Badische Weißweine

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Udo2009
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Re: Badische Weißweine

Beitrag von Udo2009 »

OsCor hat geschrieben: Fr 10. Okt 2025, 23:58 ...
Dass die Werte für Restzucker und Säure rein gar nichts aussagen, würde ich für mich überhaupt nicht bestätigen wollen.

Gruß
Oswald
Na ja... ich erfasse die Werte in meinem Kellerprogramm.
Wenn man dann zufällig mal zwei Flaschen der selben Rebsorte aber von unterschiedlichen Winzern und von daher mit unterschiedlichen Säure- und Restzuckerwerten offen hat, dann kommt es gar nicht so selten vor, dass z. B. der Wein mit geringeren Säurewerten "saurer" schmeckt, als der mit den höheren Säurewerten. Oder der mit geringerem Restzuckergehalt "süßer" schmeckt, als der mit dem höheren Wert.

Es sind durchaus interessante Informationen, aber im Vorfeld zu sagen, der Wein mit Säure x und Restzucker x schmeckt so und so - funktioniert nicht. Man erlebt Überraschungen....
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Dominik Mueller
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Re: Badische Weißweine

Beitrag von Dominik Mueller »

2020 Landerer Sauvignon Blanc Fumé
Blass strohgelb in der Farbe. Ausdrucksvolles, kühles Bouquet mit frischen exotischen Früchten, Ananas, Stachelbeere, reifer Zitrone und Zitronengras sowie einer feinen, cremigen und rauchigen Note vom Holz und möglicherweise MLF. Trocken, mittelgewichtig, mit hoher, fein integrierter Säure. Die Aromen greifen die Nase auf: gelbe Früchte, Zitrone und nicht ganz reife Ananas. Der Abgang ist krautiger, mit nassem Gras, Zitronengras und grünem Apfel, klingt eher sanft ab als lange nachzuhallen. Zurückhaltend, nicht laut, mit wohldosiertem Einsatz von neuem Holz. Gut.
Meine Wein-Notizen
Ihr findet mich außerdem in den wineBANKs, zumeist im Rheingau.
Je-Mi
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Re: Badische Weißweine

Beitrag von Je-Mi »

Dominik Mueller hat geschrieben: Mo 13. Okt 2025, 23:01 2020 Landerer Sauvignon Blanc Fumé
Blass strohgelb in der Farbe. Ausdrucksvolles, kühles Bouquet mit frischen exotischen Früchten, Ananas, Stachelbeere, reifer Zitrone und Zitronengras sowie einer feinen, cremigen und rauchigen Note vom Holz und möglicherweise MLF. Trocken, mittelgewichtig, mit hoher, fein integrierter Säure. Die Aromen greifen die Nase auf: gelbe Früchte, Zitrone und nicht ganz reife Ananas. Der Abgang ist krautiger, mit nassem Gras, Zitronengras und grünem Apfel, klingt eher sanft ab als lange nachzuhallen. Zurückhaltend, nicht laut, mit wohldosiertem Einsatz von neuem Holz. Gut.
Interessant mal etwas von dem Weingut zu hören.
Der 19er war jung super. Krasse Frucht. Ich habe dann ein paar Flaschen nachgekauft. Mit zunehmender Flaschenreife hat er mir weniger gefallen. Den 21er habe ich auch probiert. Der Wein war auch jung nicht so stark wie der 19er.
2-3 andere Weine von Landerer habe ich auch probiert. Fand ich nicht schlecht, aber auch nicht besonders aufregend.
Beste Grüße
Jens
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Dominik Mueller
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Re: Badische Weißweine

Beitrag von Dominik Mueller »

Danke für deine Antwort, Jens. Zum 19er kann ich nichts sagen. Der von mir beschriebene 20er erscheint mir durchaus lagerfähig und der Name "Fumé" deutet ja schon an, worauf Landerer hier abgezielt haben könnte: Weniger fruchtbetont, dafür angenehm krautig, mineralisch und mit dezenten Sekundäraromen, (ansatzweise) komplex. Der Wein wurde komplett im Holz ausgebaut, immerhin die Hälfte neu. Das haben sie gut gemacht, finde ich. Als sehr gut hätte ich ihn empfunden, wenn doch mehr Druck und auch Länge dagewesen wäre. Aber ein guter Wein auf jeden Fall, von dem ich mir auch einen neueren Jahrgang besorgen werde.
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EThC
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Re: Badische Weißweine

Beitrag von EThC »

...da hätte ich mir auch für 8 Euronen einen Inzolia aus Sizilien kaufen können! Oder so...

2022er Chardonnay – [Mauchener Sonnenstück] – Venus – trocken – Badischer Landwein, Greiner

Bild
Viele Grüße
Erich

Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's
DAS EWIG GESTRIGE
was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil's heute hat gegolten.

https://ec1962.wordpress.com/
Ralf Gundlach
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Re: Badische Weißweine

Beitrag von Ralf Gundlach »

Bernd Schulz hat geschrieben: So 5. Okt 2025, 22:18 Im Glas liegt gerade der gehobene Müller-Thurgau von Clauß - und der macht durchaus staunen:

Bild

Der Wein ist eine eindrucksvolle Demonstration dessen, was mit Müller-Thurgau möglich ist. Ich habe schon einige gute Sachen aus der Sorte getrunken, aber das hier schießt für mich in puncto Dichte und Komplexität den Vogel ab (wobei ich Tiefenbrunners legendären "Feldmarschall von Fenner" freilich nicht kenne, aber der kostet auch das Dreifache).

"Spontanvergärung im Tonneau, unfiltriert abgefüllt. Hier steht die Würze im Vordergrund" heißt es auf der Website von Clauß zu diesem Ausnahme-Müller. Wer wissen will, wie knalltrockener Müller-Thurgau in richtig ambitioniert (und nicht zu teuer) schmecken kann, sollte sich den "Wildfang Reserve" besorgen.

Herzliche Grüße

Bernd
Hallo Bernd,

der ist klasse. Stark auf der würzigen Seite unterwegs. Klasse M-T. Ganz anders als die Franken. Anspruchsvoll, fast ein „Naturwein“. Und trotzdem nicht zu kompliziert. Konzentriert, substanzreich.

Gruß

Ralf
Lars Dragl
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Re: Badische Weißweine

Beitrag von Lars Dragl »

Hallo!

Greiner Chardonnay 2024

Recht helle Farbe mit eineigen grünlichen Reflexen; von Kohlensäure keine Spur. In der Nase zunächst wirklich nicht besonders einladend nach feuchtem Stroh, deutlichen, aber etwas grobschlächtigen mineralischen Anflügen und nicht mehr ganz frischem Zitronenöl; altes Fass und leicht reduktive Noten sind auch da. Mit viel Zeit und Luft findet sich das alles sehr viel besser und zeigt Anmutungen von noch leicht grüner Zitrone, Apfel, der Schale einer Ananas, ganz hellen, nussigen Eindrücken und deutlich kalkigen Noten. Im Mund bleibt der Wein schlank und geradlinig, hat aber auch einiges an Substanz und feinem Schmelz, die man dem Wein erst auf den dritten und vierten Schluck anmerkt. Der Abgang ist von sehr guter Länge und bringt immer wieder auch reife Frucht zum Vorschein, die man nach dem zurückhaltenden Antrunk vielleicht gar nicht mehr erwartet hätte. Ganz trocken, mit Frische, Spannung und Salzspur. Mir gefällt der Wein (mit viel Luft) sehr, obwohl ich eigentlich lieber Riesling mag. Wo die Reise hingeht, kann ich nicht sicher sagen, aber es würde mich nicht wundern, wenn das in zwei bis drei Jahren viel Wein für sein Geld ist.

Herzliche Grüße

Lars
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