Bordeaux 2016

Medoc und seine Appellationen, Bourg und Umgebung, Fronsac, Pomerol, Saint Emilion und Umgebung, Entre Deux Mers, Graves und Pessac-Leognan, Sauternes und Co.
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ledexter
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von ledexter »

Olaf Nikolai hat geschrieben:....je mehr ich hier vom mutmasslich betriebswirtschaftlichen Kalkül der an der Vermarktung Beteiligten lese umso weniger Anreiz habe ich zu subskribieren.......schon gar nicht zu den ausgerufenen, geradezu absurd hohen Preisen für Weine die ich vermutlich gar nicht auf der Höhe ihrer Reife werde trinken können.....
btw: Preise für einen virtuellen Wein im Niveau von deutlich über 100€/ 0,75l halte ich nicht für "günstig" und schon gar nicht für "fair".....und ich denke, das sehen auch mehr als 99% aller Weintrinker weltweit so....
Letzlich bedeutet das für mich ältere trinkreife bordelaiser Weine nachzukaufen und das gros der klassifizierten Jungweine gehen zu lassen.......tut auch nicht weh.
Naja, wenn ein Lamborghini unter Marktwert rauskommt würde man ja auch sagen "das ist fair" :mrgreen:

Und Weine in der Qualität sind weltweit sehr rar, finde mal irgendwo einen Rotwein der von mehreren Kritikern im Durchschnitt mit 97 Punkten bewertet wurde im Preisbereich von +- 100 Eur, da wird es sehr eng.
Olaf Nikolai
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von Olaf Nikolai »

Diese Argumentation ist absurd. Die wenigsten.....auch in diesem Forum .....werden sich auch nur ansatzweise über die Mittel zum Kauf dieses Sportwagens verfügen.....
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ledexter
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von ledexter »

Ja, aber wir sind doch in einem Forum in dem Bordeaux Weine eine nicht unerhebliche Rolle spielen und wenn ich mir da die Verkostungsnotizen so anschaue, dann erscheint es mir schon so, als ob der ein oder andere schonmal über 100 Eur für einen Wein ausgegeben hat.
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harti
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von harti »

Pape Clement, Montrose und Cos scheinen sich gut zu verkaufen. Bei Farr's sind diese Weine "sold out":

https://www.farrvintners.com/en_primeur ... cation=191

Grüße

Hartmut
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ledexter
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von ledexter »

Zudem Sold Out sind Hosanna, Tertre Roteboef, Domaine de Cambes, Labegorce
Cirrus
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von Cirrus »

So melde mich als Neuling auch mal zu Wort..bin dieses Jahr auf euer Forum gestossen aber subse seit 2011 schon Weine..gut die 2013 habe ich mal draussen vor gelassen. Freue mich auf anregende Diskussionen mit euch :)

Ich für meinen Teil habe meine diesjährigen Einkäufe schon getätigt:
Als in der mittleren Preiskategorie
Labegorce
Pagodes de Cos
Branaire-Ducru

und als Q/P Weine
Lanessan
Tour de Saint Christophe
Fleur de Bouard
De Francs les Cerisiers

Bin mal gespannnt, klar sind die Preise dieses Jahr wieder höher, aber ich sage mir, dafür kaufe ich dann von den 2017 nichts (Frost und das Wetter ist auch bis jetzt eher katastrophal..) ...somit wird die doppelte Menge vom 2016 eingekauft. ;)
glycosid
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von glycosid »

Matthias Hilse hat geschrieben:...die absolute Qualität des Weins...
So etwas gibt es tatsächlich? Man lernt doch wirklich nie aus. Dann gibt's ja womöglich auch "absolute Werte"... :o
Matthias Hilse
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von Matthias Hilse »

octopussy hat geschrieben: Mal ganz unabhängig davon, dass Montrose im Zweifel ein guter Kauf zu diesem Preis sein sollte: bezüglich Ihrer Aussagen zur Mengenverknappung frage ich mich, ob Sie sich da nicht blenden lassen? Ich habe gar keinen Zweifel daran, dass die Négociants und eine Stufe dahinter die Händler kleinere Allokationen für die Subskription bekommen. Das heißt aber nicht, dass es insgesamt weniger Wein gibt. Was hier offensichtlich stattfindet, ist eine Wette darauf, dass die Châteaux am langen Hebel über die Jahre die zurückgehaltenen Restmengen zu einem Preis in den Markt reingetröpfelt kriegen, der jedenfalls nicht schlechter, wenn nicht sogar deutlich besser ist als der Sub-Preis. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass das klappt. Es kann aber auch anders ausgehen. Jedenfalls glaube ich nicht, dass bei den Endkunden nun Panik entstehen sollte, irgendwelche Weine nie wieder zu sehen oder - wenn - dann nur deutlich teurer.
Ich würde mich dann blenden lassen, wenn sich mir ein anderes Bild des Marktes zeichnete als den anderen Marktteilnehmern. Ich vermute, dass dem nicht so ist. Wo steht denn in meiner Aussage zu lesen, dass ich einem Geschehen das Wort rede, das zu widerlegen Sie sich redlich befleissigt fühlen? Wir reden hier doch über die Subskription. In der Subskription sind die Mengen drastisch reduziert; mehr sage ich nicht. Natürlich halten die Chateaux Weine zurück, 2016 ist ja keine kleine Ernte. Was Sie dann in tautologischer Manier sagen, ist ein wenig wie bei Doris Day: "que sera, sera..."
Für das, was Sie zum Ausdruck bringen möchten, braucht es doch keine Subskription. Sie sagen: "you never know". Sie kaufen jetzt einen x-beliebigen Wein, und in zwei Jahren können Sie ihn "billiger schiessen", wie das hier öfter bezeichnet wurde. Natürlich kann das sein, weil wir über die Zukunft keine Verfügung haben.
Das alles ändert doch aber an der Sachlage nichts, dass die Subskription bei den am meisten "gehypten" Weinen eine reine Anbietershow ist. Der deutsche Bordeauxmarkt ist ja viel zu fragmentiert, aber wenn Sie bei den Top-Insel-Händlern schauen, sehen Sie doch, was ich meine: "sold out"...
Herzliche Grüße,
Matthias Hilse
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ledexter
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von ledexter »

Olaf Nikolai hat geschrieben: btw: Preise für einen virtuellen Wein im Niveau von deutlich über 100€/ 0,75l halte ich nicht für "günstig" und schon gar nicht für "fair".....und ich denke, das sehen auch mehr als 99% aller Weintrinker weltweit so....
10 World's Most Wanted Bordeaux

Neben Mouton, Lafite, Petrus, Margaux, Latour, Haut-Brion D'Yquem, Lynch-Bages, Cheval Blanc...

10. Château Montrose, Saint-Estèphe

One of the most consistently top-performing Second Growths, this Cabernet Sauvignon-Merlot blend is powerful when young, but ages with amazing grace over decades. And it's a relative bargain – at $155, it's one of the cheapest wines on the list.

http://m.wine-searcher.com/m/2017/05/wo ... d-bordeaux
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innauen
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von innauen »

ledexter hat geschrieben:
Olaf Nikolai hat geschrieben: btw: Preise für einen virtuellen Wein im Niveau von deutlich über 100€/ 0,75l halte ich nicht für "günstig" und schon gar nicht für "fair".....und ich denke, das sehen auch mehr als 99% aller Weintrinker weltweit so....
10 World's Most Wanted Bordeaux

Neben Mouton, Lafite, Petrus, Margaux, Latour, Haut-Brion D'Yquem, Lynch-Bages, Cheval Blanc...

10. Château Montrose, Saint-Estèphe

One of the most consistently top-performing Second Growths, this Cabernet Sauvignon-Merlot blend is powerful when young, but ages with amazing grace over decades. And it's a relative bargain – at $155, it's one of the cheapest wines on the list.

http://m.wine-searcher.com/m/2017/05/wo ... d-bordeaux
Hallo,

ein Montrose ist ein Luxusprodukt, das man trinken kann. Auch eine Rolex zeigt nur die Zeit an und findet dennoch ihre Käufer. Dass eine Flasche Wein in der Erzeugung nirgends mehr als zehn Euro kostet, wissen wir. Wenn nur 1% der Weintrinker bereit wären, einen Montrose zu kaufen, wäre die Nachfrage so groß, dass der Wein wesentlich teurer wäre. Bordeaux und dort die Superseconds und Premiers und ihre teuren Kollegen im Burgund, Piemont, Champagne etc. bilden das absolute Premiumsegment im Weinmarkt. Etwas mehr Demut in der Diskussion ist nötig. Die meisten Menschen werden sich einen Montrose nie leisten können und schon die Debatte darüber als abgehoben empfinden. Der Durchschnittspreis für eine Weinflasche liegt immer noch bei unter 3 Euro und dafür gibt es schon ordentliche Qualitäten. Schon für 5 Euro bekommt man Winzererzeugnisse, die wirklich gut sein können. Wein oder doch lieber das günstigere Bier ist die Alltagsfrage von 99 Prozent der potentiellen Weinkunden und nicht die Debatte von Weinsnobs wie uns, die sich fragen, ob sie die Mittel haben, einen im Marktsegment eher niedrig angesetzten Preis zu zahlen.

Den Montrose werde ich trotzdem nicht kaufen. Klar. Für ein paar Flaschen würde es bei mir reichen. Aber man bekommt 2016 auch für 15-35 Euro sehr gute Weine subskribieren kann. Gerne würde ich mir auch Montrose leisten können. Gerne hätte ich auch ein neues Auto, würde gerne im Sternerestaurant essen gehen usw. Ist es fair, dass ich nicht die Mittel habe, alle meine Wünsche zu befriedigen? Ist es fair, dass Menschen reich erben und über diese Frage nicht nachdenken müssen, sondern es einfach tun? Die Fairnesdebatte kann und sollte man politisch führen. Für die Preisbildung im obersten Bordeaxmarkt ist sie irrelevant.

Grüße,

wolf
„Es war viel mehr.“

Johnny Depp dementiert, 30.000 Dollar im Monat für Alkohol ausgegeben zu haben. (Quelle: „B.Z.“)
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