Bordeaux 2019

Medoc und seine Appellationen, Bourg und Umgebung, Fronsac, Pomerol, Saint Emilion und Umgebung, Entre Deux Mers, Graves und Pessac-Leognan, Sauternes und Co.
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Schönibert
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Re: Bordeaux 2019

Beitrag von Schönibert »

2019 Château Rol Valentin

Frisch aus der Flasche leicht angekühlt zunächst - erwartungsgemäß - etwas zurückhaltend, kommt dann aber zunehmend Veilchen dazu und blauschwarze Früchte, sehr gutes, auch noch junges, packendes, aber gut in die Frucht eingebundenes und dadurch nicht abweisendes Tanin und somit durchaus schon offen für den geneigten Trinker.
Viele Grüße,
Euer Schöni
pessac-léognan
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Re: Bordeaux 2019

Beitrag von pessac-léognan »

Château Ferrière Margaux GCC 2019 (13.5% ABV)
70% CS / 25% M / 5% PV
Trotz fortdauernder, nur leicht geminderter Hitze war da wieder einmal das Bedürfnis nach richtigem Wein, Bordeaux rot.
Nach langer Suche die Wahl: Ferrière 2019, etwas zweifelnd, und am ersten Tag waren die Zweifel gerechtfertigt. Sehr zugeknöpft gibt sich dieser Margaux, nasal neben Lakritz etwas Blumiges und Rauch, palatal gekohltes Holz, wieder Rauch (und Weihrauch), etwas Schwarzbrot.
Also: nach dem Probegläschen wieder verkorkt und zurück in den WKS.
Zwei Tage später: Der tiefdunkle Wein hat an Zugänglichkeit deutlich gewonnen (und gewinnt heute im Verlauf des Tages, begleitet von Beethoven, Tschaikowsky, Dvorak und Mahler, weiter).
Nasal sind neben Blumen, Rauch und Kohle nun doch auch die sehr dunklen Beeren riechbar, die dann am Gaumen zunächst in getrockneter Form, im Verlauf des Nachmittags zunehmend in schöner Reife sich zeigen: in einer Mischung von Cassis, Aronia und Wacholder zunächst sehr herb, dann sich quasi erweichend und veilchenhaft Blumiges neben sich zum Erblühen bringend, ohne dass Kohle und Rauch sich ganz verzögen - das hat aber seinen Reiz - nur darf man den Wein nicht zu warm werden lassen. Am besten trinkt man dieses junge Margaux-Ensemble bei 15 - 17°. Übrigens: Die heute Mittag nur knappstens trinkanimierend zu nennende Säure hat sich gemildert - im Gleichschritt mit den vorgestern noch sehr aufrauhenden Tanninen.
Kurz: Wenn man sehr viel von dem Wein hat (es bleiben noch 23), ist es kein Fehler, immer wieder eine Flasche davon zu öffnen, aber seine wahre Größe zeigt er wohl erst in 4 bis 6 Jahren.
Punkte? Na ja: direkt nach dem Öffnen höchstens 88, heute Mittag gegen 90, aktuell beim zweitletzten Glas nicht mehr weit von 92...
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Schönibert
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Re: Bordeaux 2019

Beitrag von Schönibert »

pessac-léognan hat geschrieben: So 16. Aug 2026, 17:00 Château Ferrière Margaux GCC 2019
Hab noch eine 13er davon im Keller und sie gestern ganz ernst angesehen. Es hatte kurz gezuckt, hab sie dann aber wieder zurück gelegt.
Ist demnächst fällig. Fand den im Dezember 21, also nach 8 Jahren, noch ziemlich zu, aber vielversprechend, also das könnte jetzt anfangen Spaß zu machen. Mag die auch von dir beschriebene schwarze Johannisbeere mit dem Lagerfeuer ganz gerne, die der 13 auch hat.
Viele Grüße,
Euer Schöni
Zweifel
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Re: Bordeaux 2019

Beitrag von Zweifel »

pessac-léognan hat geschrieben: So 16. Aug 2026, 17:00 Château Ferrière Margaux GCC 2019 (13.5% ABV)
70% CS / 25% M / 5% PV
Trotz fortdauernder, nur leicht geminderter Hitze war da wieder einmal das Bedürfnis nach richtigem Wein, Bordeaux rot.
Nach langer Suche die Wahl: Ferrière 2019, etwas zweifelnd, und am ersten Tag waren die Zweifel gerechtfertigt. Sehr zugeknöpft gibt sich dieser Margaux, nasal neben Lakritz etwas Blumiges und Rauch, palatal gekohltes Holz, wieder Rauch (und Weihrauch), etwas Schwarzbrot.
Also: nach dem Probegläschen wieder verkorkt und zurück in den WKS.
Zwei Tage später: Der tiefdunkle Wein hat an Zugänglichkeit deutlich gewonnen (und gewinnt heute im Verlauf des Tages, begleitet von Beethoven, Tschaikowsky, Dvorak und Mahler, weiter).
Nasal sind neben Blumen, Rauch und Kohle nun doch auch die sehr dunklen Beeren riechbar, die dann am Gaumen zunächst in getrockneter Form, im Verlauf des Nachmittags zunehmend in schöner Reife sich zeigen: in einer Mischung von Cassis, Aronia und Wacholder zunächst sehr herb, dann sich quasi erweichend und veilchenhaft Blumiges neben sich zum Erblühen bringend, ohne dass Kohle und Rauch sich ganz verzögen - das hat aber seinen Reiz - nur darf man den Wein nicht zu warm werden lassen. Am besten trinkt man dieses junge Margaux-Ensemble bei 15 - 17°. Übrigens: Die heute Mittag nur knappstens trinkanimierend zu nennende Säure hat sich gemildert - im Gleichschritt mit den vorgestern noch sehr aufrauhenden Tanninen.
Kurz: Wenn man sehr viel von dem Wein hat (es bleiben noch 23), ist es kein Fehler, immer wieder eine Flasche davon zu öffnen, aber seine wahre Größe zeigt er wohl erst in 4 bis 6 Jahren.
Punkte? Na ja: direkt nach dem Öffnen höchstens 88, heute Mittag gegen 90, aktuell beim zweitletzten Glas nicht mehr weit von 92...

Hallo Jean

Danke für die Notiz. Ich werde mit dem 2019er zuwarten. Der 2018er zeigte sich letzthin (ohne Notizen) schon ziemlich zugänglich.
Bei dem heissen Wetter weiche ich aus auf gut gekühlten Gamay oder Dole, passt gut.

Gruss Hans-Rudolf
Kle
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Re: Bordeaux 2019

Beitrag von Kle »

pessac-léognan hat geschrieben: So 16. Aug 2026, 17:00 Château Ferrière Margaux GCC 2019 (13.5% ABV)
70% CS / 25% M / 5% PV
(...) Rauch, palatal gekohltes Holz, wieder Rauch(...)
(...)Rauch und Kohle (...)
(...) ohne dass Kohle und Rauch sich ganz verzögen - das hat aber seinen Reiz - nur darf man den Wein nicht zu warm werden lassen. Am besten trinkt man dieses junge Margaux-Ensemble bei 15 - 17°. Übrigens: Die heute Mittag nur knappstens trinkanimierend zu nennende Säure hat sich gemildert - im Gleichschritt mit den vorgestern noch sehr aufrauhenden Tanninen.(...)
Vielen Dank für die Beschreibung zum Ferrière weiter oben, die anregt, sehr aufmerksam für feine Aromen und ihre Entwicklung zu sein.
Die von mir zitierten Begriffe erinnern mich grob an einen ganz anderen Wein aus 2016, bei dem ich mich zurzeit frage, ob auch Reifenoten verantwortlich sind. Sie lassen mit mehr Erwärmung eher nach und auch Nüsse essen kann sie entschärfen.
Meinst du, dass für die aufdringlich dunklen Aromen bei einem 19er vor allem jüngeres Tannin/Holz verantwortlich ist oder eventuell auch anderes?

Dank und Gruß, Kle
„Wenn man die Augen zumacht, schmeckt er noch bitterer, es ist phantastisch.“
Julio Cortázar, Rayuela (Übers. Fritz Rudolf Fries)
pessac-léognan
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Re: Bordeaux 2019

Beitrag von pessac-léognan »

Danke euch beiden, Hans-Rudolf und Kle, für eure Rückmeldungen.
@ Hans-Rudolf: Den 18er Ferrière, von dem ich nach der Arrivage eine Flasche hatte, habe ich ebenfalls als zugänglicher, aber auch als wichtiger (und insgesamt vielleicht untypischer für Ferrière ?) empfunden als den 19er.
@ Kle: Deine Fragen bezüglich Holz kann ich nicht wirklich beantworten. In der Tat habe ich die Rauchigkeit und insbesondere die (Holz-)Kohlenassoziationen von meinen ersten beiden Flaschen Ferrière 2019 nicht in Erinnerung, wohl aber, dass auch jene beiden Flaschen sich über mehrere Tage hinweg ziemlich eklatant veränderten und merklich trinkbarer wurden. Mag sein, dass diese "Veränderungen" in der Wahrnehmung auch mit der Biodynamie zu tun haben (aber da habe ich nicht so sehr viel Erfahrung, meine mich aber zu erinnern, dass Ähnliches [wenn auch nicht bezüglich Rauch und Kohle] auch bei dem ziemlich kontrovers diskutierten Pontet-Canet 2023 [und auch PC 2016?] beschrieben wurde - waren da nicht u.a. Nora und du beteiligt? Ich habe allerdings die Notizen dazu nicht mehr detailliert im Gedächtnis).
Es geht jedenfalls nicht primär um Flaschenvarianz, denn die Differenzen zwischen meinen beiden ersten und dieser dritten Flasche sind wohl primär der zeitlichen Distanz geschuldet, während sämtliche Flaschen im Verlauf des Trinkens über mehrere Tage hinweg erstaunliche (wenn auch unterschiedliche) Veränderungen durchliefen.
Ich habe das so übrigens auch vom ebenfalls biodynamisch arbeitenden "Schwesterweingut" Durfort-Vivens von Claire Villars Ehemann Gonzague Lurton nicht in Erinnerung, dessen Weine sich eher in der Intensität der Frucht entwickelten, ohne jedoch "Variationen" wie der Ferrière zu durchlaufen. Interessant, wie die beiden Weine trotz vergleichbarer Rebsortenzusammensetzung (DV ist noch stärker cabernetbetont) und Weinbereitung ziemlich unterschiedliche "Handschriften" zeigen. Halt doch wieder das viel bemühte "Terroir"?
Gruß
Jean
pessac-léognan
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Re: Bordeaux 2019

Beitrag von pessac-léognan »

Danke euch beiden, Hans-Rudolf und Kle, für eure Rückmeldungen.
@ Hans-Rudolf: Den 18er Ferrière, von dem ich nach der Arrivage eine Flasche hatte, habe ich ebenfalls als zugänglicher, aber auch als wuchtiger (und insgesamt vielleicht untypischer für Ferrière ?) empfunden als den 19er.
@ Kle: Deine Fragen bezüglich Holz kann ich nicht wirklich beantworten. In der Tat habe ich die Rauchigkeit und insbesondere die (Holz-)Kohlenassoziationen von meinen ersten beiden Flaschen Ferrière 2019 nicht in Erinnerung, wohl aber, dass auch jene beiden Flaschen sich über mehrere Tage hinweg ziemlich eklatant veränderten und merklich trinkbarer wurden. Mag sein, dass diese "Veränderungen" in der Wahrnehmung auch mit der Biodynamie zu tun haben (aber da habe ich nicht so sehr viel Erfahrung, meine mich aber zu erinnern, dass Ähnliches [wenn auch nicht bezüglich Rauch und Kohle] auch bei dem ziemlich kontrovers diskutierten Pontet-Canet 2023 [und auch PC 2016?] beschrieben wurde - waren da nicht u.a. Nora und du beteiligt? Ich habe allerdings die Notizen dazu nicht mehr detailliert im Gedächtnis).
Es geht jedenfalls nicht primär um Flaschenvarianz, denn die Differenzen zwischen meinen beiden ersten und dieser dritten Flasche sind wohl primär der zeitlichen Distanz geschuldet, während sämtliche Flaschen im Verlauf des Trinkens über mehrere Tage hinweg erstaunliche (wenn auch unterschiedliche) Veränderungen durchliefen.
Ich habe das so übrigens auch vom ebenfalls biodynamisch arbeitenden "Schwesterweingut" Durfort-Vivens von Claire Villars Ehemann Gonzague Lurton nicht in Erinnerung, dessen Weine sich eher in der Intensität der Frucht entwickelten, ohne jedoch "Variationen" wie der Ferrière zu durchlaufen. Interessant, wie die beiden Weine trotz vergleichbarer Rebsortenzusammensetzung (DV ist noch stärker cabernetbetont) und Weinbereitung ziemlich unterschiedliche "Handschriften" zeigen. Halt doch wieder das viel bemühte "Terroir"?
Gruß
Jean
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