Seite 2 von 2
Re: Die 100 besten Weine der Welt - Falstaff
Verfasst: Mi 15. Feb 2012, 20:40
von Stu
Letztendlich ist das eine Liste der Berühmtesten Weingüter, mehr nicht. Allerdings sind natürlich wenige Weingüter dabei, die einen wirklich wundern. Die Liste geht schon irgendwie in Ordnung.
Trotzdem fehlen irgendwie die Weingüter, die man nicht innerhalb von 3 Minuten bei Google finde.
Alleine Bei Champagnern fehlt mir Salon und Selosse (Beide nicht oft getrunken, aber würde alle davon jedem Dom P. vorziehen). Österreichische (Oops, übersehen

und Elsässische Rieslinge fehlen komplett.
Naja, Praktikanten müssen ja auch beschäftigt werden
Lg
Wolfgang
Re: Die 100 besten Weine der Welt - Falstaff
Verfasst: Mo 26. Mär 2012, 09:33
von octopussy
Ich habe gestern auf einer Bahnfahrt die Fehlinvestition in den Falstaff getätigt (sehr wenig Inhalt) und mir auch die Liste der 100 besten Weine der Welt zu Gemüte geführt. Offen gesprochen geht mir die immer weiter fortschreitende Ikonisierung bestimmter Weine und Weingüter auf den Nerv. Die Falstaff 100er Liste ist letztlich eine Investitionsliste. So sagt auch der Autor Peter Moser, dass die Preise bei Liv-Ex eine maßgebliche Rolle bei der Auswahl gespielt haben, ebenso wie die Bepunktungen durch die Profiverkoster (im Zweifel v.a. Parker). Teilweise scheinen mir die Weingüter hauptsächlich wegen des Namens in die Liste gerutscht zu sein (z.B. Gräfenberg Großes Gewächs von Robert Weil, der ist ja nicht schlecht, aber einer der
100 besten Weine der Welt

)
Etwas merkwürdig finde ich auch, dass von den Spaniern (v.a. aus Rioja) nur die Super-Cuvées in limitierter Auflage mit viel Barrique in die Liste gekommen sind. Für mich klingt die Falstaff Liste wie eine Liste für Leute, die keine Lust haben, sich mit Wein auseinanderzusetzen. Die brauchen aber letztlich auch keine Falstaff Liste, sondern können einfach zum Weinhändler ihrer Wahl gehen und sagen: "Besorg mir ein paar Flaschen mit vielen Parkerpunkten. Preis spielt keine Rolle."
Re: Die 100 besten Weine der Welt - Falstaff
Verfasst: Mo 26. Mär 2012, 10:17
von Gerald
Dazu passt auch der aktuelle Artikel "Trends 2012":
http://www.falstaff.at/weinartikel/tren ... -4143.html
Auch wieder ein Thema, wo man nicht viel recherchieren muss, sondern einfach von der Leber weg schreiben kann
Grüße,
Gerald
Re: Die 100 besten Weine der Welt - Falstaff
Verfasst: Mo 26. Mär 2012, 10:26
von Desmirail
octopussy hat geschrieben:Ich habe gestern auf einer Bahnfahrt die Fehlinvestition in den Falstaff getätigt
So sehe ich das auch. Da wundern sich die Printpresser, das die Umsätze weg brechen. An dieser Stelle kann ich nur sagen: Selbst schuld wenn die keine vernünftigen Beiträge mehr hin bekommen und nur auf Populismus und Schund setzen.

Re: Die 100 besten Weine der Welt - Falstaff
Verfasst: Mo 26. Mär 2012, 10:35
von Gerald
Da wundern sich die Printpresser, das die Umsätze weg brechen.
dazu kommt aber noch, dass die Anzeigenpreise in Print meines Wissens noch um vieles höher liegen als online - jeweils pro Kontakt berechnet. Wenn sich das einmal ausgleichen sollte (keine Ahnung wielange das noch dauert) ist Print ohnehin endgültig am Ende ...
Grüße,
Gerald
Re: Die 100 besten Weine der Welt - Falstaff
Verfasst: Mo 26. Mär 2012, 11:04
von octopussy
Desmirail hat geschrieben:
So sehe ich das auch. Da wundern sich die Printpresser, das die Umsätze weg brechen. An dieser Stelle kann ich nur sagen: Selbst schuld wenn die keine vernünftigen Beiträge mehr hin bekommen und nur auf Populismus und Schund setzen.

Wohin der Falstaff will, wird bei dieser neuen Ausgabe recht klar: in Richtung eines Lifestyle-Magazins für Leute mit etwas mehr Geld (Vorbild FINE-Wine). Das Ferrari-Special, die breitflächige und mehrseitige Porsche-Werbung auf der Rückseite, Uhrenwerbungen weisen den Weg. Es wird im Falstaff auch kaum mehr ein Wein für <50 Euro angepriesen.
In dem Segment ziehe ich dann doch ganz klar das FINE Wine Magazin vor, das gut recherchierte und geschriebene Beiträge mit einigermaßen Tiefgang von guten Autoren beinhaltet. Offen gesagt lese ich lieber Beiträge von Caro Maurer, Daniel Deckers, Stuart Pigott oder Jürgen Dollase als die oberflächlichen und ziemlich langweiligen Alibi-Geschichten im Falstaff. Nur die Italien-Artikel von Herrn Othmar Kiem im Falstaff finde ich halbwegs brauchbar. Und wo sind eigentlich die Kolumnen von Jancis Robinson und Réné Gabriel im Falstaff hin?
Re: Die 100 besten Weine der Welt - Falstaff
Verfasst: Mo 26. Mär 2012, 11:56
von Desmirail
octopussy hat geschrieben:Und wo sind eigentlich die Kolumnen von Jancis Robinson und Réné Gabriel im Falstaff hin?
Das frage ich mich auch. Vielleicht hat man denen die Freiheit genommen und dann waren sie nicht mehr gesehen.
Das ganze finde ich jedenfalls ziemlich traurig und entwürdigend für die Gesamtheit der Weinmagazine.
Stöhnen wie die Musikindustrie über Absatzsorgen, sind aber nicht bereit einen Mehrwert gegenüber dem Online - Journalismus herzustellen z.B. durch gute Berichte oder ein "Mehr" auf dem Papier, bei der CD Industrie z.B. wird es noch immer versäumt das original mit einem Mehrwert z.B durch ein klasse gemachtes und umfangreiches Booklet zu liefern, welches es bei keinem Internet - Download gibt. Höchstens eingescannt, und das ist eben nicht das original in Hochglanz, feinem Druck und einem netten Gimmick .
Das Original lieben immer noch sehr sehr viele Menschen!
Aber wie so oft bleibt das alles ungehört weil die Weinmagazinmacher höchstwahrscheinlich hier nicht mitlesen (die Musikindustrie ja auch nicht), da sie ihren Computer nicht mit dem Internet verbinden können ...
Ich warte also ab und schaue wie das stöhnen vor dem finalen Exudus weiter geht.
Re: Die 100 besten Weine der Welt - Falstaff
Verfasst: Mo 26. Mär 2012, 13:05
von nougat
octopussy hat geschrieben:Ich habe gestern auf einer Bahnfahrt die Fehlinvestition in den Falstaff getätigt ..."
Also bei vollem Bewusstsein eine werbefinanzierte Illustrierte in der Hoffung gekauft, informiert zu werden

Re: Die 100 besten Weine der Welt - Falstaff
Verfasst: Mo 26. Mär 2012, 19:50
von Sebastopol
Hm, fast nur die üblichen Verdächtigen..die deutschen Preise treiben mir im Vergleich die Tränen in die Augen..wo in D Schluss ist, geht's andernorts grade mal los..
Die Auswahl hat in der Tat etwas reaktionär-bourgeoises..passt wohl zum Porsche
