute Terroir ist für andere Kulturen nicht so dolle und eine neue Mechanisierung kostet mal eben ein Vermögen. (Mit dem Trauben-Vollernter lässt sich nun mal kein Getreide dreschen). Bliebe noch Schafhaltung – Laut zuletzt veröffentlichter Statistik ging es den Vieh-/Landwirten noch schlechter als den Winzern. Im Sinne einer landwirtschaftlichen Nutzung wird das Land durch eine Aufgabe der Rebenkultur zu ‚marginalen Flächen‘.
Photovoltaik ist so gut wie ausgeschlossen auf landwirtschaftlicher Nutzfläche sind max 40% Nutzung erlaubt und Landwirtschaft muss weiter betrieben werden dann sind wir wieder bei den Schafen… (Wald darf dafür übrigens gerodet werden mit anschließender 100% Photvoltaiknutzung …)
Also passiert nix. Auch in der Hoffnung, dass nächstes Jahr alles besser wird und die Flächen wieder kultiviert werden können – was ich aber mehr für ein Wunschdenken halte. Die Krankheiten sind schwer wieder raus zu bekommen und der Rebschnitt… Der Aufwand ist enorm auch die Wiederanschubfinanzierung.
Wird gerodet (ohne Prämie) muss innerhalb von 8 Jahren neu gepflanzt werden, sonst sind die Pflanzrechte verloren. Hierfür braucht es aber einen enormen Preisanreiz, denn die ‚alte‘ Rebanlage wurde zu Vor-Inflationskosten erstellt und mittlerweile sind diese einiges höher. Waren diese verhältnismäßig günstigen Rebanlagen schon nicht wirtschaftlich, wird es für zukünftige noch schwieriger. Ob der Markt das hergibt ist eine sehr riskante Wette.
So großartig viele Optionen bieten sich also nicht an. Da kann man schon resignieren. Dazu dieses Wetter… oder schon Klima?
Es gibt Kontrollinstitutionen, die bei ‚vigne abandonnée‘ einschreiten, jedoch sind die Maßnahmen zumindest kurzfristig nicht wirklich ernst zu nehmen. Eine Rodung durch eine Kontrollinstitution wäre ein Eingriff in Eigentumsrechte. Dafür bedarf es diverser rechtliche Schritte und Gerichtsurteile, das ist langwierig.
Die Nachbar-Kollegen ärgert das natürlich, zugleich sieht es richtig übel aus, wenn ein Kollege gekämpft hat und es nicht packt. Manchmal stecken da auch gesundheitliche Gründe dahinter oder was auch immer. Die Gründe können auch schon viel länger zurückliegen. Urteile sind da fehl am Platz.
Auf den Wiesen ist das Wasser schon zurück gegangen. Die Oberböden sind alle noch durchnässt, da muss man schon wissen wo es sich mich Maschinen arbeiten lässt.
Der große Ausbruch an Mildiou ist bisher ausgeblieben. Black-Rot zeigt sich da häufiger, ist aber noch harmlos. In ein paar Tagen habe ich da Klarheit.
Beste Grüße aus Médoc
Stefan