innauen hat geschrieben:The times are not changing.
Kommt drauf an, wo man den Bezugspunkt setzt. Und ich setze ihn nicht 110 Jahre in der Vergangenheit an, sondern lediglich 25 Jahre - denn damals war ich schon als Bordeauxkäufer aktiv. In der Kampagne im Frühjahr 1991 kostete eine Flasche 90er Chateau Margaux rund 90 DM, und für 180 DM konntest du damals jedenfalls keine brauchbare Wohnung mieten
Der Preis für Margaux und die anderen Premiers hat sich seitdem mehr als verzehnfacht. Bei Weinen wie Cos d'Estournel, Pichon Comtesse oder Ducru Beaucaillou liegen die Preise heute acht mal höher als vor 25 Jahren. Im gleichen Zeitraum sind die allgemeinen Lebenshaltungskosten aber nur um das gut 1,7 fache angestiegen und die verfügbaren Einkommen (in Westdeutschland) auch nur geringfügig mehr.
Das ist für Leute wie mich, die Mitte der 80er eingestiegen sind, der relevante Bezugspunkt - und nicht das, was mein Urgroßvater vor dem ersten Weltkrieg ausgegeben hat, wenn er denn Bordeaux getrunken haben sollte (was ich nicht weiß, aber bezweifele).
Und bevor jetzt der Einwand kommt, dass das überhaupt kein Argument dafür ist, dass die Preise für Bordeaux nicht so steigen
dürfen, wie sie tatsächlich gestiegen sind: ich weiß, ich weiß. Aber mich ein wenig darüber ärgern oder - inzwischen wohl zutreffender - es schlicht bedauern, darf ich trotzdem
Gruß
Ulli