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Re: Rettet den restsüßen Spätburgunder Prädikatswein!
Verfasst: Di 2. Sep 2014, 10:59
von Charlie
MichaelWagner hat geschrieben: Es würde jahrelang von allen "Experten" gepredigt, dass nur der trockene Wein der echte Wein sei.
Du darfst ruhig Namen nennen
Re: Rettet den restsüßen Spätburgunder Prädikatswein!
Verfasst: Di 2. Sep 2014, 11:32
von innauen
Charlie hat geschrieben:Freut mich auch, dass Andreas hier wieder mal was schreibt. 2 lakonische Punkte Senf von mir:
1. grundsätzlich sollte man nie Qualität und Technik ursächlich verknüpfen. Auch wenn die Versuchung noch so groß ist, besonders für einen Chemiker
2. Ha, was für ein exotischer Luxus! Für den restsüßen Spätburgunder kämpfen. Dabei sehe ich sogar den restsüßen Prädikats-Riesling in Gefahr. Der restsüße Prädikats-Spätburgunder ist - fürchte ich - praktisch schon verloren.
Charlie, erinnerst Du Dich noch an den 71er Assmanshäuser, den wir mal im Les Climats zusammen mit Albrechtsstraßenbewohner getrunken haben? Diese Flasche hat mir gezeigt, dass ich restsüßen Rotweinen etwas abgewinnen kann - jedenfalls nach über 40 Jahren Lagerung
Grüße,
wolf
Re: Rettet den restsüßen Spätburgunder Prädikatswein!
Verfasst: Di 2. Sep 2014, 12:35
von UlliB
Charlie hat geschrieben:Der restsüße Prädikats-Spätburgunder ist - fürchte ich - praktisch schon verloren.
Charlie,
ich denke auch, dass das schon jetzt ein
"lost cause" ist. Wobei damit der restsüße Rotwein an sich keineswegs verschwunden ist. Du bekommst von badischen Genossenschaften nach wie vor jede Menge dezidiert restsüßen Rotwein, der ist nur in aller Regel als "QbA" deklariert.
Und auch bei trockenen Weißweinen werden die Prädikate nach und nach verschwinden; dazu ist die Vorbildrolle des VDP genügend akzeptiert. Schade ist nur, dass damit auch der trockene Leichtwein verschwinden wird, weil man angesichts des Modellcharakters der GGs geringerwertige Moste dann halt doch chaptalisieren (oder ggf. konzentrieren) wird. Aber sehr viele Leute werden trockene Weine mit 10 oder 10,5% Alkohol wohl nicht vermissen.
Dabei sehe ich sogar den restsüßen Prädikats-Riesling in Gefahr.
Ich eher nicht; da scheint mir der Tiefpunkt bereits überwunden zu sein. Und da mittlerweile auch der VDP bei restsüßen Weinen seinen "prädikats-eliminatorischen" Ansatz vollständig kassiert hat, kommt von dieser Seite auch kein Druck mehr.
Gruß
Ulli
Re: Rettet den restsüßen Spätburgunder Prädikatswein!
Verfasst: Di 2. Sep 2014, 12:50
von theater69
Moin,
UlliB hat geschrieben:Aber sehr viele Leute werden trockene Weine mit 10 oder 10,5% Alkohol wohl nicht vermissen
Dann bin ich "nicht sehr viele Leute". Wirklich trockene Weine (und nicht nur lt. Etikett) mit 10 % Alkohol: her damit. Aber leider spielt die Musik mehr im Bereich oberhalb 12% (jedenfalls meine Wahrnehmung).
Re: Rettet den restsüßen Spätburgunder Prädikatswein!
Verfasst: Di 2. Sep 2014, 13:16
von Bernd Schulz
Schade ist nur, dass damit auch der trockene Leichtwein verschwinden wird, weil man angesichts des Modellcharakters der GGs geringerwertige Moste dann halt doch chaptalisieren (oder ggf. konzentrieren) wird. Aber sehr viele Leute werden trockene Weine mit 10 oder 10,5% Alkohol wohl nicht vermissen.
Ich bin da nicht so pessimistisch. Es wird immer wieder einzelne Winzer geben, die wie heutzutage KaJo Christoffel oder Martin Müllen einigen Ehrgeiz darauf verwenden, unter anderem auch trockene Rieslinge mit einer möglichst geringen Voltzahl zu erzeugen. Viele werden es zwar nicht sein, aber völlig aussterben werden sie nicht.
Beim restsüßen Spätburgunder steht die Sache nach meiner Beobachtung leider anders - derselbige gehört in der Tat zu den aussterbenden Arten. Und ich bedauere das durchaus, ändere aber durch mein Kaufverhalten so gut wie nichts daran, weil die Weine für meinen Geschmack einfach zu viel Zeit benötigen. Mein Keller ist ziemlich klein, und ob ich 75 werde, weiß ich noch nicht so genau - rein lebertechnisch spricht einiges dagegen...
Viele Grüße
Bernd
Re: Rettet den restsüßen Spätburgunder Prädikatswein!
Verfasst: Di 2. Sep 2014, 13:28
von C9dP
Wenn man einen teuren Wein, wie ein "großes Gewächs" oder ein "erstes Gewächs" kauft, sollte man daher immer aufs Etikett schauen, ob er potentiell minderwertig (QbA) oder hochwertig (Kabinett aufwärts) ist.
Ok, ich ziehe meine erste Kritik zurück, wenn mir jemand die Weine nennt, die aktuell als GG mit dem Zusatz Kabinett aufwärts vermarktet werden. Dann könnte ich zumindest beim VDP mal nachfragen, ob das gewollt ist.
Ansonsten bleibe ich bei solch generalistischen Aussagen dabei, dass die nicht von Ahnung zeugen und sei es nur im Zentimeterbereich abseits des Tellerands.
Die Liste mit den minderwertigen Weinen wird übrigens angeführt von G-Max, La Borne, A.d.L. usw.. Da kannn ich nur zustimmen. Das ist ja fast schon fatal, sowas zu trinken.

Re: Rettet den restsüßen Spätburgunder Prädikatswein!
Verfasst: Di 2. Sep 2014, 14:38
von UlliB
C9dP hat geschrieben:
Die Liste mit den minderwertigen Weinen wird übrigens angeführt von G-Max, La Borne, A.d.L. usw..
Alles drei sind m.W. nach keine GGs, allerdings VDP-konform QbAs. Außerdem übsersiehst du geflissentlich das von Andreas verwendete Wort "potentiell".
Aloys,
mir ging es hier eher um deinen Tonfall als um den Inhalt. Wie ich oben schon gesagt habe, bin ich mit Andreas keineswegs einer Meinung. Wenn wir aber jedesmal, wenn einer eine Sondermeinung äußert, die vom Mainstream ganz erheblich abweicht und diese Meinung auch noch im gewissen Sinne absolutiert wird, mit einem rüden "du hast keine Ahnung" reagieren werden würden, hätten wir schon ein erhebliches Problem.
Gruß
Ulli
Re: Rettet den restsüßen Spätburgunder Prädikatswein!
Verfasst: Di 2. Sep 2014, 16:39
von OsCor
Ok, im Sinne des Fadentitels ist das OT. Aber gesagt muss es sein
Dann bin ich "nicht sehr viele Leute". Wirklich trockene Weine (und nicht nur lt. Etikett) mit 10 % Alkohol: her damit.
Das möchte ich für mich auch unterstreichen. Habe ich einen Faden übersehen, der sich mit trockenen Leichtweinen beschäftigt? Wenn ich all die vielen VKN lese, eher nicht

Re: Rettet den restsüßen Spätburgunder Prädikatswein!
Verfasst: Di 2. Sep 2014, 17:04
von C9dP
Hallo Ulli,
ich verkenne keineswegs den Begriff "potenziell". Die Aussagen in dem Beitrag bleiben generalistisch und werden durch den einen Begriff nicht wirklich anders.
Jedoch möchte ich meine "rüde" Aussage korrigieren.
Der Beitrag mag bei einem in der Materie trockener deutscher Weißweine rudimentär mit Wissen gesegnetem Leser den Eindruck von willentlicher Fehlinformation oder mangelnder Kenntnis der zum Vergleich herangezogenen Thematik entstehen lassen.
Ich hoffe, die Formulierung ist weichgespült genug.
Re: Rettet den restsüßen Spätburgunder Prädikatswein!
Verfasst: Di 2. Sep 2014, 17:52
von UlliB
C9dP hat geschrieben:Ich hoffe, die Formulierung ist weichgespült genug.
Ja passt schon. Nichts für ungut.
Gruß
Ulli