Bordeaux 2016

Medoc und seine Appellationen, Bourg und Umgebung, Fronsac, Pomerol, Saint Emilion und Umgebung, Entre Deux Mers, Graves und Pessac-Leognan, Sauternes und Co.
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ledexter
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von ledexter »

Du Tertre €29,40 ex-nego +16,6%
Bellevue Mondotte €115 ex-nego +6,5%
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ledexter
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von ledexter »

Matthias Hilse hat geschrieben:Montrose kommt gerade zum gleichen Preis wie 2015

Herzliche Grüße,
Matthias Hilse
Das ist fair und macht Hoffnung, dass die Vernunft noch nicht komplett verloren ist. Montrose is definitiv einer der absoluten Kracher in 2016.

2016 Chateau Montrose, Saint-Estephe Ø97,2 Punkte
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octopussy
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von octopussy »

harti hat geschrieben: Dass Magrez sein Fähnchen in den Wind hängt, möchte ich nicht unterschreiben. Seit Magrez vor knapp 20 Jahren mehrere Weingüter übernommen hat, wird die Stilistik des jeweiligen Hauses konsequent durchgezogen und das auf einem erstaunlich gleichmäßigen und hohen Niveau. Nimm das Beispiel La Tour Carnet: Es ist schon beeindruckend, wie jahrein jahraus fernab der Gironde auch in schwächeren Jahren hochwertige Weine erzeugt werden. Kritisieren kann ich an dieser Konstanz nur, dass sie bei mir Langeweile erzeugt.

Und zur Preiswürdigkeit von Pape-Clément: Dieses Weingut gehört von seinem Potenzial in die die Riege der Super-Séconds und wo die preislich inzwischen angekommen sind, kann man u.a. an Cos, Palmer, Comtesse, Ducru und Co. ablesen. Irgendwie empfinde ich einen klassischen Pape-Clement deutlich unter 100 € inzwischen als Schnäppchen. Bereits der 2000er und der 2001er waren ein paar Jahre nach der Markteinführung genauso teuer.
Naja, was ich damit meine ist: wenn sich ein Nobelrestaurant in Courchevel lohnt, dann macht Magrez das. Wenn in Bordeaux ein Nobelhotel- und -restaurant mit einem internationalen Starkoch lohnt, dann macht Magrez das. Und wenn der Koch keine Lust mehr hat, dann wird halt ein anderer internationaler Starkoch geholt. Wenn Holz und Konzentration Parkerpunkte bringen, dann wird der Pape Clement halt für ein paar Jahre so vinifiziert. Und wenn der Wind eher in Richtung mehr Finesse, weniger offensichtliches Holz, etc. dreht, dann wird der Pape Clement eben anders vinifiziert. Wie gesagt, vor der unternehmerischen Leistung von Bernard Magrez habe ich den höchsten Respekt.

Wenn man Pape Clement, vom Potenzial her sicher in der Riege, die du nennst, mit den Super Seconds preislich vergleicht, ist der tatsächlich günstig. Und günstiger wird er ganz sicher nie mehr wieder. Dass ich zubeißen müsste, dafür müsste aber tatsächlich die Überzeugung größer sein, dass der Stil auch wirklich anders ist als zuvor (2009 Pape Clement, immerhin ein 100 PP Wein, einmal getrunken, fand ich überhaupt nicht gut).
Beste Grüße, Stephan
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ledexter
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von ledexter »

Liv-Ex wertet den Release von Montrose 2016 mit 102 Eur ex nego auch als sehr fair bepreist und überraschend:

"The price of today’s release was somewhat unexpected by the trade. Results of the Liv-ex 2016 En Primeur survey suggest that, on average, members expected the wine to be released at €113.65, up 11.42% on the 2015.

Overall, critics have been positive in their reviews of Montrose 2016. It received potential 100-point scores from Gavin Quinney (97-100), Jeff Leve (99-100) and Jean-Marc Quarin (100)."


http://www.insights.liv-ex.com/2017/05/ ... eased.html

Bild

Montrose 2015 muss sich sehr schlecht en primeur verkauft haben wenn man sich die Bestände bei Cellar Tracker ansieht, das würde erklären warum sie mit dem Preis für 2016 so verhalten waren. Wobei 2015 auch "nur" einen Ø 94 Pkt auf Winesearcher hatte, im Vergleich zu Ø 97,2 Pkt in 2016.

Bild
Zuletzt geändert von ledexter am Di 16. Mai 2017, 18:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Jochen R.
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von Jochen R. »

Jetzt mal unabhängig davon, ob man das was Magrez so nebenbei macht
gut findet oder nicht:
La Tour Carnet ist ein gutes Beispiel für über Jahre hinweg konstant sehr
gute Qualität zu vernünftigen Preisen.
Wird hier (fast) nie genannt, weil vermutlich den Punktejägern viel zu billig.

Viele Grüße,
Jochen
"Viele haben eine Meinung, aber keine Ahnung." (Franz Müntefering)
Olaf Nikolai
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von Olaf Nikolai »

+1
2001 noch für unter 30€
Schöner Wein.
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ledexter
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von ledexter »

Duhart Milon 2016 kam nun auch mit €55 per bottle ex-nego, das ist 12.5% mehr als beim 2015er welcher bei €48 ex-nego lag. Eigentlich auch noch im Rahmen, denn er ist mit Ø 93,5 Pkt vielleicht sogar best ever und zumindest auf einem Level mit 2009.
Matthias Hilse
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von Matthias Hilse »

Die Zeiten, in denen die Negociants die Allokationen durch die Jahre getragen haben, sind längst vorbei, und so haben wir jetzt die Situation, dass die am meisten angesagte Appellation 2016 zufällig die ist, die im letzten Jahr mit dem höchsten Mitleid bedacht wurde. Der Preis für Montrose ist, was die absolute Qualität des Weins betrifft, extrem fair - es gab nur nicht so viele Allokationen, und die sind - je nach Negociant - zwischen 10 und 35% gekürzt worden.
Bei Cos war das noch nicht so schlimm, weil dem Saint-Estephe-Exoten in den letzten Jahren in Deutschland nicht so besonders große Zuneigung zuteil wurde. Bei Montrose sieht das schon ganz anders aus.

Montrose dürfte in etwa die Blaupause liefern, wie es bei den meisten anderen "angesagten" Weinen aussehen wird.

Herzliche Grüße,
Matthias Hilse
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octopussy
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von octopussy »

Matthias Hilse hat geschrieben:Die Zeiten, in denen die Negociants die Allokationen durch die Jahre getragen haben, sind längst vorbei, und so haben wir jetzt die Situation, dass die am meisten angesagte Appellation 2016 zufällig die ist, die im letzten Jahr mit dem höchsten Mitleid bedacht wurde. Der Preis für Montrose ist, was die absolute Qualität des Weins betrifft, extrem fair - es gab nur nicht so viele Allokationen, und die sind - je nach Negociant - zwischen 10 und 35% gekürzt worden.
Bei Cos war das noch nicht so schlimm, weil dem Saint-Estephe-Exoten in den letzten Jahren in Deutschland nicht so besonders große Zuneigung zuteil wurde. Bei Montrose sieht das schon ganz anders aus.

Montrose dürfte in etwa die Blaupause liefern, wie es bei den meisten anderen "angesagten" Weinen aussehen wird.
Mal ganz unabhängig davon, dass Montrose im Zweifel ein guter Kauf zu diesem Preis sein sollte: bezüglich Ihrer Aussagen zur Mengenverknappung frage ich mich, ob Sie sich da nicht blenden lassen? Ich habe gar keinen Zweifel daran, dass die Négociants und eine Stufe dahinter die Händler kleinere Allokationen für die Subskription bekommen. Das heißt aber nicht, dass es insgesamt weniger Wein gibt. Was hier offensichtlich stattfindet, ist eine Wette darauf, dass die Châteaux am langen Hebel über die Jahre die zurückgehaltenen Restmengen zu einem Preis in den Markt reingetröpfelt kriegen, der jedenfalls nicht schlechter, wenn nicht sogar deutlich besser ist als der Sub-Preis. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass das klappt. Es kann aber auch anders ausgehen. Jedenfalls glaube ich nicht, dass bei den Endkunden nun Panik entstehen sollte, irgendwelche Weine nie wieder zu sehen oder - wenn - dann nur deutlich teurer.
Beste Grüße, Stephan
Olaf Nikolai
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von Olaf Nikolai »

....je mehr ich hier vom mutmasslich betriebswirtschaftlichen Kalkül der an der Vermarktung Beteiligten lese umso weniger Anreiz habe ich zu subskribieren.......schon gar nicht zu den ausgerufenen, geradezu absurd hohen Preisen für Weine die ich vermutlich gar nicht auf der Höhe ihrer Reife werde trinken können.....
btw: Preise für einen virtuellen Wein im Niveau von deutlich über 100€/ 0,75l halte ich nicht für "günstig" und schon gar nicht für "fair".....und ich denke, das sehen auch mehr als 99% aller Weintrinker weltweit so....
Letzlich bedeutet das für mich ältere trinkreife bordelaiser Weine nachzukaufen und das gros der klassifizierten Jungweine gehen zu lassen.......tut auch nicht weh.
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