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Bizkaiko- Txakolina

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dr. ramino

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Bizkaiko- Txakolina

BeitragSa 12. Okt 2013, 17:21

Erstmals einen Wein aus der D.O. Bizkaiko- Txakolina getrunken: Itsas Mendi No.7, 2012. Der Wein ist eine Coupage aus der autochthonen Sorte Hondarrabi Zuri und Riesling. Der Wein schmeckt ganz ausgezeichnet und erinnert schon sehr stark an einen sortenreinen Riesling. Wunderschöne Zitrusaromen und einen Duft von weissen Blüten. Im Mund toll strukturiert mit einer fast schon deutschen Mineralität. Mehr davon!

http://drraminoskitchenalchemy.blogspot ... olina.html
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UlliB

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Re: Bizkaiko- Txakolina

BeitragSo 14. Jun 2020, 10:04

Das passt hier nicht ganz, aber es lohnt sich nicht, eigens einen neuen Thread aufzumachen:

Txakoli "Txomin Etxaniz" 2019 (Getariako Txakolina DO) Bei manchen VKN muss man echt aufpassen, auf der Tastatur nicht danebenzulangen :lol:

Da ich so etwas noch nie im Glas hatte, musste ich mich erstmal belesen. Die DO Getariako Txakolina (auf spanisch Chacoli de Guetaria) liegt unmittelbar an der baskischen Küste und hat insgesamt nur 175ha Rebläche. Der Weißwein, um den es sich hier handelt, wird aus der Rebsorte mit dem hübschen Namen Hondarribi Zuri erzeugt - wobei das (sofern die Angaben bei Wein+ stimmen) eigentlich keine Rebsorte ist, sondern ein gemischter Satz aus drei verschiedenen weißen Rebsorten, die mir auch nicht gerade geläufig sind (Courbu blanc, Crouchen, Noah). Die Reben werden traditionell in hohen Pergeln gezogen. Es gibt auch in sehr kleinen Mengen einen roten Txakoli aus der Rebsorte Hondarribi Beltza, die nach DNA-Analysen nahe verwandt mit Cabernet franc ist.

11%Vol. Blasses grüngelb, im Glas viel Kohlensäure. Recht simple Zitrusaromen, aber reif; trocken und sehr schlank; lebendige, aber nicht spitze oder grüne Säure. Kurz. Das erinnert stilistisch sehr an einfache Vinho Verde aus Portugal. Ich kann mir vorstellen, dass der sehr gut zur lokalen Fischküche passt. Ansonsten ist das ein Leichtwein für die Terrasse an einem warmen Sommernachmittag, ohne größeren Anspruch.

Der Wein ist eher belanglos, aber da man so etwas nicht an jeder Ecke findet, war er mir eine VKN wert. Außerdem gibt es wenig Gelegenheiten, eine Notiz mit so viel "x" zu schreiben 8-)

Gruß
Ulli
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nordmann

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Re: Bizkaiko- Txakolina

BeitragSo 14. Jun 2020, 17:37

Der Txakoli ist sicher einer der eher einfachen Weine Spaniens.

Aber in Bilbao, auf einem Straßenfest getrunken, von Bar zu Bar ziehend und dazu die Pintxo Spezialitäten der jeweiligen Bar genießend, das ist eine meiner schönsten Erinnerungen an Spanien und das Pais Vasco. Und dazu passt dieser unkomplizierte Wein dann hervorragend in die Stimmung.

Ein spanischer Freund hat mir später dann Txakoli geschenkt, aber das ist dann einfach etwas anderes.
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Lorne Malvo

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Re: Bizkaiko- Txakolina

BeitragSo 14. Jun 2020, 18:37

Ich hatte gestern im Rahmen eines Menü
passenderweise zu Muscheln und Languste mit grünem Spargel
auch einen Getariako Txakolina Rose‘.
Ich trinke normal extrem selten Rose,
aber ich war sehr positiv überrascht.
Hatte vorher noch nie davon gehört.

Finca Jakue -txacoli Rose
(Glaube auch aus diesem unaussprechlichen Cabernet franc)

Aromatisch verhalten mit etwas Johannisbeere
und etwas Gestein schon in der Nase.
Am Gaumen verhalten beerig, etwas Agrumen,
frischer, mittlerer Körper.

Zum Glück nicht son Kitschding,
dachte ich noch vor dem Schlucken.

Aber dann kommt der Knaller:
Am Gaumenende begrüßt
Salz, ganz kleines Bitterle, Steine und ein
saaresker mineralischer lang angaltender Zug, der mich wirklich
ziemlich geflasht hat. Der Speichel fließt, das Herz hüpft.

Zu dem leicht knoblauchwürzigen Meeresgetier wirklich ein geniales Match.

Aus der Rubrik, ich weiss dass ich nix weiss:
So würde ich öfter Rose trinken.
Absolut eigenständig und sehr interessant,
insbesondere zur richtigen Küche.
Gut Schluck
Lars
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EThC

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Re: Bizkaiko- Txakolina

BeitragSo 14. Jun 2020, 20:32

Lorne Malvo hat geschrieben:So würde ich öfter Rose trinken.

Es gibt sie :!:
Die Rosés voller Spannung und Eigenständigkeit far away von den üblichen Bonbon-Wässerchen... :D
Viele Grüße
Erich


NOVINOPHOBIE ist die Angst davor, daß der Wein ausgeht...
https://ec1962.wordpress.com/
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Michl

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Re: Bizkaiko- Txakolina

BeitragSo 14. Jun 2020, 21:22

In den letzten Jahren habe ich mehrfach Urlaub im Baskenland gemacht und mich in den Txakoli (sprich: Tschakolí, also mit Betonung auf dem i) verliebt. Ich hatte vielleicht +/- 15 Weine dieses extrem kleinen Anbaugebiets in den Hügeln zwischen Getaria und Zarautz im Glas und ja, es sind i.d.R. sehr einfache Weine, die wie asturischer Sidra aus großer Höhe in große stillose Gläser/Becher eingeschenkt werden, damit sie etwas moussierenden Eindruck hinterlassen. Es gibt aber durchaus höherwertige Weine, die Tiefe und Nachhaltigkeit aufweisen. Gemein ist ihnen eine geradezu beißende kühle Mineralität wie ich sie von keiner anderen Rebsorte/Region kenne und eine äußerst feine, pointierte, aber scharfe Säure. Sie transformieren mit ihrem Duft nach Gischt/Salzwasser, nassem Sand und Zitrusaromen genial die Region in ein Aromenerlebnis. Mich erinnerten sie immer eher an leichten, mineralischen Chablis als an Riesling, mit dem sie oft verglichen werden. Zur regionalen Meeresfrüchteküche oder Pinchos passt das tatsächlich unglaublich gut, v.a. auch zum Klima an der Biskaia, also den eher milden, aber schwül-warmen Sommern.
Ich habe nie etwas für zuhause eingekauft, weil ich immer befürchtete, dass sie im Urlaub dann doch besser schmecken als zuhause. Mittlerweile glaube ich jedoch, dass ein Txakoli sicherlich für eine gemeinsame Verkostung hier im Forum ein ganz besonders geeigneter Kandidat wäre, wenn es eher um ein ungewöhnliches als qualitativ herausragendes Geschmackserlebnis gehen sollte. Leider habe ich mir nie die Namen der Weingüter gemerkt, so dass ich keinen speziellen Wein empfehlen kann, zumal es meiner Kenntnis nach bei uns allenfalls einzelne Exemplare zu beziehen gibt. Mir sagte ein Baske, dass guter Txakoli niemals die Region verlässt :lol:
Viele Grüße

Michl
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Bernd Schulz

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Re: Bizkaiko- Txakolina

BeitragSo 14. Jun 2020, 21:35

Michl hat geschrieben:Mittlerweile glaube ich jedoch, dass ein Txakoli sicherlich für eine gemeinsame Verkostung hier im Forum ein ganz besonders geeigneter Kandidat wäre, wenn es eher um ein ungewöhnliches als qualitativ herausragendes Geschmackserlebnis gehen sollte.


Sehr gute Idee, Michl! Da ich in meiner langjährigen Säuferkarriere noch nie einen Txakoli getrunken habe, aber für Horizonterweiterungen (solange diese für mich bezahlbar bleiben) stets offen und dankbar bin, wäre ich bei einer entsprechenden gemeinsamen Verkostung sofort mit von der Partie!

Wer nimmt die Sache in die Hand?

Herzliche Grüße

Bernd
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Allegro

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Re: Bizkaiko- Txakolina

BeitragSo 14. Jun 2020, 21:50

Da wäre ich auch gerne dabei :mrgreen:
Viele Grüße - Allegro
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OsCor

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Re: Bizkaiko- Txakolina

BeitragSo 14. Jun 2020, 23:10

Noch einer :-)
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Michl

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Re: Bizkaiko- Txakolina

BeitragMo 15. Jun 2020, 20:20

Bernd Schulz hat geschrieben:Wer nimmt die Sache in die Hand?


Also, da ich die Sache angestoßen habe, fühle ich mich jetzt ein bisschen verpflichtet, weiß aber nicht, wie wir bestmöglich verfahren. Da ich mich an die Erzeuger nicht erinnern kann (die Lautstruktur des Baskischen entzieht sich mir völlig, alles klingt irgendwie nach Extauripuzkoreak oder so...) scheint mir das ungefähr so, als wollten Mitglieder eines baskischen Weinforums mal eben einen Riesling probieren (ich übertreibe, ich weiß... ;) )
Im Netz findet man schon etwas, sogar einen baskischen Anbieter mit ansprechender Homepage und größerem Sortiment (aber keiner Angabe von Versandkosten :? ):
http://baskselekt.com/de/3-Txakoli-Baskenland-WeiBwein
Ich würde eher einen Händler bevorzugen, bei dem ich ein Paket mit anderen Weinen vollmachen kann. Wenn's nur spanische Weine sein dürfen, gäbe es z.B. diesen hier:
https://www.cielo-del-vino.de/anbaugebi ... txakolina/
Aber irgendwie überzeugt mich das Verfahren nicht so richtig. Fällt jemandem etwas Besseres ein?
Oder sollen alle Interessierten einfach einmal bei Gelegenheit einen Txakoli mitbestellen und wenn sich dann tatsächlich etwas Interessantes auftun sollte, können wir ja hier noch einmal eine gemeinsame Verkostung anstoßen (bei K&U gibt es auch einen, der sich interessant anhört, aber aus 2017 stammt, was mich etwas stutzig macht, da man Txakoli i.d.R. blujung trinkt).
Ihr seht mich also etwas ratlos...
Viele Grüße

Michl
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