Seite 2 von 3
Re: LaLas in Graz
Verfasst: Mi 15. Feb 2012, 10:51
von oli_oli_oliver
Hi Gerhard,
Vidal-Fleury war nicht dabei. "Nur" Chapoutier, Rostaing, Jamet, Ogier und Gerin.
Wie Vidal-Fleury qualitativ einzuordnen ist weiß ich nicht...
VG
Oliver
Re: LaLas in Graz
Verfasst: Mi 15. Feb 2012, 11:35
von oli_oli_oliver
Flight 4
E. Guigal - Côte Rôtie "La Mouline" 1984
Deutlich gereifte aber weiterhin sehr dunkle Farbe. Erkennbarer Wasserrand. Gereifte Traumnase. Phänomenale Süße. Lakritz. Die Nase öffnet sich wunderbar im Glas. Da ist wieder diese Blutorangen-/Eisenkraut-Note, dazu etwas Bitterschokolade. Am Gaumen extrem dicht. Tragende Säure. Vibrierend. Saftig, zum Kauen. Phänomenale Länge. Etwas rustikal, aber wen kann das schon stören? (97)
E. Guigal - Côte Rôtie "La Landonne" 1981
Etwas dunkler als der 84er La Mouline. Leicht verbrannte Note. Würzig. Lakritz. Üppig und duftig. Geniale Frische. Das ist so reif und so lecker, da könnte ich den gesamten Abend nur reinriechen. Am Gaumen nicht ganz so dicht wie der La Mouline, aber die Nase ist einfach herrlich und zum Reinsetzen lecker. (93)
E. Guigal - Côte Rôtie "La Landonne" 1979
Für das Alter erstaunlich dunkel. Karamell. Würzig. Minimale Muff-Note. Rote Beeren, Unterholz, Malz. Der riecht ein bisschen wie ein alter, großer Barolo. Am Gaumen balanciert, sehr gute wenn auch nicht unendliche Länge. Gewürze und Schokolade. Ein Leckerschmecker vom Feinsten. Yummy.(95)
E. Guigal - Côte Rôtie "Brune et Blonde" 1985
Etwas heller als die Flight-Partner. Schwarzer Tee. Lakritz. Auch hier wieder Eisenkraut. Wunderbar duftig, wenn auch nicht ganz so komplex und dicht wie die LaLas. Dafür umso üppiger und leckerer. Am Gaumen mittlere Dichte. Sehr schöne würzige Aromen. Dafür, dass es sich hier um so etwas wie den "Zweitwein" handelt, phänomenal gute Performance, die den Eindruck der letzten Flasche im Herbst vergangenen Jahres bestätigt. (94)
Fortsetzung folgt...
Re: LaLas in Graz
Verfasst: Mi 15. Feb 2012, 12:02
von austria_traveller
oli_oli_oliver hat geschrieben:Vidal-Fleury war nicht dabei.
oli_oli_oliver hat geschrieben:E. Guigal - Côte Rôtie "Brune et Blonde" 1985
Etwas heller als die Flight-Partner. Schwarzer Tee. Lakritz. Auch hier wieder Eisenkraut. Wunderbar duftig, wenn auch nicht ganz so komplex und dicht wie die LaLas. Dafür umso üppiger und leckerer. Am Gaumen mittlere Dichte. Sehr schöne würzige Aromen. Dafür, dass es sich hier um so etwas wie den "Zweitwein" handelt, phänomenal gute Performance, die den Eindruck der letzten Flasche im Herbst vergangenen Jahres bestätigt. (94)
Servus Oliver,
Ist er das nicht eh ? War Guigal nicht bei Vidal-Fleury angestellt und hat den Laden dann irgendwann übernommen. Somit müsste das derselbe Wein sein. Weis das irgendwer ?
Re: LaLas in Graz
Verfasst: Mi 15. Feb 2012, 13:48
von thvins
Hallo Gerhard,
ich gehe mal nicht davon aus. Côte Brune und Côte Blonde sind die zwei großen Lagennamen an der Côte Rotie, da haben etliche Winzer Parzellen drin - und oft werden die auch mit dem Lagennamen verkauft und wer einen Verschnitt aus beiden macht, nennt diese eben so gemeinsam...
Re: LaLas in Graz
Verfasst: Fr 17. Feb 2012, 09:39
von oli_oli_oliver
Flight 5
Jean-Michel Gerin - Côte Rôtie "La Landonne" 1999
Sehr dunkles, jung aussehendes Rot. In der Nase sehr reife Frucht. Auch hier wieder Eisenkraut/ Blutorange. Die Nase macht im Glas auf und endet in einer (sehr schönen) Orgie aus weissem Pfeffer. Am Gaumen stramme aber reife und harmonische Säure. Sehr dicht, sehr lang. Sehr gute Balance. (94+)
E. Guigal Côte Rôtie "La Landonne" 1999
Deutlich dunkler als der Gerin. Super-dicht. Seidig. Ultra-elegant und fein trotz aller Jugendlichkeit. Trüffel. Wunderschöne reife, feine, kühle Frucht. Würzig, ätherisch. Am Gaumen enorm konzentriert aber aufgrund des jungen Alters noch etwas sperrig und bockig. Sehr lang. Kraft ohne Ende. (95+)
E. Guigal Chateau d'Ampuis - Cote Rotie 1999
Farblich dem Gerin sehr ähnlich. In der Nase viel Kerzenwachs. Zurückhaltend. Nicht so komplex und dicht wie die Vorgänger. Am Gaumen relativ schlank und nicht so lang. Den hatten wir schon deutlich offener. (90)
René Rostaing - Cote Rotie "Côte blonde" 1999
Wieder extrem dunkel. Überreife Frucht. Ursprünglich vermutet, dass es sich um einen 03er handeln könnte. Mega-dichte Nase bei größtmöglicher Balance. Am Gaumen mittlere Dichte. Scheint verschlossen. Ich glaube, der zeigt weniger als er potenziell drauf hat. Der Wein dreht im Glas deutlich auf. (93+)
Ogier - Cote Rotie "La Belle Hélène" 1999
Etwas offener als der Rostaing. Kräuter. Etwas Stall. Lagerfeuer. Sehr lecker aber auf allerhöchstem Niveau (noch) etwas simpel. Tiefe, dunkle Fruchtsüße. Am Gaumen sehr konzentriert, trotzdem elegant. Ich glaube, dass der noch deutlich zulegen kann. (92+)
Fortsetzung folgt...
Re: LaLas in Graz
Verfasst: Fr 17. Feb 2012, 10:51
von dyingromeo
E. Guigal Chateau d'Ampuis - Cote Rotie 1999
Farblich dem Gerin sehr ähnlich. In der Nase viel Kerzenwachs. Zurückhaltend. Nicht so komplex und dicht wie die Vorgänger. Am Gaumen relativ schlank und nicht so lang. Den hatten wir schon deutlich offener. (90)
Hi Oliver,
merkwürdig eigentlich ein echter Bringer!
Der Ampuis ist immer recht schlank, aber mit dem nötigen Druck am Gaumen versehen.
Vielleicht einfach keine so gute Flasche!?!
Hatte den Wein bislang echt immer großartig im Glas...
Aber bitte....weitermachen!
Re: LaLas in Graz
Verfasst: Fr 17. Feb 2012, 11:50
von oli_oli_oliver
Hi Christian,
ich könnte mir auch vorstellen, das die Flasche einen leichten Schuss hatte - diese Kerzenwachs-Note war schon seltsam. Die 99er hatten es aber zwischen so vielen relativ reifen Weinen einfach etwas schwer - da ging der gefühlte Spaß-Faktor schon massiv in den Keller...
VG,
Oliver
Re: LaLas in Graz
Verfasst: Fr 17. Feb 2012, 11:53
von oli_oli_oliver
Flight 6 - das große Finale
E. Guigal - Côte Rôtie "La Turque" 1988
Mittleres Rot. Traumnase: würzig, komplex, frisch. Geniale Frucht. Kaffee, Trüffel, etc. pp. Aufzählen macht da wenig Sinn. Besser kann Wein nicht duften. Am Gaumen unglaublich dicht. Kraft und Süße in Massen. Für die 100 Punkte ist er mir nach hinten raus noch ein wenig rustikal. Aber ich habe keinen Zweifel, dass sich das noch geben wird. Ein Traum!! (99+)
Chapoutier - Cote Rotie "La Mordoree" 1990
Etwas dunkler als der La Turque. Stilistisch nicht unähnlich, wenn auch die Frucht "dunkler" ist. Die Nase ist nicht ganz so expressiv, wirkt aber fast noch konzentrierter. In der Nase wirkt der Wein nicht ganz so balanciert und ausgeglichen wie der La Turque. Am Gaumen enorm dicht und lang. Aber auch hier deutet eine gewisse Rustikalität im Abgang an, das ein paar Jahr zusätzlicher Reife nicht schaden können. (97+)
Jamet, Jean-Paul & Jean Luc - Côte Rôtie "Côte Brune" 1991
Trotz der niedrigeren Bewertung (im Vergleich zum 88er La Turque) war der Jamet mein Wein des Abends. Der Wein ist in meinen Augen noch erheblich zu jung. Aber was da unter der Oberfläche am Brodeln ist, ist schier unglaublich. Heute schon eine klare 100 Punkte-Nase: das ist so dicht, so komplex, so edel, so fein - das ist die absolute Spitze der Weltklasse und nicht mehr zu toppen. Die Nase verschliesst sich jedoch im Glas ein wenig, und auch am Gaumen merkt man, dass der Wein noch Zeit braucht. Das ist zwar mega-konzentrierter, unglaublich dichter Stoff, der jetzt schon erstaunlich balanciert ist. Trotzdem hat der Wein sein Potential noch deutlich nicht ausgereitzt. Leider ist das Risiko groß, dass man den Jamet nie wieder in die Tasse bekommen wird, denn es gibt nur um die 2000 Flaschen. Übrigens: das Etikett ist wirklich scheusslich. (97+)
E. Guigal - Côte Rôtie "La Mouline" 1989
Sehr jung wirkende Farbe. Traumhafte Fruchtsüße. Seidiger als der Jamet. Unfassbar dicht und drückend. Etwas Stall. Die Nase ist vergleichswiese zurückhaltend. Am Gaumen sehr viel Druck aber auch erstaunlich stramme Säure. Sehr, sehr lang. Vielleicht hätte hier mehr Zeit im Glas noch für eine erheblich bessere Wertung gesorgt. (96+)
E. Guigal - Côte Rôtie "La Landonne" 1987
Der dunkelste Wein des Fünfer-Flights. Extrem würzig. Sehr konzentriert. Ein winziges bisschen diffus (im Vergleich zum 88er La Turque). Am Gaumen konzentriert, lang, trocknet nach hinten ganz leicht aus. Lecihtes Bitterle. Trotzdem ein Knüller. (96)
Das wars!
Re: LaLas in Graz
Verfasst: Fr 17. Feb 2012, 12:12
von Weinzelmännchen
oli_oli_oliver hat geschrieben:Schon Ich bin überaus dankbar, dass ich an einer solchen Probe teilnehmen durfte.
Die Probe war in jeder Hinsicht perfekt organisiert. Die Weine wurden in 4er- und 5er-Flight blind aus Gabriel-Gläsern probiert. Nach jedem Flight wurde aufgedeckt.
Dein Bericht ist nun zum Glück fertig. Noch mehr hätte ich mental nicht mehr ausgehalten

!! Der Speichelfluss nimmt jetzt schon pathologische Formen an!
Wer veranstaltet denn eine so wahnsinnige Probe und noch dazu in Graz? Kannst du uns auch verraten, wie hoch die Teilnahmegebühr war?
Re: LaLas in Graz
Verfasst: Fr 17. Feb 2012, 12:15
von austria_traveller
Weinzelmännchen hat geschrieben:Wer veranstaltet denn eine so wahnsinnige Probe und noch dazu in Graz?
Gerhard Präsent ?