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Deutscher Chardonnay - Wo steht er denn nun?

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Der Wein-Schwede

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Re: Deutscher Chardonnay - Wo steht er denn nun?

BeitragSo 6. Jan 2019, 20:12

Der Ch Reserve wächst in der Niederilbersheimer Steinacker, eine sehr kalkige mit Eisenerz durchgezogene und kühle (Nord-ost Richtung) Weinlage. Die Nachbarweinlage ist die Appenheimer Hundergulden (Süd-west Richtung) welche die "kalkigste" Weinlage Deutschlands ist. Dort entstehen großartige Rieslinge.

Appenheim war einmal ein Urmeer und die Weinberge ein Tertiärer Korallenriff vor 20 Millionen Jahren.

Viele Grüße
Rolf
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UlliB

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Re: Deutscher Chardonnay - Wo steht er denn nun?

BeitragSo 6. Jan 2019, 20:20

Invest hat geschrieben:folgerichtig ist denn auch nicht das Klima das besondere Eignungskritierium eines sehr guten Chardonnay, sondern der Boden, i.e. Kalk.

Das mag so sein. Und wenn es so ist, gibt es in Deutschland noch ganz enormes Chardonnay-Potential, denn Kalk gibt es hier in einigen Gegenden. So besteht das gesamte fränkische Maindreieck aus Muschelkalk - aber da beschäftigt man sich bislang wesentlich lieber mit Silvaner und Riesling. Aber: was nicht ist, kann ja noch werden. Hat hier nicht gerade kürzlich jemand sehr lobend einen Chardonnay vom Bürgerspital erwähnt?

Gruß
Ulli
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stollinger

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Re: Deutscher Chardonnay - Wo steht er denn nun?

BeitragSo 6. Jan 2019, 21:16

UlliB hat geschrieben:Das mag so sein. Und wenn es so ist, gibt es in Deutschland noch ganz enormes Chardonnay-Potential, denn Kalk gibt es hier in einigen Gegenden. So besteht das gesamte fränkische Maindreieck aus Muschelkalk - aber da beschäftigt man sich bislang wesentlich lieber mit Silvaner und Riesling.

Das ging mir heute beim mitlesen auch durch den Kopf. Ich kann mich aber nur an sehr wenige fränkische Winzer mit einem Chardonnay erinnern, nur Sauvignon Blanc, den haben die meisten mittlerweile im Sortiment. Die alten Reben von Hans Wirsching wären ein Beispiel neben dem Bürgerspital. Habe eben im Eichelmann etwas gesucht, viel mit einem Chardonnay gibt es da in Franken nicht. In der Nähe der Mainschleife: Waldemar Braun in Nordheim; Weingut Nagel in Dettelbach; Östreicher in Sommerach.

Hat jemand von denen schon mal einen Chardonnay probiert?
Gibt es ein klimatisches Argument, warum Chardonnay für Franken nicht geeignet sein sollte?

Ansonsten gibt es z.B. noch Fürst in Bürgstadt und Giegerich in Großwallstadt, sind dann außerhalb des Maindreicks, weiß nicht, was für Böden da vorherrschen.

Grüße, Josef

p.s: hier wurde der Chardonnay vom Bürgerspital diskutiert:
viewtopic.php?f=17&t=5134&start=20#p113441
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UlliB

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Re: Deutscher Chardonnay - Wo steht er denn nun?

BeitragSo 6. Jan 2019, 21:43

Josef,

danke für den Link. Genau diese Stelle meinte ich.

Gerade mal geschaut: der von mir sehr geschätzte Zehnthof in Sulzfeld, wo der Kalk im Weinberg an vielen Stellen offen zu sehen ist, hat tatsächlich auch Chardonnay im Sortiment, und gleich zwei Weine: einen Ortswein und einen aus der VDP.Ersten Lage Sonnenberg (soweit ich weiß, ist Chardonnay beim VDP Franken nicht GG-satisfaktionsfähig). Ich habe bei den Luckerts zwar regelmäßig vorbeigeschaut, aber auf die Idee, da mal Chardonnay zu probieren, bin ich nicht gekommen. Das werde ich beim nächsten Mal nachholen.

Der Chardonnay von Östreicher wird übrigens hier von einem Franken-Kenner am Rande erwähnt: viewtopic.php?f=55&t=115&p=111605&hilit=%C3%96streicher#p111605

Beste Grüße
Ulli
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stollinger

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Re: Deutscher Chardonnay - Wo steht er denn nun?

BeitragSo 6. Jan 2019, 22:15

UlliB hat geschrieben:
Gerade mal geschaut: der von mir sehr geschätzte Zehnthof in Sulzfeld, wo der Kalk im Weinberg an vielen Stellen offen zu sehen ist, hat tatsächlich auch Chardonnay im Sortiment, und gleich zwei Weine: einen Ortswein und einen aus der VDP.Ersten Lage Sonnenberg (soweit ich weiß, ist Chardonnay beim VDP Franken nicht GG-satisfaktionsfähig). Ich habe bei den Luckerts zwar regelmäßig vorbeigeschaut, aber auf die Idee, da mal Chardonnay zu probieren, bin ich nicht gekommen. Das werde ich beim nächsten Mal nachholen.

Gerade mal auf der Homepage von Zehnthof nachsehen, die 17er Chardonnay sind schon ausverkauft. Vielleicht nicht die schlechtesten...
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Canardo

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Re: Deutscher Chardonnay - Wo steht er denn nun?

BeitragSo 6. Jan 2019, 23:41

stollinger hat geschrieben:Ansonsten gibt es z.B. noch Fürst in Bürgstadt und Giegerich in Großwallstadt, sind dann außerhalb des Maindreicks, weiß nicht, was für Böden da vorherrschen.


Die Fürst´schen Chardonnay-Lagen stammen meines Wissens aus dem Maindreieck (Astheim) und von kalkhaltigen Böden. Vor allem dem "einfachen" Astheimer Chardonnay merkt man das auch deutlich geschmacklich an - den würde ich auch klar dem (teureren) Bürgerspital vorziehen, auch wenn Letzterer durchaus nicht schlecht ist.

Gruß,
Canardo
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toff

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Re: Deutscher Chardonnay - Wo steht er denn nun?

BeitragMo 7. Jan 2019, 15:11

UlliB hat geschrieben:Gerade mal geschaut: der von mir sehr geschätzte Zehnthof in Sulzfeld, wo der Kalk im Weinberg an vielen Stellen offen zu sehen ist, hat tatsächlich auch Chardonnay im Sortiment, und gleich zwei Weine: einen Ortswein und einen aus der VDP.Ersten Lage Sonnenberg (soweit ich weiß, ist Chardonnay beim VDP Franken nicht GG-satisfaktionsfähig). Ich habe bei den Luckerts zwar regelmäßig vorbeigeschaut, aber auf die Idee, da mal Chardonnay zu probieren, bin ich nicht gekommen. Das werde ich beim nächsten Mal nachholen.
Ulli


Hallo zusammen,

den Luckertschen Sulzfelder Ortswein habe ich getrunken und war mehr als angetan: gut strukturiert, nicht fett, ausgestattet mit einer sehr feinen Säure, mineralisch, aber auch mit schönen Fruchtnoten. Sehr viel Wein für die geforderten 13 Öre.

Als ich nachordern wollte (war bei K&U im Sortiment), war er leider schon ausverkauft. Jetzt warte ich auf den 18er.

Beste Grüße

Christopher
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OsCor

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Re: Deutscher Chardonnay - Wo steht er denn nun?

BeitragMo 7. Jan 2019, 20:15

Kalk scheint nicht unbedingt notwendig für guten Chardonnay: Heger (Ihringen) betont, dass sein Wein auf Vulkangestein wächst.

Gruß
Oswald
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