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Re: Gläservielfalt

Verfasst: Mi 27. Aug 2014, 21:45
von OsCor
Wenn das Dein "Credo" ist, wenn Dir der Wein so schmeckt,
Vorsicht, so habe ich es nicht gemeint. Ich bin lediglich ein stark optisch veranlagter Mensch, der seine Freude an solchen Dingen hat. Vielleicht kommt es daher, dass in meiner Kindheit zu Hause bei besonderen Anlässen halt der Wein aus dem „guten” Fass auf den Tisch kam und aus geschliffenen Kelchgläsern getrunken wurde. Das war im Übrigen ein knochentrockener Gutedel, der mit Gugelhupf oder auch einer Linzer Torte genossen wurde - aber das nur am Rande.

Seit dem Erlebnis mit dem Nosing-Glas habe ich aber auch keinen Whisky mehr aus dem Becher getrunken, sondern diesen quasi inhaliert - so intensiv, dass ich mich hinterher gelegentlich gewundert habe, dass noch was im Glas ist :lol: Vielleicht überwinde ich also aus Geschmacksgründen auch diese kindliche (oder kindische) Wunschvorstellung und lasse die Kelchgläser in der Vitrine.

Oswald

Re: Gläservielfalt

Verfasst: Do 28. Aug 2014, 09:41
von theater69
Moin,

das Phänomen mit unterschiedlichem Geschmacksempfinden aufgrund unterschiedlicher Glasformen hatte ich in dieser Ausprägung noch nicht, wohl aber mit unterschiedlichen Glasrändern. Vor kurzem hatten wir unseren diesjährigen Terrassenwein (Weingut Pleitz, Nahe, Riesling „103“) im Glas mit Rollrand (Holmegaard). Ich dachte zunächst an einen Flaschenfehler. Der Wein ging gar nicht. Bis, ja bis ich ihn im bislang verwendeten Glas mit „normalem“ Rand (= geschliffen) gegenprobiert habe. Dazwischen lagen Welten! Gut, zum Glück haben unsere Gäste draußen nix gemerkt und fleißig weiter aus den Rollrandgläsern getrunken und den wein als „sehr lecker“ gefunden. Aber auf Rasen und Terrasse gibt’s bei mir eben nur die einfachen Gläser bei größeren Runden. :oops:

LG

Re: Gläservielfalt

Verfasst: Do 28. Aug 2014, 14:10
von OsCor

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im Glas mit Rollrand
Da habe ich ähnliche Erfahrungen gemacht. Beim Bier ist es witzigerweise genau umgekehrt bei mir.

Re: Gläservielfalt

Verfasst: Do 28. Aug 2014, 16:49
von weingeist
Ist aber doch irgendwo wieder logisch, wenn man sich Mund, Lippen und Zunge im Kontext überlegt. Bei einem dicken Rand hat man sicher weniger Gefühl und auch die Flüssigkeitsmenge wird anders verteilt sein. Wobei, ein gut gezapftes, eher herbes, erfrischende Pils kann ich mir mit dickem Glasrand auch nicht gut vorstellen. Beim englischen Stout wiederum, wird diese Glasform sogar sehr gut passen (auch wenn ich persönlich mit diesem zimmerwarm getrunkenen Bier überhaupt nichts anfange - nicht einmal im urigsten Pub).

Re: Gläservielfalt

Verfasst: Do 28. Aug 2014, 20:53
von OsCor
mit dickem Glasrand
Der Rand braucht gar nicht soo dick zu sein. Für eine veränderte Wahrnehmung reicht ein leichter „Rollrand” schon aus.
Auf der Suche nach dem Einfluss des Glasrandes habe ich bei meiner Recherche noch nichts Vorzeigbares gefunden, also ich meine systematische Untersuchungen zum Fließverhalten und der Sauerstoffzufuhr beim Trinken.

Gruß
Oswald