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Griechenland

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EThC

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Re: Griechenland

BeitragSa 27. Mär 2021, 22:59

...ich bin jetzt alles Andere als ein Retsina-Experte, deshalb interessant, daß es sowas auch gibt. Malagousia + Amphore + Harz klingt zumindest nach was nicht Alltäglichem...
Viele Grüße
Erich


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Bernd Schulz

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Re: Griechenland

BeitragSa 27. Mär 2021, 23:06

EThC hat geschrieben:...ich bin jetzt alles Andere als ein Retsina-Experte, deshalb interessant, daß es sowas auch gibt. Malagousia + Amphore + Harz klingt zumindest nach was nicht Alltäglichem...


Malagousia war falsch :oops: (der Vorlagenteufel hatte mal wieder zugeschlagen). Bei der Rebsorte handelt es sich vielmehr um die gerade hierzulande viel bekanntere :mrgreen: Roditis.

Alltäglich ist der Wein so oder so nicht! Mir hat er auch heute bei der Nachverkostung einigen Spaß bereitet.

Herzliche Grüße

Bernd
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EThC

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Re: Griechenland

BeitragSa 27. Mär 2021, 23:58

Malagousia ist mir in Griechenland öfters über den Weg gelaufen als Roditis, aber gerade mit letzgenannter Sorte bringe ich eigentlich Retsina in Zusammenhang. Klingt trotzdem interessant, auch wenn's für mich sicher kein Wein für den Alltag wäre...
Viele Grüße
Erich


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Bernd Schulz

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Re: Griechenland

BeitragDi 30. Mär 2021, 21:29

Der nächste Retsina:

Bild

Der gefällt mir noch ein wenig besser als der Retsina von Tetramythos, da beim Papagiannakos fruchtige und blütige Elemente stärker zur Geltung kommen, was in Kombination mit dem Harz zu reizvollen Kontrastwirkungen führt. Hoher Trinkfluss - ein Nachkauf ist schon ins Auge gefasst!

Herzliche Grüße

Bernd
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Allegro

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Re: Griechenland

BeitragDi 30. Mär 2021, 21:42

Hallo Bernd,

das hätte ich wirklich nie gedacht, dass Du mal Gefallen an Retsina finden würdest ;)

Ich mag Retsina auch - aber nur zum richtigen Essen . also mediterrane Küche, gerne auch mit ordentlich Knioblauch dran.

Hast Du die denn nun auch mit Essen verkostet oder sogar solo ?
Viele Grüße - Allegro
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Bernd Schulz

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Re: Griechenland

BeitragDi 30. Mär 2021, 22:27

Allegro hat geschrieben:...das hätte ich wirklich nie gedacht, dass Du mal Gefallen an Retsina finden würdest...


Puh, gerade beim Wein bin ich überhaupt nicht so festgelegt, wie vielleicht manche hier im Forum denken. ich probiere gerne immer mal wieder eher ungewöhnliche Sachen aus.

Allegro hat geschrieben:Ich mag Retsina auch - aber nur zum richtigen Essen . also mediterrane Küche, gerne auch mit ordentlich Knioblauch dran.


Gerade der Papagiannakos würde zu einem Essen mit ordentlich Knoblauch dran für meinen Geschmack weniger passen. Die Frucht ist schon zu deutlich ausgeprägt....

Allegro hat geschrieben:Hast Du die denn nun auch mit Essen verkostet oder sogar solo ?


Ich habe - Barbar, der ich bin :oops: - die beiden Retsinas mehr oder minder solo verkostet. Mein Abendessen nehme ich so grob gegen 19:00 zu mir, während ich den ersten Alkohol des Tages von seltenen Ausnahmen (Treffen mit Ralf zum Beispiel) abgesehen inzwischen erst ab 20:00 trinke. Mir ist klar, dass das viele hier ziemlich bescheuert finden, aber mir ist das nicht nur klar, sondern auch weitgehend egal - für mich passt es so!

Manchmal macht es mir Spaß, über den richtigen Wein zum richtigen Essen nachzudenken - sicher, auch das ist fraglos ein Genussthema, dem es nicht an Daseinsberechtigung fehlt! Aber im Grunde meines Herzens bin ich alles andere als ein Marriage-Spezialist. Zunächst interessiert mich, wenn ich Wein trinke, der Wein an sich :oops: :oops: .....

Der nächste Grieche folgt auf dem Fuß:

Bild

Herzliche Grüße

Bernd
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EThC

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Re: Griechenland

BeitragMi 31. Mär 2021, 08:14

Bernd Schulz hat geschrieben:Ich habe - Barbar, der ich bin :oops: - die beiden Retsinas mehr oder minder solo verkostet. Mein Abendessen nehme ich so grob gegen 19:00 zu mir, während ich den ersten Alkohol des Tages von seltenen Ausnahmen (Treffen mit Ralf zum Beispiel) abgesehen inzwischen erst ab 20:00 trinke. Mir ist klar, dass das viele hier ziemlich bescheuert finden, aber mir ist das nicht nur klar, sondern auch weitgehend egal - für mich passt es so!

Manchmal macht es mir Spaß, über den richtigen Wein zum richtigen Essen nachzudenken - sicher, auch das ist fraglos ein Genussthema, dem es nicht an Daseinsberechtigung fehlt! Aber im Grunde meines Herzens bin ich alles andere als ein Marriage-Spezialist. Zunächst interessiert mich, wenn ich Wein trinke, der Wein an sich :oops: :oops: .....

..."bescheuert" würde ich jetzt nicht in den Mund nehmen wollen. :mrgreen: Ich hab halt in der Regel beides, den Eindruck mit einem (hoffentlich) passenden Essen sowie meist auch den solo danach. Hat halt auch Nachteile, da ich mit meiner tagesaktuellen Weinauswahl dann regelmäßig recht eingeschränkt bin, da tust Du Dir womöglich leichter. Zumal ich mich auch häufig aus einer kleinen, ausgelagerten Weinauswahl bedienen muß, die ich immer so auf Stand halte, daß ich zu den bei uns üblichen Gerichten mit hoher Wahrscheinlichkeit was Passendes zur Auswahl habe...
Viele Grüße
Erich


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mixalhs

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Re: Griechenland

BeitragMi 31. Mär 2021, 09:37

Hallo zusammen,

das scheint die Gelegenheit zu sein, mal kurz meine Erfahrungen zum Thema Retsina zusammenzufassen. In der Regel wird Retsina aus Roditis oder Savatiano gemacht, wobei Savatiano DIE weiße Rebsorte von Attika, also der Region um Athen, ist. Roditis findet man vorwiegend auf der Peleponnes; die Rebsorte wird aber auch in anderen Regionen Griechenlands angebaut.

Als ich 1976 im zarten Alter von 18 auf einer Interrail-Tour das erste Mal in GR war, gab es Retsina vorwiegend in 500ml-Flaschen mit Kronkorken für umgerechnet etwa 60 oder 70 Pfennige (und damit günstiger als Bier). Mir fehlten damals sämtliche Kategorien zu Beurteilung von Wein; es ging ja auch mehr darum, das vermeintlich Authentische zu suchen und zu finden. Richtig gut hat es am Anfang definitiv nicht geschmeckt, aber nachdem man erste innere Widerstände überwunden hatte, war das Zeug dann doch trinkbar. Als ich dann mit Anfang 20 meinen ersten Pommard und verschiedene Nebbiolos getrunken hatte, war es erstmal aus mit Retsina - bis vor etwa fünf/sechs Jahren ....

Inzwischen gibt es nämlich Retsines, die von ambitonierten Winzer*innen aus gutem Traubenmaterial und mit echtem Pinienharz (also nicht mit industriell hergestellten Aromakonzentraten) hergestellt werden. Und einige Weingüter nutzen für Retsina jetzt auch Assyrtiko, die griechische Edel-Weißweinrebsorte, die besonders auf Santorini und Tinos, aber teilweise auch auf dem Festland, einige der feinsten Weißweine Griechenlands hervorbringt. Auch maischevergorene, unfiltierte, ungeschwefelte oder in Amphoren ausgebaute Retsines sind inzwischen auf dem Markt. Zu diesen Erzeuger*innen gehören z.B. Tetramythos und Kamara.

Meine Favoriten:

1. Meine Nummer 1 ist "Pine Forest" von Gikas nicht weit von Athen. Die Rebsorte ist Assyrtiko, die man deutlich herausschmeckt, mit dezent eingesetzem Harz, das mit den zitrischen Noten des Assyrtiko wunderbar harmoniert.

2. Ebenfalls aus Assyrtiko gemacht wird die "Träne der Pinie" von Kechris bei Thessaloniki. Die meisten Verkoster*innen ziehen diesen Wein dem von Gikas vor. Auch hier sind die Besonderheiten der Rebsorte deutlich herausgearbeitet. Ich persönlich finde die Harznote etwas zu dominant, daher für mich nur die Nummer 2.

3. Während die beiden ersten Weine preislich jenseits der 10€-Marke liegen, bekommt man die Retsina von Papagiannakos für etwa 6€ pro Flasche, und sie ist richtig gut. Das Weingut Papagiannakos liegt in Attika, nicht weit vom Athener Flughafen, und die Rebsorte ist Savatiano.

Insgesamt habe ich in den letzten Jahren etwa ein dutzend verschiedene Retsines probiert, einige davon in verschiedenen Abfüllungen aus unterschiedlichen Jahren, und diese drei gefielen mir immer wieder am besten.

Es lohnt sich, die Weingüter zu besuchen. Gikas und Papagiannakos sind von Athen aus gut mit dem Auto zu erreichen, und die Preise für Mietautos sind günstig. In jedem Fall muss man sich anmelden und dabei ggf. auch darauf hinweisen, dass man kein Griechisch spricht. Bei Gikas war neben dem Inhaber, der etwa soviel Englisch spricht wie ich Griechisch (kaum mehr als A1), seine ukrainische Marketing-Mitarbeiterin dabei, die übersetzt hat. Bei Papagiannakos ist es mit dem Englischen eigentlich kein Problem, aber dort gibt es in in der Regel Gruppenführungen durch das Weingut, und wenn die Gruppe sonst nur aus Griech*innen besteht, hat man Pech gehabt. Wie auch immer, Besuche bei diesen Weingütern lohnen sich sehr. Beide machen neben Retsina auch andere gute Weine. Bei Gikas hat mir der Syrah besonders gut gefallen, bei Papagiannakos die Weißweine, neben Savatiano auch Malagousia und Assyrtiko. Spannend ist auch, dass die vermeintlich einfachen Savatiano-Weine mit drei bis fünf Jahren Lagerung deutlich gewinnen. Das gilt insbesondere für den Lagenwein "Vientzi" von Papagiannakos, aber auch für seinen Standardwein. Leider bekommt man in GR in der Regel nur den letzten Jahrgang, so dass man selbst ein paar Flaschen zurücklegen sollte.

Herzliche Grüße

Michael
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Bernd Schulz

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Re: Griechenland

BeitragMi 31. Mär 2021, 23:48

mixalhs hat geschrieben:Als ich 1976 im zarten Alter von 18 auf einer Interrail-Tour das erste Mal in GR war, gab es Retsina vorwiegend in 500ml-Flaschen mit Kronkorken für umgerechnet etwa 60 oder 70 Pfennige (und damit günstiger als Bier).


Genau diesen Halbliterflaschen mit Kronkorken bin ich auf meiner LK-Fahrt nach Griechenland (ich hatte in der schympansialen Oberstufe tatsächlich Latein und Altgriechisch als Leistungskurse gewählt :oops: )auch begegnet. Wir haben uns seinerzeit mit dem in ihnen enthaltenen weinähnlichen Getränk zwar nicht hemmungslos besoffen, aber am Abend war da schon so manche Pulle fällig.

mixalhs hat geschrieben:3. Während die beiden ersten Weine preislich jenseits der 10€-Marke liegen, bekommt man die Retsina von Papagiannakos für etwa 6€ pro Flasche, und sie ist richtig gut.


Im deutschen Fachhandel habe ich knapp über 7 Euro bezahlt - ich finde, dass man da jetzt nicht von Wucher sprechen kann! Und im Falle des 2019ers kann ich das "richtig gut", nachdem ich heute des Rest des Weins getrunken habe, nur bestätigen. Es handelt sich um einen meiner ersten Nachkaufkandidaten.

Auf dem Etikett steht nix von "contains sulphites". Gehe ich recht in der Annahme, dass ein Zusatz von Schwefel nicht nötig ist, weil das Pinienharz für eine hinreichende Haltbarkeit sorgt?

Herzliche Grüße

Bernd
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UlliB

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Re: Griechenland

BeitragMo 5. Apr 2021, 20:31

Assyrtiko "Wild Ferment" Santorini 2017 (Gaia) 13,5%Vol. Laut Rückenetikett aus 80 Jahre alten wurzelechten Reben. Leider ist da dermaßen viel Neuholz, dass sich Rebsorte und Herkunft nicht erkennen lassen, das könnte auch ein südafrikanischer Chardonnay oder sonstwas aus der neuen Welt sein... die Substanz an sich ist gut, schöne Säure, hat viel Zug, würzig - aber aus meiner Sicht mit dem Holzeinsatz gründlich vermurkst. Schade drum.

Gruß
Ulli
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