gestern traf sich die bewährte Runde, um einmal ein wenig in das Thema "burgundische Burgunder in weiss" einzusteigen. Profis auf diesem Gebiet sind wir alle nicht, man verzeihe mir also die laienhaften und nur stichwortartigen Notizen. Ich hoffe, dass Bernd und Ralf sie ein wenig ergänzen.
Zum Essen musste es aber zunächst ein Roter sein. Der Auxey-Duresses 2009 von Prunier-Bonheur, der mir vor Ort vom Händler empfohlen wurde, machte einen sehr schönen Eindruck mit seinem Walbdeeren- und Veilchenduft. Noch jung, das kräftige Tannin ist aber fein gewirkt, ein feiner Village-Wein.
Von Daniel + Martine Barraud gab es dann den Saint-Veran Les Pommards 2007. Ein äusserst kräftiger Geselle, der immer noch einen klaren Eindruck davon abgibt, dass er wohl länger mit Neuholz in Berührung gekommen ist. Aber die Weine, die hier im äussersten Süden Burgunds erzeugt werden, scheinen durch die Bank recht kraftvoll u sein. Mir hat er mit seinem Nussgeschmack und der grossen Kraft sehr gefallen.
Cave des Grands Crus Blanc ist eine Genossenschaft des Maconnais. Der Pouilly Fuisse 2011 ist viel zu jung, macht aber mit seiner etwas dezenteren Art dennoch schon viel Freude.
Wirkt vornehm.
Dann der bereits ausführlich diskutierte Macon-Ige Sous la Roche 2011 der dortigen Genossenschaft. Natürlich der leichteste und vielleicht auch flüchtigste Wein der Probe, aber ich mag ihn trotzdem
Jetzt etwas Besonderes: Der Bouzeron 2008 der Domaine Chanzy ist laut Bernd die sozusagen fränkisch-trockene Spielart des Abends. Knochentrocken und sehr mineralisch mit nur 12 Vol. % ist dieser reine Aligote ein höchst interessanter Tropfen.
Jetzt ein Zwischenstopp mit etwas Riesling, die Krettnacher Euchariusberg Auslese 76 schaffte es, den Hitzejahrgang mit dem ruppigen Charme dieser B- Lage zu vereinen und einen hübschen Altwein zu präsentieren.
Domaine Jessiaume: Santenay Gravieres Premier Cru 2007 ist ein etwas schüchterner, zurückhaltender Wein aus dem südlichsten Zipfel der Cotes de Beaune.
Mein Lieblingswein des Abends: Prieur-Brunet: Mersault Les Forges Dessus 2008. Zu jung, aber mit allem versehen, was ich an Mersaults so liebe: Enorme mineralische Elemente, zitrischer Duft, ein Zusammenspiel erstklassiger Musiker, fein wie ein Streichquartett.
Wie Bruckners 8te dagegen rollt der Puligny-Montrachet Les Folatieres Premier Cru 2006 von Sauzet an, äusserst kräftiger Duft nach Orange, Kräutern und frischen Walnüssen, der Star des Abends, aber dann...mit mehr Luftzufuhr entwickelte sich eine fiese Bitternote, die immer stärker wurde. Ich vermute einfach, dass dies dem Jahrgang geschuldet ist.
Zum Abschluss der klassische und zeitlos schöne Wehlener Sonnenuhr Kabinett 1999 von Joh. Jos. Prüm. Ein schöner und sehr lehrreicher Abend, dank an die Mit- Probanden.
Viele Grüße
Markus