Drei Tage mit Höchsttemperaturen zwischen 40° und 42°C, sind überstanden; so eine Hitze schmerzt. Der ‚Temperatursturz‘ auf 32°C tut da erstaunlich gut. In der Nacht von Samstag auf Sonntag zogen gleich zwei Gewitter durch und brachten knapp 6 mm Niederschlag. Trotzdem fällt der Wasserstand in unserem Gewässer hinterm Château sehr schnell. Die Vegetation zieht sehr viel Wasser. Für die nächsten zwei Wochen ist kein Regen in Sicht.
Die Reben habe diese Hitze eindrucksvoll gut überstanden. Wenn überhaupt gibt es nur punktuelle Verbrennungen an den Tauben. Bei den unteren Blättern wird sich jedoch bald der Trockenstress bemerkbar machen – vor allem bei den jungen Reben. Arbeiten an der Rebe waren nicht möglich, weil bei diesem Hitzestress die Vegetation Schaden genommen hätte. Alles ist sensibilisiert.
Wir sind gerade im Abschluss der ‚Nouaison‘ Beeren-Füll-Phase. Die anhaltende Trockenheit hat diese ausgebremst. Noch ist es nicht dramatisch, allerdings ist jetzt schon absehbar, dass die Beeren kleiner bleiben werden. Wahrscheinlich wird es wieder eine kleine Ernte.
Wie gut unsere frische Anpflanzung diese Hitzewelle überstanden hat und durch diesen Sommer kommt, wird sich noch zeigen. Bisher bin ich zuversichtlich. Wichtig ist, dass unsere Wasserreserven eine längere Trockenperiode durchhalten. Bodenbearbeitung alleine reicht nicht mehr aus. Mit der Tröpchenbewässerung sammle ich gerade so meine Erfahrungen. DIese Anlage geht zum Glück sehr sparsam mit dem Wasser um.
Beste Grüße aus Médoc
Stefan
Médoc 2026
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Re: Médoc 2026
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final_scream
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Re: Médoc 2026
Erstaunlich, wie weit die Traubenentwicklung im Medoc und an meinem heimischen Balkon in Norddeutschland auseinanderliegen: Bei mir hat in der letzten Woche erst die Blüte begonnen.
Gruß
Steffen
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Steffen
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Re: Médoc 2026
...herzlich willkommen! Bin gespannt, was Du zu Deinen weiteren Vorlieben (neben BDX) teilen magst!final_scream hat geschrieben: ↑Mo 29. Jun 2026, 20:11 Neu im Forum. Mitleser seit 2023.
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Viele Grüße
Erich
Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's
DAS EWIG GESTRIGE
was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil's heute hat gegolten.
https://ec1962.wordpress.com/
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Re: Médoc 2026
Wir sind jetzt in der dritten Hitzewelle dieses Jahr. Bei einigen Bäumen sind die Blätter im oberen Kronenbereich verbrannt…
So wie es aussieht wird es eine kleine Ernte werden.
Der Hitze- und Trockenstress trifft die Beeren-Füllphase und stoppt diese. Da bis auf weiteres keine Niederschläge in Aussicht sind, ist damit zu rechnen, dass die Beeren klein bleiben. Verbrennungen sind nur Vereinzelt zu beobachten. Etwas Schaden gab es durch Schwarzfäule, das ist jedoch nur punktuell und hält sich in Grenzen. Jungreben, die für abgestorbene Reben beigepflanzt wurden, leiden besonders, auch wenn sie wie hier schon einige Jahre im Bestand sind. Das zeigt das Bild deutlich.
Als wäre das alles noch nicht genug, gibt es im Markt keinerlei anzeichen für Besserung.
Dabei ist im mittleren Preissegment der Umkehrungsprozess in der Angebots- und Nachfragebalance längst in vollem Gang. Erstaunlicherweise beschleunigt er sich weiter, obwohl im Bordelais die Weinproduktionsmenge schon 2025 unter der Verkaufsmenge lag. Damit ist angesichts der Ernteerwartung und Rodung sehr sicher zu rechnen.
Trotzdem zeigt sich bei den Preisen für die Châteaux keine Erholung.
Ein markt-bereinigender Effekt bleibt bisher aus, weil:
- Lagerbestände wegen steigender Zins-/Kapitalkosten weiterhin in den Markt drücken.
- Liquidationen, Betriebsaufgaben, Notverkäufe, … zu zwar punktuellen jedoch massiven Preiserosionen führen und dem jeweiligen Händler einen ungewöhnlichen Angebotsvorteil verschaffen
Das macht die Krise sehr schmerzhaft und führt auch zu Fehleinschätzungen. Mittlerweile bin ich mir sicher, dass es zu einer Über-Korrektur kommen wird.
Beste Grüße aus Médoc
Stefan
So wie es aussieht wird es eine kleine Ernte werden.
Der Hitze- und Trockenstress trifft die Beeren-Füllphase und stoppt diese. Da bis auf weiteres keine Niederschläge in Aussicht sind, ist damit zu rechnen, dass die Beeren klein bleiben. Verbrennungen sind nur Vereinzelt zu beobachten. Etwas Schaden gab es durch Schwarzfäule, das ist jedoch nur punktuell und hält sich in Grenzen. Jungreben, die für abgestorbene Reben beigepflanzt wurden, leiden besonders, auch wenn sie wie hier schon einige Jahre im Bestand sind. Das zeigt das Bild deutlich.
Als wäre das alles noch nicht genug, gibt es im Markt keinerlei anzeichen für Besserung.
Dabei ist im mittleren Preissegment der Umkehrungsprozess in der Angebots- und Nachfragebalance längst in vollem Gang. Erstaunlicherweise beschleunigt er sich weiter, obwohl im Bordelais die Weinproduktionsmenge schon 2025 unter der Verkaufsmenge lag. Damit ist angesichts der Ernteerwartung und Rodung sehr sicher zu rechnen.
Trotzdem zeigt sich bei den Preisen für die Châteaux keine Erholung.
Ein markt-bereinigender Effekt bleibt bisher aus, weil:
- Lagerbestände wegen steigender Zins-/Kapitalkosten weiterhin in den Markt drücken.
- Liquidationen, Betriebsaufgaben, Notverkäufe, … zu zwar punktuellen jedoch massiven Preiserosionen führen und dem jeweiligen Händler einen ungewöhnlichen Angebotsvorteil verschaffen
Das macht die Krise sehr schmerzhaft und führt auch zu Fehleinschätzungen. Mittlerweile bin ich mir sicher, dass es zu einer Über-Korrektur kommen wird.
Beste Grüße aus Médoc
Stefan
Die Wahrheit liebt es, sich zu verstecken. (Heraklit - Interpretation)
Re: Médoc 2026
Hallo,
vielen Dank für das Update, auch wenn es sich brutal liest. Sind Dir solche Witterungsbedingungen wie dieses Jahr schon einmal untergekommen?
Beste Grüße,
Wolf
vielen Dank für das Update, auch wenn es sich brutal liest. Sind Dir solche Witterungsbedingungen wie dieses Jahr schon einmal untergekommen?
Beste Grüße,
Wolf
„Es war viel mehr.“
Johnny Depp dementiert, 30.000 Dollar im Monat für Alkohol ausgegeben zu haben. (Quelle: „B.Z.“)
Johnny Depp dementiert, 30.000 Dollar im Monat für Alkohol ausgegeben zu haben. (Quelle: „B.Z.“)
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Re: Médoc 2026
In jedem Jahr gibt es ‚neue‘ Ereignisse, die es vorher nicht gegeben hat. Mit jedem Jahr lerne ich dazu. Michel Boyer der mit seinem Clos du Moulin bis in sein 72tes Jahr Winzer war, sage mir, dass keines der Jahre dem anderen glich, auch er hat sein Leben lang dazugelernt.
Es ist also keine Überraschung, dass auch dieses Jahr außergewöhnliche Geschehnisse hat:
- Die Monate Januar und Februar waren hier in Médoc so nass, dass in dieser Zeit weit mehr als die Hälfte der Jahresniederschläge runter kamen. Kalendarisch betrachtet wird 2026 voraussichtlich nicht als trockenes Jahr gelten…
- Der Atlantik ist ungewöhnlich warm mit 26°C Anfang Juli habe ich das noch nicht erlebt. Da ich dazu keine Daten habe muss das keine Garantie für einen neuen Rekord sein.
- Die Hitzewellen sind ungewöhnlich früh und dicht aufeinander folgend. Wäre damit nun Schluss wären diese drei Hitzewellen nicht so ungewöhnlich. Da der Sommer jedoch noch sehr jung ist, hat das Jahr 2026 durchaus das Potential für ein extremes Hitzejahr.
Die Natur kommt mit dieser sehr frühen Hitze nicht so gut zurecht. Noch in der frühen Vegetationsperiode hat es einige Pflanzen böse erwischt. Kastanien und Linden haben Verbrennungen an den Blättern im oberen Kronenbereich. Mit zunehmender Trockenheit fehlt den Pflanzen auch das Wasser, welches sie zur Kühlung durch Transpiration der Blätter brauchen. Einige Bäume fangen schon mit der ‚Laubreduktion‘ an.
So paradox es klingt war die frühe Hitze im Mai für den Wein eher positiv. Die Pflanze hat sich sofort auf Hitze eingestellt. Ich vermute, dass dies der Grund für die bisher wenigen Verbrennungen ist. In anderen Jahren waren die Schäden schon bei niedrigeren Temperaturen deutlich grösser.
Das Jahr ist noch nicht rum; ungewöhnlich wird es bestimmt.
Beste Grüße aus Médoc
Stefan
Es ist also keine Überraschung, dass auch dieses Jahr außergewöhnliche Geschehnisse hat:
- Die Monate Januar und Februar waren hier in Médoc so nass, dass in dieser Zeit weit mehr als die Hälfte der Jahresniederschläge runter kamen. Kalendarisch betrachtet wird 2026 voraussichtlich nicht als trockenes Jahr gelten…
- Der Atlantik ist ungewöhnlich warm mit 26°C Anfang Juli habe ich das noch nicht erlebt. Da ich dazu keine Daten habe muss das keine Garantie für einen neuen Rekord sein.
- Die Hitzewellen sind ungewöhnlich früh und dicht aufeinander folgend. Wäre damit nun Schluss wären diese drei Hitzewellen nicht so ungewöhnlich. Da der Sommer jedoch noch sehr jung ist, hat das Jahr 2026 durchaus das Potential für ein extremes Hitzejahr.
Die Natur kommt mit dieser sehr frühen Hitze nicht so gut zurecht. Noch in der frühen Vegetationsperiode hat es einige Pflanzen böse erwischt. Kastanien und Linden haben Verbrennungen an den Blättern im oberen Kronenbereich. Mit zunehmender Trockenheit fehlt den Pflanzen auch das Wasser, welches sie zur Kühlung durch Transpiration der Blätter brauchen. Einige Bäume fangen schon mit der ‚Laubreduktion‘ an.
So paradox es klingt war die frühe Hitze im Mai für den Wein eher positiv. Die Pflanze hat sich sofort auf Hitze eingestellt. Ich vermute, dass dies der Grund für die bisher wenigen Verbrennungen ist. In anderen Jahren waren die Schäden schon bei niedrigeren Temperaturen deutlich grösser.
Das Jahr ist noch nicht rum; ungewöhnlich wird es bestimmt.
Beste Grüße aus Médoc
Stefan
Die Wahrheit liebt es, sich zu verstecken. (Heraklit - Interpretation)