Dies & Jenes - Proben querbeet

Berichte von Verkostungen mit Weinen aus mehreren Ländern/Regionen (sonst bitte im Länderforum einstellen)
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maha
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Re: Dies & Jenes - Proben querbeet

Beitrag von maha »

Ich danke euch für eure Glückwünsche. :)

Ja, ich bin wirklich froh dass ich diese Schätze mit guten Freunden teilen konnte.
Der schönste Sport ist der Weintransport!
Bernd Schulz
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Re: Dies & Jenes - Proben querbeet

Beitrag von Bernd Schulz »

Ralf hat mir heute eine in ein kleines Fläschchen umgefüllte Blindprobe vorbeigebracht, und jetzt sitze ich hier und versuche verzweifelt, herauszubekommen, um was für einen Wein es sich handeln könnte:

Bild

Mein erster Impuls war Riesling, mein zweiter Chardonnay (mit dezentem, sehr gelungenem Holzeinsatz). Und ich bleibe jetzt mal bei Chardonnay, wobei ich wirklich nicht weiß, wo er herkommen könnte. Ein richtig guter Wein ist das auf jeden Fall, und es würde mich nicht besonders wundern, wenn es sich um ein Exemplar aus dem Burgund handeln würde (mit besseren burgundischen Weißen habe ich allerdings sehr wenig Erfahrungen).

Jahrgang? Vermutlich nicht allzu alt, so um 2020 herum?

Puh, vielleicht ist es doch ein deutscher Riesling, und ich habe mich jetzt hoffnungslos blamiert. Aber no risk, no fun!

Herzliche Grüße

Bernd
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EThC
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Re: Dies & Jenes - Proben querbeet

Beitrag von EThC »

Chat-GPT meint dazu:
Hochwertige österreichische oder deutsche Weißweine aus sorten wie Grüner Veltliner, Riesling oder Sauvignon Blanc, oft mit salzig-mineralischem Charakter, lebhafter Säure und langer, herber Abgang.
Ein namentlich benannter Wein könnte ein hochwertiger Lagen- oder Weinviertel/Weinbau-Gebiet-Weißwein sein, der extraktreich, düster und vielschichtig wirkt.
Viele Grüße
Erich

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Bernd Schulz
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Re: Dies & Jenes - Proben querbeet

Beitrag von Bernd Schulz »

Grünen Veltliner und Sauvignon Blanc würde ich auschließen wollen. Und "düster" ;) wirkt der Wein auf mich gewiss nicht.

Aber ansonsten gilt der alte Spruch: Blindverkostungen machen demütig! :oops:

Herzliche Grüße

Bernd
Ralf Gundlach
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Re: Dies & Jenes - Proben querbeet

Beitrag von Ralf Gundlach »

Hier kommt die Auflösung. Es ist der

2023 Silvaner Alte Reben Escherndorfer Lump „Stairway to heaven“ von Schäffer

Ich fand den ähnlich gut wie Bernd. Liegt allerdings auch bei 25 Euro. Ich hätte ihn aber sicher auch nicht blind erraten. Wurde im kleinen Holzfass ausgebaut, die Reben sind von 1967.

Gruß

Ralf
Bernd Schulz
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Re: Dies & Jenes - Proben querbeet

Beitrag von Bernd Schulz »

Nicht einmal die Rebsorte geschweige denn das Anbaugebiet habe ich einigermaßen erkannt - so kann es gehen.... :oops:

Zu meiner Verteidigung möchte ich vorbringen, dass der oft auch in höherwertigen Silvanern deutlich zu verspürende rustikale Charakter der Sorte hier keine Rolle spielt (nix mit Schlehen). Und die Säure ist (für meinen Geschmack) erstaunlich präsent.
Ralf Gundlach hat geschrieben: So 18. Jan 2026, 22:34 Liegt allerdings auch bei 25 Euro.
Die 25 Euro finde selbst ich gar nicht so unangemessen....

Herzliche Grüße

Bernd
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EThC
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Re: Dies & Jenes - Proben querbeet

Beitrag von EThC »

Bernd Schulz hat geschrieben: So 18. Jan 2026, 22:53 Nicht einmal die Rebsorte geschweige denn das Anbaugebiet habe ich einigermaßen erkannt - so kann es gehen.... :oops:
...die KI auch nicht, ist doch auch irgendwie beruhigend...
Viele Grüße
Erich

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Gaston
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Re: Dies & Jenes - Proben querbeet

Beitrag von Gaston »

Hallo,

Im Rahmen einer kleinen Feier mit dem weinaffinen Teil meiner Verwandschaft wurden einige interessante Flaschen geöffnet. Alles ohne Notizen, aus dem Gedächtnis.

Los gings als Aperitif mit Egon Müllers Scharzhofberger Riesling Qualitätswein 2021. 8,5% vol. Helles Gelb mit grünlichen Reflexen. Leise, zurückhaltende Nase, bisschen Frucht, bisschen Mineralität. Am Gaumen für mich ungeübten Restsüss-Trinker ein Wein im typischen Mosel-Kabinett-Stil, leicht, zart, insgesamt moderate Süsse, feinherbe Anmutung, da gute, abpuffernde Säure, schlank, interessante leichte Phenolik, schön zu trinken. Ja, warum nicht? Am Tisch hiess es: Sehr gut, bekomme ich aber bei Schloss Lieser oder Fritz Haag genauso gut, aber deutlich preiswerter. Habe dem nichts hinzuzufügen. (88 P. ?)

Weiter gings zum Spargelgang (als Salat mit Bärlauchdressing und überbacken mit Parmesan) mit Randolf Kauers Oberweseler Ölsberg Riesling Spätlese trocken aus 2010. Toll gereift, aromatisch betörend, kandierte Aprikose, getrocknetes Gewürzkissen, absolut harmonisch und delikat, kein Petrol, grosse Zufriedenheit in der gesamten Runde, für mich auf dem Höhepunkt oder knapp dahinter, das wird nicht mehr besser, jetzt trinken! (92)

Ein dazwischen geschobener 2024er Silvaner 1GG von Wirsching (Lage weiss ich nicht mehr) war nicht schlecht, aber viel zu jung und fiel gegenüber dem Kauer deutlich ab (87).

Der 2020er Weissburgunder R von Schäfer Fröhlich war vor ca. einem Jahr ein absolutes Top-Erlebnis für mich, ich war begeistert. Diesmal fiel die Wertung zurückhaltender aus, gut bis sehr gut, ja, aber irgendwie fehlte mir die beissende Mineralik und grosse Tiefe, wirkte alles etwas leiser und braver… Schlechte Flasche? Tagesform? Wer weiss… (89)

Der erste Rote war ein Kleinod und vielleicht Geheimtipp vom Mittelrhein. Marco Hofmann, Oberweseler St. Martinsberg Spätburgunder 2020. Dazu muss ich fairerweise vorausschicken, dass Marco Hofmann ein Freund von mir ist, und das mag mein Urteil beeinflussen. In der Nase vielleicht ganz leicht flüchtige Säure, die mit Luft aber verfliegt. Dann klassische Pinot-Aromen mit vorwiegend Kirsche, ein Hauch Himbeere, am Gaumen von eben jener Balance von Feinheit und Substanz, die ich an Spätburgunder so liebe. Sehr attraktiver, schiefermineralischer Nachhall. Sehe sehr gut. Leider nicht ganz billig. (91)

Weiter gings mit Nicolas Rossignol, Volnay 1er Cru Ronceret 2010. Solider Erzeuger, guter Jahrgang. Wie ein Pommard eher auf der kräftigen Seite, viel Kraft und Substanz, aromatisch aber deutlich als Pinot zu erkennen, noch überraschend jung wirkend, insgesamt harmonisch und balanciert mit toller Säure, ein sehr guter Burgunder, wenn auch der letzte Schliff und tiefere Feinheit fehlte (89/90).

Zu den mediterran gewürzten Lammkotteletts wurde dann noch folgerichtig ein Bordeaux aufgezogen, Sociando-Mallet 2012 aus der Magnum. Klassischer Bordeaux mit viel Cassis, Tabak und Leder, feinen, abgeschliffenen Tanninen, dennoch eher jung wirkend, ein ziemlicher Kraftprotz, der aber immer die Balance hielt. Am Tisch grosse Zufriedenheit, passte auch hervorragend zum Lamm, aber ich und Bordeaux… das wird einfach keine grosse Liebe mehr. Bdx. trinke ich eher selten, und oft ist mir das einfach zu viel, zu schwer, zu intensiv. Und wenn man dann auch noch hmit Cassis auf Kriegsfuss steht… aber nicht missverstehen, ein objektiv sehr guter Wein, nur nicht meine Stilrichtung. Von mir 88/89 P. (Am Tisch deutlich in den 90ern).

Zwischendurch wurden noch ein paar Naturweine kredenzt, da ein Teil der Verwnadschaft diesem Weinstil huldigt. Die „Aromenvielfalt“ sei das Attraktive an diesen Weinen, so hiess es. Ich habe die Weine mit Interesse probiert, und fand die auch in Ordnung (ohne Fehler) und durchaus nicht uninteressant, aber mir fehlt da einfach die Klarheit, Brillianz, Harmonie und Tiefe, die ich in sehr guten Weinen suche. Ich fürchte, das wird so bleiben, in Wein-Dingen bin ich einfach ein konservativer, alter, weisse Mann. :shock: Ausserhalb der Wein-Bubble bin ich deutlich progressiver. :lol:

Insgesamt ein sehr schöner Abend mit Verwandten, die ich wirklich mag, und das ist ja nicht wenig.
Beste Grüße
Gaston
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OsCor
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Re: Dies & Jenes - Proben querbeet

Beitrag von OsCor »

Gaston hat geschrieben: Fr 10. Apr 2026, 23:45 Im Rahmen einer kleinen Feier mit dem weinaffinen Teil meiner Verwandschaft
Du lieber Himmel! Gratulation!
Sowas hätte ich auch gern :-)

Viele Grüße
Oswald
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EThC
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Re: Dies & Jenes - Proben querbeet

Beitrag von EThC »

Gaston hat geschrieben: Fr 10. Apr 2026, 23:45 aber mir fehlt da einfach die Klarheit, Brillianz, Harmonie und Tiefe, die ich in sehr guten Weinen suche. Ich fürchte, das wird so bleiben, in Wein-Dingen bin ich einfach ein konservativer, alter, weisse Mann
...das hat m.E. nichts mit "weißer, alter Mann" zu tun, Vorlieben und Abneigungen, Beigeisterung und Desinteresse entziehen sich aktiver Einflußnahme, es passiert halt. Ich kann mich für beide Seiten begeistern ohne daß ich das bewußt forciert hätte. Aus wohl gleichem Grund habe ich dafür nie einen begeisternden Zugang zu BDX oder Rhône gefunden...
Viele Grüße
Erich

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