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Weingut Dr. Randolf Kauer

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Gaston

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Re: Weingut Dr. Randolf Kauer

BeitragSa 1. Jun 2013, 20:42

Hallo,

eine aktuelle FB-Diskussion über das vermeintliche Schwächeln der deutschen 11er nahm ich zum Anlass, einem trockenen Kabinett von Randolf Kauer aus eben jenem Jahrgang zu öffnen. Ich war ziemlich sicher, auf einen hochwertigen Riesling in Top-Form zu stoßen. Und ich behielt Recht. 8-)


Bild


Sehr guter Riesling, jahrgangstypisch von der Wucht eher Richtung Spätlese gehend, dennoch frisch, animierend, durchaus mit Finesse und Spiel, aber gleichzeitig gar nicht kompliziert, sondern saftig und äußerst "trinkig". Ich kann das Gerede über die vermeintliche Schwäche der 11er gar nicht nachvollziehen. Wie seht ihr das? Habt ihr schon schwächelnde, abbauende 11er im Glas gehabt?
Beste Grüße
Gaston
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Bernd Schulz

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Re: Weingut Dr. Randolf Kauer

BeitragSa 1. Jun 2013, 21:32

Wie seht ihr das? Habt ihr schon schwächelnde, abbauende 11er im Glas gehabt?


Nein! Wobei meine 11er nahezu alle von Winzern stammten, die grundsätzliche langlebige Sachen produzieren. Warum sollten deren 11er schwächeln? Viele dieser Weine haben ihren Babyspeck noch nicht richtig abgeworfen....

Im August bin ich in Bacharach, und dann ist ein Besuch bei Kauer schon fest eingeplant!

Viele Grüße

Bernd
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Gaston

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Re: Weingut Dr. Randolf Kauer

BeitragSa 1. Jun 2013, 22:05

Bernd Schulz hat geschrieben: Nein! Wobei meine 11er nahezu alle von Winzern stammten, die grundsätzliche langlebige Sachen produzieren.

Bernd


Hallo Bernd,

sehe ich ähnlich. Die Diskussion kam auf; nachdem Werner Elflein ein GG 2011 von Bürklin -Wolf so richtig verriss und dies für eine General-Kritik des Jahrgangs zum Anlass nahm.

Viel Spaß in Bacharach. Verkostung und Gespräch mit Randolf Kauer ist immer ein anregendes Erlebnis.

Im August sind die 12er vielleicht auch schon trinkfertiger :D
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Volker

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Re: Weingut Dr. Randolf Kauer

BeitragSa 1. Jun 2013, 22:23

Hallo Gaston

auch wenn es hier vielleicht ein wenig off topic ist.

Ich hatte die Tage einen 11'er Kabinett von der Mosel im Glas. Die Frucht war aktuell deutlich in den Hintergrund getreten wurde aber von wirklich schönen Kräuternoten kompensiert hat aber viel Luft gebraucht, was aber typisch für Weine von C. Steinmetz ist. Insofern war ich ein wenig über die doch deutliche Veränderung überrascht aber in keiner Weise enttäuscht.

Jahrgangstypisch natürlich klar Richtung Spätlese und aufgrund der weichen und eher niedrigeren Säure nicht so spritzig. Aber genau diese Jahrgangsunterschiede machen das Weintrinken doch so spannend.

Volker
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Gaston

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Re: Weingut Dr. Randolf Kauer

BeitragSa 1. Jun 2013, 22:41

Volker hat geschrieben: Aber genau diese Jahrgangsunterschiede machen das Weintrinken doch so spannend.

Volker


Hallo Volker,

sehe ich genauso. Jeder Jahrgang ist anders, das ist der Grund, warum man ja diesen ganzen Zirkus mitmacht, immer wieder probiert, verkostet, bestellt, die Winzer besucht... :)

2011 ist sicherlich ein– jedenfalls für den Mittelrhein – aber wohl auch andere Gebiete untypischer Jahrgang. Diese üppige Frucht, alles bisschen draller und molliger... gute Winzer schaffen es aber, auch unter diesen Bedingungen gute und gebietstypische Weine (natürlich mit Jahrgangsspezifik) zu produzieren. Ich konnte und kann jedenfalls dem hedonistischen 11er einiges abgewinnen, freue mich aber auch wieder über den schlankeren 12er.
Beste Grüße
Gaston
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Bernd Schulz

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Re: Weingut Dr. Randolf Kauer

BeitragSa 1. Jun 2013, 22:45

Aber genau diese Jahrgangsunterschiede machen das Weintrinken doch so spannend.


So ist es - wobei es schon Jahrgänge gibt, mit denen ich auf breiter Front meine Schwierigkeiten habe (2003 und 2006, um es genauer zu sagen).

Über 2011 habe ich mir immer noch keine genau feststehende Meinung gebildet. Die Vorurteile, mit denen ich zuerst an den Jahrgang herangeteten bin, haben sich jedenfalls größtenteils nicht bestätigt! Viele Weine waren schon früh zugänglich und wirkten eher voluminös; auf die erwarteten breiten, aufgeplusterten und besonders säurematten Langweiler bin ich aber bei den von mir bevorzugten Erzeugern nicht gestoßen. Und ich bin mir auch sicher, dass genug 2011er ziemlich langlebig sein werden.

Beste Grüße

Bernd
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Gaston

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Re: Weingut Dr. Randolf Kauer

BeitragSa 1. Jun 2013, 22:57

Bernd Schulz hat geschrieben:
Viele Weine waren schon früh zugänglich und wirkten eher voluminös; auf die erwarteten breiten, aufgeplusterten und besonders säurematten Langweiler bin ich aber bei den von mir bevorzugten Erzeugern nicht gestoßen. Und ich bin mir auch sicher, dass genug 2011er ziemlich langlebig sein werden.
Bernd


Bernd, ich denke sogar, dass der 11er tendenziell unterschätzt wird. Die Winzer, mit denen ich sprach (betrifft jetzt Mittelrhein) sind ausnahmslos vom 11er begeistert. Auch wenn man mal das typische Winzer-Jahrgangs-Schönreden abzieht, steht der 11er im Vergleich prächtig da. Im Endeffekt kommt es immer auf den Produzenten an und was er daraus macht. Und aus dem 11er konnten gute Winzer sicherlich großartige Weine machen.
Beste Grüße
Gaston
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kristof

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Re: Weingut Dr. Randolf Kauer

BeitragMi 12. Jun 2013, 20:56

Hallo zusammen,

von der Probe bei Kauer am letzten Wochenende auch von mir noch rasch ein paar Notizen zum 2012er Angebot, bevor ich's vergesse. Und da die bestellten Weine noch nicht geliefert sind, kann ich die Erinnerungen auch noch nicht auffrischen.

Im Glas deshalb der Kauer Basiskabinett 2011. Und der macht den Unterschied der Jahre im Vergleich zu seinem Nachfolger sehr deutlich. Natürlich ist er jetzt, gut ein Jahr nach der Füllung, deutlich entwickelter, viel mehr in einem Guß und sehr schön zu trinken. Im Vergleich zu 12 ist aber der Säureunterschied sehr groß. Gerade der Basisriesling wartet mit einer sehr prägnanten Säure auf, die einen Riesling-Neuling mit Sicherheit vor echte Aufgaben stellt. Hier ist 12 nah an 10 und weit weg von 11. Frappierend scheinen die Werte zu sein:

2012: 12% Alkohol (wobei Herr Kauer glaube ich von "in echt" 11,5% sprach), 7,9 Säure, 7 gr Süße

2011: 11,5% Alkohol, 7,9 Säure, 7 gr Süße

Klingt so anders nicht, schmeckt aber anders.

Weiter mit den Kabinetten (trocken):

Bacharacher Kloster Fürstental - Mittelrhein in klassischer Ausführung. Schlank, animierend, mit präsenter Säure. Schöne aromatische Fruchtigkeit. Ich stimme Gaston zu, dass die

Bacharacher Wolfshöhle - in diesem Jahr einen Tick vorne ist, der Wein hat eben diesen Tick mehr an Komplexität, der Unterschied ist aber nicht groß.

Bei den Spätlesen ein etwas anderes Bild:

Bacharacher Kloster Fürstental - Muskeln ohne Fett, sehr typisch, lang. Gefällt mir etwas Besser als die Spätlese aus dem

Oberweseler Oelsberg - die ist etwas breiter, was wohl an den Lehm/Lößeinlagerungen in der kauerschen Parzelle im Oelsberg liegen mag. Der Wein kommt gefälliger rüber, ohne aber auch im geringsten banal zu sein.

Die trockenen Weine sind durch die Bank sehr gut und repräsentieren Jahrgang und Anbaugebiet sehr schön. Auch die Lagentypizität ist zumal bei den Spätlesen ganz deutlich. Eine tolle Kollektion.

Was die Lagerfähigkeit der Weine angeht: Nach den feinherben Weinen haben wir noch eine halbtrockene Spätlese (Wolfshöhle, meine ich) probiert - aus 1998. Und offen war die Flasche auch schon ein paar Tage. Der Wein: Ein wunderbar gereifter, reifer Riesling, der noch mit Saft und Kraft im Glas steht, von Altersmüdigkeit keine Spur. Altersweise war er schon eher.

Gut gefallen haben mir die Kauerweine schon lange (wenn seit 2008 lang ist), 2012 gehört mit Sicherheit zu den ganz starken Jahrgängen. Um so ärgerlicher, dass ihm die Wildschweine in diesem Jahr rund 1.000 Liter Wein weggefressen haben!
Viele Grüße,

Christoph
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Gaston

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Re: Weingut Dr. Randolf Kauer

BeitragMi 31. Jul 2013, 22:39

Hallo zusammen,

heute im Glas:

Bild

Das ist definitiv kein Crowd-Pleaser, sind ja Kauer-Weine sowieso eher selten. Bei aller Schlankheit und nahezu Kargheit (gibs das Wort?) hat der Wein aufgrund der animierenden Säure gepaart mit einer prägnanten mineralischen Würze eine großartige innere Spannkraft, die den Wein extrem lebendig, geradezu vibrierend macht. Die Frucht ist zu Beginn sehr zart und fragil, öffnet sich aber mit fortschreitendem Luftkontakt. (Vielleicht dekantieren?) Sehr schöner, knochentrockener, herbwürziger Kabinett, jahrgangs- und gebietstypisch. Tendenziell vielleicht noch etwas wild am Gaumen, wird sich in den kommenden Monaten harmonisieren.
Beste Grüße
Gaston
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Bernd Schulz

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Re: Weingut Dr. Randolf Kauer

BeitragDo 1. Aug 2013, 07:01

Hallo Gaston,

das Wort Kargheit gibt es eindeutig in der deutschen Sprache! Aber was zum Teufel ist ein "Crowd-Pleaser"? :mrgreen: Gut, ich könnte ja jetzt googeln....

Ansonsten abermals danke für die schöne Verkostungsnotiz, die mich immer neugieriger auf den noch für diesen Monat geplanten Besuch bei Kauer macht!

Beste Grüße

Bernd
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