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Südwestfrankreich

Bergerac und Umgebung, Madiran und die Pyrenäen, Cahors und Umgebung, Toulouse und Umgebung, Gaillac und die kleinen Appellationen um Rodez und Millau
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Ostbelgier

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Re: Südwestfrankreich

BeitragDi 3. Dez 2013, 21:09

Hallo Torsten,

das sehe ich genauso ! Es gibt soviel zu entdecken, und die Idee dieser Salons mit kleinen, unabhängigen Winzern ist einfach eine tolle Sache. Was mir vor Ort aufgefallen ist, war, dass es keinen Neid oder Missgunst zwischen den Ständen gab, in unserem Fall tauschte man sich bei komplizierten Sachverhalten, die unsere Sprachkenntnisse überstiegen, mit Dolmetschern aus :D . Und danke für die Info, mit Gaillac habe ich überhaupt keine Erfahrung. Das sollte sich ändern...

Viele Grüße

Markus
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austria_traveller

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Re: Südwestfrankreich

BeitragMi 4. Dez 2013, 07:17

Bei dir auf jeden Fall Markus.
Su wohnst ja quasi "ums Eck'". Da würde ich auch auf den Salon fahren. ;)
Beste Grüße
Gerhard aus Wien
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Bernd Schulz

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Re: Südwestfrankreich

BeitragSo 27. Apr 2014, 23:09

Da auch ich nicht immer den gleichen Kram trinken möchte, probiere ich gerne mal einen Wein aus einer mir bislang unbekannten Sorte und Appellation:

Bild

Für meinen Geschmack handelt es sich - bei aller Freude an eleganten, "kühlen" Rotweinen - leider um eine Niete. Der Händler schreibt zu diesem Wein:

....Fer Savadou ist eine autochthone Rebsorte. Im lokalen Dialekt wird sie Mansois genannt. Davon muß ein Marcillac mindestens 90 % enthalten und sogar hier, im absoluten Hinterland, ist der Höchstertrag auf 50 Hektoliter/Hektar beschränkt. Das ist Frankreich und seine Vorstellung von Qualität.
Unser Marcillac der »Domaine du Cros« gehört zu den besten seiner Art. Er ist fast blauschwarz in der Farbe, duftet ungewohnt nach Johannisbeeren und Himbeeren, denen ein Hauch Lakritze und frischer Kräuter Würze verleiht. Eine schöne Frucht, die etwas ungewohnt wirkt bei einem Rotwein. Markante Gesteins- und Gewürznoten verleihen ihm originelles Herkunfts-Profil. Geschmacklich prägen solide, kernige Gerbstoffe einen Marcillac unverkennbar als typischen Rotwein des französischen Südwestens. Man kann den Marcillac von Philippe Teulier schon jung mit großem Vergnügen trinken. Da wirkt er schlank und kühl, verblüffend fruchtig in Duft und Geschmack, beerig und frisch im Trunk, bei aller Tanninpräsenz erstaunlich transparent und duftig, fast leicht in einem attraktiven Mundgefühl, das sich schlank und analytisch präzise auf die Zungenmitte konzentriert. Hohes Niveau für einen derart preiswerten Wein!....


Von der Lakritze oder den frischen Kräutern schmecke ich kaum etwas, von den markanten Gesteins- und Gewürznoten gar nichts. Für rheinhessischen Dornfelder wären mir die Tannine in einer Blindverkostung vielleicht etwas zu kräftig, aber ansonsten.... :evil:

Die zweite Flasche, die ich noch habe, werde ich vermutlich verkochen.

Beste Grüße

Bernd
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austria_traveller

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Re: Südwestfrankreich

BeitragMo 28. Apr 2014, 05:47

Bernd Schulz hat geschrieben:Jahrgang 2013

Guten Morgen,
Kann das nicht sein, dass der Wein einfach noch zu jung ist und seine Aromen sich erst noch entwickeln werden ?
Also verkochen würde ich so einen jungen Wein nicht, ich würde einfach mal ein paar Jahre abwarten.
Beste Grüße
Gerhard aus Wien
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Bernd Schulz

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Re: Südwestfrankreich

BeitragMo 28. Apr 2014, 07:48

Ich hoffe, dass ich mittlerweile einigermaßen gelernt habe, zwischen wegen ihrer Jugend verschlossenen und weitgehend substanzlosen Weinen zu unterscheiden. Dass bei diesem Marcillac noch viel kommt, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

Aber es stimmt schon: Verkochen muss ich den nicht unbedingt. Der geht notfalls auf der Terrasse als Begleiter von Grillgut, sobald es mal richtig warm geworden ist. Am besten mit Gästen, so dass ich selber nicht so viel davon trinken muss.... :twisted:

Viele Grüße

Bernd
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austria_traveller

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Re: Südwestfrankreich

BeitragMo 28. Apr 2014, 08:02

Bernd Schulz hat geschrieben:Ich hoffe, dass ich mittlerweile einigermaßen gelernt habe, zwischen wegen ihrer Jugend verschlossenen und weitgehend substanzlosen Weinen zu unterscheiden.

Also ich kann das nicht; ich erlebe immer wieder meine Überraschungen. Aber schön, wenn du das erkennen kannst.
Beste Grüße
Gerhard aus Wien
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octopussy

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Re: Südwestfrankreich

BeitragMo 28. Apr 2014, 09:44

Gerhard,

es handelt sich bei dem Wein um einen eher einfachen Trinkwein (kostet 6,50 Euro ab Hof). Es mag sein, dass er sich mit Lagerung verbessert, aber das ist eigentlich einer, den man direkt jung trinken kann. Man erlebt sicher auch mit solchen Weinen immer mal positive Überraschungen, aber nicht jeder Wein verbessert sich mit Lagerung.
Beste Grüße, Stephan
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Bernd Schulz

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Re: Südwestfrankreich

BeitragMo 28. Apr 2014, 10:36

,,,es handelt sich bei dem Wein um einen eher einfachen Trinkwein (kostet 6,50 Euro ab Hof). Es mag sein, dass er sich mit Lagerung verbessert, aber das ist eigentlich einer, den man direkt jung trinken kann....


So sieht es aus. Aber in dieser Kategorie habe ich schon viele für meinen Geschmack wesentlich erfreulichere Rotweine gefunden. Der hier ist trotz der Händler-Lobeshymmnen schlicht und einfach schwach. Erschreckend schwach.

Viele Grüße

Bernd
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innauen

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Re: Südwestfrankreich

BeitragMo 30. Jun 2014, 14:56

Hallo,

demnächst bricht ja die Urlaubssaison an, selbst in meinem Job und selbst in Berlin. Ich werde, wenn ihr nichts dagegen habt, nach Südwestfrankreich fahren, genauer gesagt nach Bergerac. Deshalb hier und in diesem Rahmen die obligatorische Frage: Gibts weinmäßige Tipps (jenseits von Tour de Gendres). Der Südwesten ist bei mir neben der Loire und dem Elsaß (aber dafür gibt es ja die Pfalz ;) ) das einzige Großgebiet an Stillweinen, das es noch zu entdecken gibt.

Grüße,

Wolf
„Es war viel mehr.“

Johnny Depp dementiert, 30.000 Dollar im Monat für Alkohol ausgegeben zu haben. (Quelle: „B.Z.“)
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volldau

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Re: Südwestfrankreich

BeitragMo 30. Jun 2014, 16:37

Aber sicher lieber innauen:
mein "Langzeit-Favorit" im Bergerac ist die "Domaine de l´Ancienne Cure" die ich auch guten Gewissens empfehlen kann auch, weil ich hier das Preis-Leistungsverhältnis als sehr fair empfinde.
Und zwar sowohl für die weissen, die roten als auch die (edel-) süssen Weine.
Die Domaine hat drei Linien innerhalb derer es jeweils einen Weisswein, einen Rotwein und einen Süsswein gibt. On top findet man als vierte Kategorie zwei Weine der Bergerac "Cru"- Lage Pecharmant.
Geschmacklich findest Du Dich sicherlich an Bordeaux erinnert und zwar bei allen drei Weinen (weiss, rot, edelsüss) ohne aber das Gefühl zu haben, da versucht jemand einen Weinstil zu imitieren. Der Rebsortenspiegel ist für den Rotwein CS, Merlot und ordentlich Malbec, für den Bergerac Sec Sauvignon blanc und gris, Muscadelle und Semmillon.

Ich decke mich seit sechs Jahren jährlich vorwiegend mit Weinen der Linie L´Abbaye ein und zusätzlich nehme ich immer ein 6er-Karton Pecharmant dazu. Die L´Extase Linie ist natürlich eindrücklicher (Konzentration, neues Holz etc.) aber ich empfinde die L´Abbaye als stimmiger. Nur der L´Extase Monbazillac, der ist schon verdammt gut...

Altern lasse ich die weissen Bergerac sec immer mindestens vier Jahre, die Rotweine sechs bis zehn Jahre, natürlich abhängig vom Jahrgang. Momentan trinke ich die 2004er roten L´Abbaye.
Preislich lagen die l´Abbaye Weine bei meinem letzten Einkauf im März für die 2011er bei 12.-€ für rouge und blanc sec, 16.-€ für Monbazillac und Pecharmant.

http://www.domaine-anciennecure.fr

Also, trau Dich ;)

Seit kurzem ist die Domaine ein Bio-Betrieb.

Es wünscht Dir einen wunderbaren Urlaub,
Volker
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