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Rhone - Châteauneuf du Pape

nördliche Rhône (Côte Rôtie, Hermitage, Cornas und Co.) und südliche Rhône (Châteauneuf du Pape, Gigondas, Tavel und Co.), Ardeche, Vivarais, Vaucluse und Isere, Côstieres de Nîmes, Provence, Korsika
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amateur des vins

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Re: Rhone - Châteauneuf du Pape

BeitragMo 18. Feb 2019, 22:58

Domaine de la Janasse, C9dP Prestige 2009

Sattes goldgelb und eine leichte Sherry-Note lassen zunächst nichts gutes erahnen. Mit etwas Luft geht letztere aber zurück, und es zeigen sich die klassischen Noten gereifter Roussanne (aus der der Wein überwiegend besteht): Honig↘, Orangenzesten↗, reife, fast überreife Nektarine. Dazu eine leichte würzige Note, die ich nicht zu fassen bekomme: Salbei?

Sehr, sehr intensiv, aber tolle Balance. Ölig-viskos, mit ausreichend Säure (aber sortentypisch eher nicht knackig), damit es nicht in die Breite geht. Im sehr langen Abgang zuletzt ein leichtes Bitterle und doch wieder zarte (leicht hefige) Sherry-Noten.

Ich habe keinerlei Erfahrung mit diesem Wein. Für 2009 hat er ausreichende Frische. Allerdings ist er - für sein Kaliber - doch schon erkennbar gereift, wenngleich angenehm und garnicht müde.

Bin mir noch nicht schlüssig, ob ich Janasse Prestige auf dem Radar behalten muß...
Besten Gruß, Karsten
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austria_traveller

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Re: Rhone - Châteauneuf du Pape

BeitragDi 5. Nov 2019, 10:51

Guten Morgen Forum,

Vor kurzem hatte ich wieder mal eine Flasche von Clos du Caillou, den Bouquet des Garrigues im Glas.
Jahrgang 2014. Dieser Wein war viel feiner und eleganter als andere Jahrgänge. Auch die Säure war viel stärker.
Mich würde interessieren, ob ihr das auch bei anderen Weinen aus diesem Jahrgang erlebt habt ?
Beste Grüße
Gerhard aus Wien
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slowcook

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Re: Rhone - Châteauneuf du Pape

BeitragMi 6. Nov 2019, 18:04

Hallo Gerhard

Das Forum schläft oder "trauert" um Hasi, dann gebe ich dir halt mal eine Antwort.

Deine Eindrücke entsprechen generell genau der Charakteristik des Jahrgangs an der südlichen Rhone: Viele Weine aus 2014 (ich kenne vor allem viele Gigondas) sind durchaus jetzt angenehm zu trinken, dank der ausgiebigen Regenfälle zur Erntezeit haben sie 1 bis 2 % weniger Alkohol als in den nachfolgenden Jahrgängen, sind aber eben frisch und elegant, wie du schreibst.

Was mich betrifft, trinke ich dann trotzdem die kräftigeren und insofern typischeren Südrhone-Weine häufiger, durchaus auch jung wie den Bouquet des Garrigues 2016 von Clos du Caillou.

Alpenländische Grüsse
Werner
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Olaf Nikolai

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Re: Rhone - Châteauneuf du Pape

BeitragFr 13. Dez 2019, 18:55

Creot hatte Anfang November bereits schon kurz über den
Coudoulet de Beaucastel 2016 berichtet, der heute auch hier in's Glas kommt.
Tja was soll ich sagen. Für rund 18€ m.E. ein unschlagbares PLV. Kraft, Eleganz und Finesse. Quasi die Quadratur des Kreises. Ein wirklich toller Wein den "man" eigentlich nicht nicht im Keller haben kann/sollte. Da habe ich in den vergangenen Jahren von der Rhone in der Preisklasse nichts Besseres im Glas gehabt.....und leider für deutlich mehr Geld erheblich Schlechteres. Mglw. Hab ich falsch selektioniert....oder der Coudoulet ist wirklich Klasse. Zu dem Tarif sehe ich im Bordelaise leider nichts gleichwertiges.
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bordeauxlover

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Re: Rhone - Châteauneuf du Pape

BeitragFr 13. Dez 2019, 20:18

Klingt sehr trinkanimierend! Habe ich ewig nicht mehr getrunken, zuletzt wohl vor 15-20 Jahren irgendwelche Jahrgänge aus den 90ern. War auch damals schon wirklich gut, aber irgendwie aus den Augen verloren. Habe im Netz den 2016er, aber auch den 2017er gefunden. Kennst Du im Vergleich auch den 2017er? Oder am Besten gleich mal beide antesten?

Schöne Grüße
Armin
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Olaf Nikolai

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Re: Rhone - Châteauneuf du Pape

BeitragFr 13. Dez 2019, 21:21

Nein. Den 17er kenne ich noch nicht. Bei Allem was ich bisher lesen konnte kann er aber wohl nicht am 16er tippen. Da der 16er nahezu zu vergleichbaren Preisen breit angeboten wird gibt es für mich keinen Anlass einen mutmasslich inferioren Jahrgang zu kaufen.
Bei Maluni Weine gibt es ein wirklich schönes Video über der 16er Coudoulet und den Chateau9.
Meinen ersten Coudoulet aus den Anfängen der 90er habe ich seinerzeit um 97 herum damals beim Weinland Keiler in Neuisenburg gekauft. Der war war damals schon trotz den recht schwachen Jahrgangs beeindruckend gut. Der 16er Jahrgang soll wohl zu den Top 3-4 der vergangenen 30 Jahre gehören....was ich nun nach eigener Erfahrung mit dem Coudoulet gerne glauben möchte. Bei dem aktuellen Preis m.A. ein no brainer. Habe gerade noch 16er Chateau9 in Normal und Magnum geordert. Denke selbst der CdR hält locker 20 Jahre+ im Normalformat....und gewinnt sicher im Verlauf dazu.
Habe den Eindruck dass in 16 ....und das mehr noch als in 09, 10, und 15er Jahrgang.....top Weine nahezu überall in Europa.....und das schon für recht überschaubare Preise zu kaufen sind.
Auch das Piemont hat hat mir da bislang viel Freude bereitet.
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Stephane Franc

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Re: Rhone - Châteauneuf du Pape

BeitragFr 13. Dez 2019, 21:32

Hallo Armin,

der 2016er ist aus meiner Sicht zwar nur ein bißchen, aber schon unterscheidbar besser: feinere Taninne als der 17er, mehr Frucht und Tiefgang, trotzdem aber eleganter als der 17er und unaufdringlich bleibend. Der 17er ist auch ein sehr guter Wein, aber im Vergleich zum 16er einen Hauch "flacher" in der Frucht und mit minimal gröberen Tanninen. Insgesamt ist für mich der Coudoulet im Allgemeinen so ein richtig schöner Wein, der immer in die elegante und Kühle Stilistik vinifiziert wird. Das Team auf Beaucastel ist absolut stilsicher und versteht schon sein Handwerk.

Die Einschätzung von Olaf teile ich zu 100 %.

Stephane
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bordeauxlover

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Re: Rhone - Châteauneuf du Pape

BeitragFr 13. Dez 2019, 21:58

Hallo Olaf und Stephane,

herzlichen Dank für die präzisen Einschätzungen, die mir absolut weiterhelfen! Da werde ich bei 2016 (und nur da) auch mal zuschlagen!

Schöne Grüße
Armin
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Lars Dragl

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Re: Rhone - Châteauneuf du Pape

BeitragSa 14. Dez 2019, 01:09

Hallo!

Ich finde der 15er ist auch nicht übel. Etwas leichter und nicht so offensichtlich, aber auch schön.

Grüße

Lars
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amateur des vins

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Re: Rhone - Châteauneuf du Pape

BeitragSa 14. Dez 2019, 11:35

Auf die Gefahr, als Klugschei*er durchzugehen, oder Eulen nach Athen zu tragen, aber: Der Coudoulet ist kein Châteauneuf! Ihn dort einzusortieren, ist ungefähr so, als würde man Sociando-Mallet zum Saint-Éstèphe erklären.

Und ja, Lage und Böden sind mir bekannt.
Besten Gruß, Karsten
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