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Ribera del Duero

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harti

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Ribera del Duero

BeitragMo 22. Nov 2010, 20:28

Hallo zusammen,

hätte ich mir auch nicht träumen lassen, dass ich mal einen Thread eröffne, der nicht mit Bo.. anfängt und mit ... aux aufhört.

Gestern gab's einen Alion 1994, der erst vor zwei Wochen mit 7 Kollegen und 4 Freunden aus 1996 direkt aus Spanien eingetroffen ist.

Der Füllstand verhieß nichts Gutes, max. top shoulder, dazu ein vollständig seitlich geröteter Korken, oberes Ende stark nach Schimmel riechend.

Ausgeschenkt wurde daher mit einem drop-stop, der jeglichen Schimmelkontakt verhindert und damit auch ein aufwendiges Reinigen des Flaschenhalses überflüssig macht.

Glücklicherweise war der Inhalt der Flasche einwandfrei. Wie schon bei der sensationellen Spanien-Probe von Jürgen (jkl) erinnerte mich das Bukett spontan an Figeac 1982 oder 1990: Sehr würzig, Lakritze, Unterholz, Vanille und Menthol, mit zunehmender Belüftung im Glas immer intensiver werdend. Am Gaumen dann ein vollmundiger, fast süßlicher Wein mit langem, leicht trocknendem Nachhall und dem richtigen Schuss Säure. 94 P. von mir.

Ich denke, dieser Wein kann noch lagern, schmeckt aber jetzt schon derartig gut, dass ich mit der nächsten Flasche nicht zu lange warten werde.

Grüße

Hartmut
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Don Miguel

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Re: Ribera del Duero

BeitragDi 23. Nov 2010, 17:31

Servus Hartmut!

Freut mich, dass der 1994er so viel Anerkennung bei dir fand, das lässt mich mit meinen 2004er-Flaschen optimistisch in die Zukunft blicken.

Obwohl ich zwischenzeitlich generell – und das werde ich bei anderen Weinbauregionen genau so wiederholen – skeptisch bin, dass die Erfahrungen mit Weinen aus den 90er und früheren Jahren noch auf jüngere Exemplare übertragen werden können, zu sehr hat sich häufig die Ausbau- und Vinifikationstechnik gewandelt.

Alion 2004 deutete vor 2 Jahren sein Potenzial an, aktuell vor ein paar Wochen getrunken war ich bereits richtig begeistert und lag auch irgendwo bei 94 DMP. Tannine und Säure sind in einer wunderbaren Balance vorhanden, so dass ich noch von einem langen Reife- und Entwicklungsprozess mit hoffentlich spannenden Veränderungen ausgehe.

In diesem Fall kann ich die Sache entspannt angehen, da ich noch genügend Flaschen habe. 2018 ist derzeit die letzte Flasche eingeplant, aber ich habe auch das Gefühl, dass bei Alion kein wirkliches Problem entstehen wird, wenn ich diesen Zeitpunkt nach hinten verschiebe.

Gruß
Don
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Don Miguel

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Re: Ribera del Duero

BeitragDi 30. Nov 2010, 11:18

Erstellt am 25.03.2008:

Protokoll eines wunderbaren Aalto Abends

Aalto 2004 und Aalto PS 2004


Wenn der Tony11 einen heimsucht, dann gibt es was zu erzählen ... ;)

Im Abspann zum Bodegatalk bei Egon in Weiden wollte Tony nicht gleich direkt den weiten Weg in die Schweiz antreten, sondern sich auf halber Strecke in München bei mir etwas erholen, die Stadt besuchen und vielleicht noch den ein oder anderen Wein trinken.

Von der Stadt hat er außer den Hinweisschildern auf der Autobahn zwar nicht viel gesehen :roll: , viel Wein gab es auch nicht, aber den, den es gab, der hatte es in sich!


Am zweiten Abend, Ostermontag, sollte es ein Aalto-Vergleich sein, und zwar der „Kleine“ mit dem „Großen“ PS aus 2004. Wenn der PS schon im Handgepäck von Tony dabei war, wäre es doch unsinnig gewesen, ihn wieder den beschwerlichen Weg in die Alpenrepublik antreten zu lassen. Und wer den Tony kennt, der weiß, das es für solche Vorhaben keiner Überredungskunst bedarf :D .

Vom Kleinen waren wir ja schon begeistert, er hatte ja schon am Samstag in Weiden seine Klasse unter Beweis gestellt, aber kann auch der PS seine Vorschusslorbeeren bestätigen?


Vor dem ersten Glas wurden beide ca. 3 Stunden dekantiert. Getrunken, beobachtet und vor allem viel geschnüffelt wurde dann über mehrer Stunden hinweg. Die erste Hälfte der Weine probierten wir blind aus Halbflaschen.



Die Verwandtschaft der Geschwisterweine war schon im Bukett unverkennbar. Üppige Nase, Waldbeeren, rauchige Aromen. Ein Wein war aber schon etwas offener, der andere noch eine Spur mächtiger und intensiver. Schon in der Nase deutete sich an, welcher Wein jeweils im Glas war.

Auch am Gaumen setzte sich dieses Spielchen fort. Kraftvoll und verschwenderisch opulent, komplex und auch verspielt, immer wieder neue Nuancen aufzeigend, noch deutlich Tannine, die aber die aktuelle Trinkigkeit überraschenderweise nicht beeinträchtigten. So erkennbar jung und doch schon so süffig. Wie schon in der Nase so war auch jetzt eigentlich der einzige Unterschied, dass der PS von allem mindestens ein Quentchen mehr zu bieten hatte, aber dieses „Quentchen“ macht auf höchstem Niveau dann eben doch den kleinen, aber feinen Unterschied aus. Ein intensiver, langer Abgang wird dann beim PS durch einen sehr, sehr langen Abgang nochmals übertroffen und gekrönt.

Dieses Geschwisterpaar hat mich enorm beeindruckt :!: :!: . Das sind keine kraftstrotzenden, sattmachenden Powerweine, sondern in hohem Maße ausgewogene und exzellent strukturierte Weine. Die Entwicklung und der Reifeprozess beider Weine ist vielversprechend und spannend.


Bevor ich mich zu Punkten äußere, noch folgende Anekdote, die uns lange beschäftigte und vor ein ungelöstes Rätsel stellte: Wir tranken zu dritt, aus den gleichen Flaschen mit sechs gleichen Gläsern. Die Aromen in den Gläsern von Tony und mir waren gleich, bei meiner Dona waren sie um eine ganze Klasse – ohne Übertreibung - besser und intensiver! Wir stellten die wildesten Theorien auf, wie erklärt werden konnte, was es ja eigentlich nicht geben dürfte, aber eine schlüssige Erklärung hatten wir letztlich doch nicht.

Ich hatte in meinen Gläsern als Gesamtwertung über den Abend für den
Aalto 94 DMP und für den
PS 97 DMP,
aus den Gläsern meiner Dona wären es 95 bzw. 98 DMP gewesen.


Der Kleine hat für mich ein sensationelles PLV nun zum wiederholten Mal unter Beweis gestellt, der Erstkontakt mit dem PS hat mich zu seinem Jünger bekehrt. Viel Geld, für 3 Punkte mehr beim PS, aber wenn man in dieser Wertungsregion fündig wird, dann ist die Preiskurve leider meistens an ihrem exponentialen Peak.



Und noch speziell für jkl:

Miller hat mit seinen 98 Punkten für den PS ganz eindeutig das bessere Ende für sich, die 92 Punkte von Peñin sind deutlich und weit von der Realität entfernt!

Als Erklärung könnte ich mir vorstellen, dass er den PS noch unter Füllschock probiert hatte. Laut Etikett wurde der PS nämlich erst im Juli 2007 gefüllt, Annahmeschluss für die Ausgabe 2008 war aber eigentlich der 30.6. 2007. Wie und weshalb dann dieser Jahrgang überhaupt bewertet wurde, kann ich nicht sagen. Aber er hätte besser auf eine Bewertung des jungen Weins verzichtet, als eine solch eklatante Unterbewertung zu veröffentlichen. Ich gehe davon aus, dass in der 2009er Ausgabe eine deutliche Korrektur nach oben erfolgt (erfolgen muss), denn meine Bewertung – und auch die von Tony - stimmen wie eigentlich alle anderen bereits lesbaren VKN mit der Wertung von Miller überein oder sind sogar noch höher.

Mit schwärmerischen Grüßen und einem besonderen Dank an Tony für dieses PS-Weinerlebnis!

Don
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Don Miguel

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Re: Ribera del Duero

BeitragDi 30. Nov 2010, 12:58

Erstellt am 06.12.2009:

Servus,

jetzt hatte ich ihn im Glas, den höchstbewerteten (95) Rotwein unter den „Mejores Compras“ (Preis-Leistungsempfehlungen) des Peñin 2010: Bodegas Hermanos Sastre, Viña Sastre Crianza, 2006 !

Kräftige, animierende, vielschichtige Nase; am Gaumen geschmeidig , fleischig, körperreich, stark tanninhaltig, grobkörnig, leicht adstringierend, kräftiger Alkohol; gut mittellanger, kraftvoller Abgang.

Eine Power-Crianza, die wirklich sehr viel bietet, aber man muss diese Stilistik auch mögen und 15% Alkohol sind nicht zu verleugnen. Am besten aber noch liegen lassen, der Viña Sastre wird noch reifen. 95 Punkte kann ich nicht bestätigen, aber 91+ DMP sind in dieser Preisklasse (in D um 15€) auch nicht zu verachten.

Don
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Don Miguel

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Re: Ribera del Duero

BeitragDi 30. Nov 2010, 12:59

Erstellt am 02.01.2010:

Aalto 2004

Aktuelle Wasserstandsmeldung: Keine überraschenden Veränderungen, kräftig - aber nicht erdrückend wuchtig, der hohe Alkoholgehalt (15%) ist erfreulich unauffällig, Frucht, Holz und Säure in ausgezeichneter Harmonie, langer Abgang, nach wie vor herausragend, 93-94 DMP und Trinkspaß.

Don
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Don Miguel

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BeitragDi 30. Nov 2010, 13:04

Erstellt am 01.12.2008:

Hermanos Sastre, Viña Sastre Crianza, 2005

Eine gute Stunde dekantiert.

Das Bukett ist passabel, zurückhaltend. Die wahren Stärken dieses Weines zeigten sich im Gaumen, wo er sich sehr nachhaltig und rund gab. Das Holz ist dezent, die Gerbstoffe sind anfänglich noch sehr präsent. Frucht und verhaltene Säure harmonieren schon bestens.

Auch nach weiteren 2 Stunden gibt sich der Viña Sastre in Struktur und Aromatik keine Blöße, aber er wurde deutlich geschmeidiger. Kein Kraftprotz, was man angesichts von 15% durchaus vermuten durfte, sondern ein verhältnismäßig leichtfüßiger Wein, dessen ausgeprägte Ausgewogenheit bereits in diesem jungen Stadium überzeugt. Wahrt nach meinem Empfinden eine schöne Balance zwischen Moderne und Tradition.

Sollte durch Reifung auf jeden Fall noch gewinnen. Aktuell 91+ DMP (die 94 Punkte von Peñin 2009 sind mir doch etwas zu euphorisch, aber die Tendenz stimmt). Für Ribera del Duero auch ein hervorragendes PGV (ca. 15,00 €) und für den Trinkspaß ein dickes + .

Don
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Moulis

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Re: Ribera del Duero

BeitragDi 30. Nov 2010, 15:03

Erstellt am: 21.06.2010 : 09:38:01 Uhr
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Gestern hatte ich mal wieder den Pesquera Gran Reserva 1990 im Glas.
Zum Korken muss man ja nichts mehr sagen, ich weiss garnicht, wann ich das letzte mal einen Pesquera normal entkorken konnte.
Ich habe nicht dekantiert, kurz dekantieren schadet aber nicht.
Schöne fruchtige Nase. Farbe noch relativ dunkel, ins bernsteinfarbene gehend, leichter Wasserrand.
Am Gaumen nur gut. Samtig weich, dunke Frucht. Sehr harmonisch.
Ein Klassiker.
94+P
Auf einer Stufe mit dem 96er, knapp über 92, 94 und deutlich über 95.
Die neueren jahrgänge kenne ich nicht.
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Moulis

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Re: Ribera del Duero

BeitragDi 30. Nov 2010, 15:06

Erstellt am: 27.01.2010 : 12:54:28 Uhr
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Alfa Spiga 2003, Bod. Fournier
Kein großer, aber ein guter Wein. Kommt jetzt in die Genußphase, vor einem Jahr noch sehr zu. Dekantieren!
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Moulis

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Re: Ribera del Duero

BeitragDi 30. Nov 2010, 15:06

Erstellt am: 15.09.2009 : 15:49:57 Uhr
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Hallo.

Am Samstag gab es den Avan Concentration 2004.
Der war doch noch sehr verschlossen. Würde ich im Moment die Finger von lassen und lieber den 2003er öffnen. Der ist schon sehr gut zu trinken und macht viel Spaß.
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Moulis

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Re: Ribera del Duero

BeitragDi 30. Nov 2010, 15:07

Erstellt am: 17.09.2009 : 18:13:56 Uhr
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Emilio Moro Cepa 21 2006
Ob das nun im Highlights Thread richtig ist, bin ich mir nicht sicher.
Kein schlechter Wein, aber etwas belanglos. Zu vordegründige Frucht.
Hatte ihn jetzt zu 2ten mal.
Von einigen Kritikern hoch bewertet.
Für mich keine Kaufempfehlung, für´s gleiche Geld gibtß bessere Spanier.
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