Süße Weine - Alkoholgehalt

Was Sie schon immer über Wein wissen wollten, aber nie zu fragen wagten
Bernd Schulz
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Re: Süße Weine - Alkoholgehalt

Beitrag von Bernd Schulz »

Sind die Begriffe Fruchtsüß und Edelsüß synonym zueinander?
Nein. Einen restsüßen Kabinett würde man nicht "edelsüß" nennen. Letzteren Begriff benutzt man in aller Regel ab Auslese aufwärts.
Wieso haben die "billigen" Produkte dann dennoch wenig Säure und es schmeckt pappig?
Ist das so? So pauschal konnte ich das noch nicht feststellen. Nach meinen Erfahrungen hat die Säure wenig bis nichts mit dem Preis zu tun, sondern ist eher jahrgangsabhängig.

Herzliche Grüße

Bernd
Käfi
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Re: Süße Weine - Alkoholgehalt

Beitrag von Käfi »

Ich weiß nicht ob das so ist, ich habe das aus den vergangenen Beiträgen herausgelesen. Vermutlich habe ich das aber missverstanden.

Gestern gab es wieder einen Petits Manseng aus dem Juracon, in die könnte ich mich wirklich reinlegen. Wie würde man den Unterschied dieser Süßweine zu süßen Rieslingen und süßen Sauternes-Weinen beschreiben?
mixalhs
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Re: Süße Weine - Alkoholgehalt

Beitrag von mixalhs »

Die wenigen Jurancons moelleux, die ich getrunken habe, gingen stilistisch definitiv mehr in die Sauternes-Richtung, auch was den Alkohol angeht: oft ebenbürtig mit wirklich guten edelsüßen Weinen aus dem Bordeaux und dabei preislich deutlich günstiger.
Einzelflaschenfreund
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Re: Süße Weine - Alkoholgehalt

Beitrag von Einzelflaschenfreund »

Bernd Schulz hat geschrieben:
Sind die Begriffe Fruchtsüß und Edelsüß synonym zueinander?
Nein. Einen restsüßen Kabinett würde man nicht "edelsüß" nennen. Letzteren Begriff benutzt man in aller Regel ab Auslese aufwärts.
Afaik bezieht sich die begriffliche Trennung auf die Frage "mit Botrytis" (dann edelsüß -> Botrytis = "Edelfäule") oder "ohne Botrytis" (dann fruchtsüß -> Süße kommt nur aus der Traube/Frucht).
Allerdings wären dann die allermeisten Eisweine tatsächlich nicht "edelsüß". Hmm.

Viele Grüße
Guido
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Gerald
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Re: Süße Weine - Alkoholgehalt

Beitrag von Gerald »

Allerdings wären dann die allermeisten Eisweine tatsächlich nicht "edelsüß". Hmm.
diese Frage hat mich auch schon beschäftigt - siehe weiter oben im Thread. Gibt es Eisweine, wo die Trauben zum Lesezeitpunkt noch völlig botrytisfrei waren? Zumindest bei den Fotos, die ich bisher von der Eisweinlese gesehen habe, hat es eher nicht danach ausgesehen ...

Grüße,
Gerald
Bernd Schulz
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Re: Süße Weine - Alkoholgehalt

Beitrag von Bernd Schulz »

Afaik bezieht sich die begriffliche Trennung auf die Frage "mit Botrytis" (dann edelsüß -> Botrytis = "Edelfäule") oder "ohne Botrytis" (dann fruchtsüß -> Süße kommt nur aus der Traube/Frucht).
Weiß nicht. Angesichts der nicht geringen Zahl von botrytisfreien oder fast botrytisfreien Auslesen finde ich diese Variante der begrifflichen Trennung schwierig. Und wie ja schon festgestellt kommt das Eisweinproblem noch hinzu...

Herzliche Grüße

Bernd
Einzelflaschenfreund
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Re: Süße Weine - Alkoholgehalt

Beitrag von Einzelflaschenfreund »

Gerald hat geschrieben:
Allerdings wären dann die allermeisten Eisweine tatsächlich nicht "edelsüß". Hmm.
diese Frage hat mich auch schon beschäftigt - siehe weiter oben im Thread. Gibt es Eisweine, wo die Trauben zum Lesezeitpunkt noch völlig botrytisfrei waren? Zumindest bei den Fotos, die ich bisher von der Eisweinlese gesehen habe, hat es eher nicht danach ausgesehen ...

Grüße,
Gerald
Weiß ich nicht. Aber andersherum: Bei Eisweinen ist ein deutliches Botrytis-Aroma idR nicht erwünscht.
Als ich bei M. Müllen mal Eiswein aus 2000 erwarb, wies er ausdrücklich darauf hin, dass der untypischerweise und jahrgangsbedingt deutlich botrytisiert sei.

Viele Grüße
Guido
Moselfan
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Re: Süße Weine - Alkoholgehalt

Beitrag von Moselfan »

Also das optimal Ziel ist es immer einen botrytisfreien Eiswein zu haben. Das ist aber eben sehr Jahrgangsabhängig. Z.b. wenn wir mal die 2000er Jahre bis jetzt nehmen, in denen relativ "viel" Eiswein erzeugt wurde (Mosel):
2000 relativ Edelfaul,
2001 ca 50/50
2002 realtiv gesund
2003 sehr gesund, aber schon sehr viele eingetrocknete Beeren durch die Hitze
2004 relativ gesund
2005 ./.
2006 ./.
2007 50/50
2008 gesund
2009 relativ gesund
2010 relativ edelfaul
2011 sehr edelfaul (es wurde auch anschließend aus diversen Gründen, quasi kein Eiswein an der Mosel auf den Markt gebracht).
2012 sehr gesund.

Ist eben immer abhängig wie der Jahrgang generell ist in Punkto Fäulnis/Botrytis und natürlich auch der Lesezeitpunkt. Faustregel je früher es kalt genug ist desto gesünder sind natürlich die Trauben. Und natürlich brauche ich je höher der Botrytisanteil ist auch erheblich tiefere Temperaturen, damit die Trauben frieren. Ist ja auch logisch Zucker wird wie ein Frostschutzmittel und wenn durch die natürliche Konzentration eh schon viel Zucker in den Beeren ist muss es kälter sein, damit diese frieren. Deswegen will man auch möglichst wenig Botrytis haben, ersten damit man den typischen Eisweingeschmack eher bekommt und es nicht so nach BA/TBA schmeckt, außerdem sind Temperaturen im Bereich von -8 - 10° C erheblich wahrscheinlicher als -15 - 20°.
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thvins
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Re: Süße Weine - Alkoholgehalt

Beitrag von thvins »

Käfi hat geschrieben:Ich weiß nicht ob das so ist, ich habe das aus den vergangenen Beiträgen herausgelesen. Vermutlich habe ich das aber missverstanden.

Gestern gab es wieder einen Petits Manseng aus dem Juracon, in die könnte ich mich wirklich reinlegen. Wie würde man den Unterschied dieser Süßweine zu süßen Rieslingen und süßen Sauternes-Weinen beschreiben?
Hallo Julian,

ich fand in diesen Weinen öfters eine deutlich bessere Süße-Säure - Balance als bei den Bordelaiser Süßweinen, die oft konzentrierter in der Süße waren. Die Jurancon - Weine sind dadurch vielleicht etwas besser zu trinken, wenn man nicht sehr schnell schon "satt" sein will. Das mag ein Zusammenspiel aus der Traubensorte und vielleicht auch dem Mikroklima sein...

Wenn dir dieser Stil gut gefällt, dann schau dich auch mal nach Süßweinen aus den Gebieten Pacherenc de Vic Bilh oder auch nach Gaillac um. Oder Nischenweine aus der Gegend Südwestfrankreichs, die oft nur als Vin de Pays verkauft werden wie der grandiose Vin de Lune aus dem Cahors-Gebiet von Clos Triguedina. Oder versuch dich mal an der Loire.

Letztlich aber alles in Deutschland Nischenweine, wo man froh sein kann, mal den einen oder anderen - und nicht immer die Besten - zu finden. Falls Strasbourg für dich eine Option ist, da ist Ende Februar wieder Weinmesse, wo es etliche Interessante Erzeuger - auch dafür - hätte... Ein bissel wie ein Ausflug ins Paradis quasi.
Beste Grüße

Torsten

http://www.torsten-hammer-priorat-guide.com
jetzt mit richtiger Startseite...
Käfi
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Re: Süße Weine - Alkoholgehalt

Beitrag von Käfi »

Hallo,

vielen Dank für die Deine Antwort.

Ich hatte heute einen süßen Riesling, Loersch Alte Reben Spätlese. Der war schon wirklich gut, dennoch gefallen mir die Juracon-Weine besser, weshalb ich gerne Deine Tipps mal ausprobieren würde. Kennst Du eine gute Bezugsquelle im Internet dafür?

Grüße
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