Empfehlungen weniger bekannter Protagonisten

Ralf Gundlach
Beiträge: 2545
Registriert: So 30. Jan 2011, 23:13

Re: Empfehlungen weniger bekannter Protagonisten

Beitrag von Ralf Gundlach »

Bernd Schulz hat geschrieben: Di 21. Apr 2026, 10:13 Hallo Ralf,

von dem Rosé würde ich dir gerne eine Flasche abkaufen, wenn sich das machen lässt! Der Wein interessiert mich ebenfalls sehr.

Herzliche Grüße

Bernd
Hallo Bernd,

du kannst auch 2 Pullen haben, ich hatte dich schon auf dem Bildschirm.

Gruß

Ralf
Ralf Gundlach
Beiträge: 2545
Registriert: So 30. Jan 2011, 23:13

Re: Empfehlungen weniger bekannter Protagonisten

Beitrag von Ralf Gundlach »

Der 2024 Rose von Florian Reus ist richtig klasse. Ich habe ihn in den letzten zwei Wochen mehrmals im Glas gehabt. Das ist ein ernsthafter, substanzreicher Vertreter seiner Gattung, der überhaupt nicht deutsch wirkt. Die Frucht spielt da nicht die erste Geige. Und auch ansonsten ist nichts vorlaut. Von der Substanz und Power hat der mich durchaus an einen Bandol Rose erinnert. Aber mit mehr Trinkfluß. Ich hatte zwischendurch mal den 2023 Gipsy One Rose von Serman getrunken, der ja auch nicht von der Stange ist. Aber der hatte nichts gegen den Rose von Florian Reus zu melden. Der geht sowohl solo als auch zum Essen klasse. Ist aber sicher nicht der typische Terassen-Rose, den man einfach mal wegzischt.
Die aufgerufenen 11 Euro sind sehr, sehr günstig für solch eine Qualität. Sehe ich bei 91-92 Punkte.

Gruß

Ralf
Bernd Schulz
Beiträge: 7721
Registriert: Sa 11. Dez 2010, 23:55

Re: Empfehlungen weniger bekannter Protagonisten

Beitrag von Bernd Schulz »

Ralf hatte dankenswerterweise auch für mich zwei Flaschen des 24er Rosés besorgt, und sein Beitrag hat mich natürlich neugierig gemacht:

Bild

In vielen Punkten bin ich bei Ralf: Das ist schon ein verdammt ernsthafter Rosé, der seine Herkunft aus der Spätburgundertraube nicht verleugnet und nicht weniger expressiv wirkt als ein guter roter Pinot. Was ich nicht verspüre, ist irgendeine Assoziation an Bandol (wobei ich letzteren zugegebenermaßen bislang nur selten getrunken habe); auf mich wirkt der Wein durchaus "deutsch", aber im positiven Sinne. Bei der Bewertung sind wir uns weitgehend einig, und ich freue mich schon sehr auf meine zweite Flasche. Einen Rosé dieses Formats dürfte man weder in Deutschland noch in Frankreich allzu häufig finden....

Herzliche Grüße

Bernd
Benutzeravatar
Jochen R.
Beiträge: 3077
Registriert: Mo 6. Dez 2010, 19:53
Bewertungssystem: Auf Benutzername klicken

Re: Empfehlungen weniger bekannter Protagonisten

Beitrag von Jochen R. »

Kürzlich mal wieder einen Abstecher nach Volkach gemacht und in der Vinothek vom Weingut Römmert u. a. diesen Wein verkostet:
Römmert - Denkfreiheit 2024, eine Cuvee aus Silvaner, Kerner und Bacchus.

Dass das ein schöner Terrassenwein ist, hat sich nun bestätigt. Riecht für mich klar nach Silvaner mit Birne, Pfirsich und auch etwas grünes im Hintergrund. Am Gaumen erwartet einen ein leckerer Früchtekorb mit v. a. Orangen und Nectarinen und einem für die aufgerufenen 9 EUR sehr anständigen Abgang. Für meinen Geschmack dürfte die Säure etwas knackiger sein, aber vermutlich ist das genau so gewollt. Dürfte ein mehrheitsfähiges Getränk sein, trinkig ohne Ende und mit 12 %-Vol. recht moderat im Alkohol.

Viele Grüße,
Jochen
"Viele haben eine Meinung, aber keine Ahnung." (Franz Müntefering)
weinaffe
Beiträge: 1400
Registriert: Mo 6. Dez 2010, 13:19
Bewertungssystem: Auf Benutzername klicken

Re: Empfehlungen weniger bekannter Protagonisten

Beitrag von weinaffe »

Hallo zusammen,

dieser Randersackerer "Kleinstbetrieb" fliegt ziemlich unter dem Radar, macht aber einige bemerkenswerte Weine aus Rebsorten, denen man solche Qualitäten manchmal nicht zutraut. Dazu folgendes Beispiel:

Bild

Die sehr handwerklich erzeugten Weine reifen meiner Erfahrung nach auch sehr positiv.

LG
Bodo
weinaffe
Beiträge: 1400
Registriert: Mo 6. Dez 2010, 13:19
Bewertungssystem: Auf Benutzername klicken

Re: Empfehlungen weniger bekannter Protagonisten

Beitrag von weinaffe »

Hallo zusammen,

bei der fränkischen Bio-Weinmesse auf der Vogelsburg sind mir insbesondere 4 weniger bekannte Betriebe positiv aufgefallen:

1.) Weingut Arnold in Iphofen: der knalltrockene 2024er Iphöfer Kalb Silvaner Alte Reben (Pflanzjahr in den 70ern) gehört sicherlich zu den besten Vertretern dieses Jahrgangs, typische Keuper-Mineralität, zarte Frucht und einige Tiefe und Länge, für diese Qualität enorm preiswert (15 EURO). Auch der Chardonnay konnte überzeugen.

2.) Daniel Then aus Sommerach mit einem sehr eleganten und hintergründigen 25er Sommeracher Katzenkopf Silvaner Alte Reben zum Freundschaftspreis von 12,50 EURO. Auch sein Altfränkischer Satz konnte voll überzeugen.

3.) Roland Staudt aus Sulzfeld mit einem sehr eleganten und stimmigen 24er Sulzfelder Maustal Silvaner Alte Reben, sehr hintergründig und tief, ganz feinfühliger, dezenter Holzeinsatz. Für 14,90 EURO eigentlich viel zu billig.

4.) Weingut Drescher aus Sommerach ein interessanter Newcomer, dessen Weine erst in den letzten 2-3 Jahren einen deutlichen Qualitätssprung gemacht haben. Hier ist in den nächsten Jahren noch einiges zu erwarten. Wer z. B. keine 30 EURO für den allerdings grandiosen Traminer Orange vonZang ausgeben will, findet hier fast Gleichwertiges mit dem "Wildrose" Orange-Traminer für 18 EURO.

Wie immer eine sehr familiäre Veranstaltung unter schattigen Bäumen, bei der man sich auch ausführlich und ohne schlechtes Gewissen mit den Winzern unterhalten kann.

P.S.: Manfred Rothe aus Nordheim will sich auf das Altenteil zurückziehen und sucht einen Nachfolger, der den Betrieb in seinem Sinne und möglichst als SoLaWi weiterführen soll. Wer sich da berufen fühlt, kann ja mal mit Herrn Rothe Kontakt aufnehmen ;)

LG
Bodo
Antworten

Zurück zu „Franken“