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Ruwer-diverse Winzer

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niers_runner

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Re: Ruwer-diverse Winzer

BeitragSa 29. Aug 2020, 17:53

Bernd Schulz hat geschrieben:Gestern gab es für Ralf und für mich eine neue Folge aus der Reihe "Landwein der Ruwer":

Bild

Ralf tippte blind sofort auf die Ruwer - es handelt sich um den bislang gebietstypischsten und damit gemäß meinem Geschmack auch schönsten Riesling aus einer beeindruckenden Serie.

Hallo Bernd,
Ein Landwein mit 94 Punkten?
Das habe ich noch nie gesehen, geschweige denn im Glas gehabt!

Beste Grüße

Peter
Wir soffen uns langsam den Fluss hinab (Kurt Tucholsky 1930 auf seiner Moselreise)
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Moselaner

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Re: Ruwer-diverse Winzer

BeitragSa 29. Aug 2020, 18:21

niers_runner hat geschrieben:
Bernd Schulz hat geschrieben:Gestern gab es für Ralf und für mich eine neue Folge aus der Reihe "Landwein der Ruwer":

Bild

Ralf tippte blind sofort auf die Ruwer - es handelt sich um den bislang gebietstypischsten und damit gemäß meinem Geschmack auch schönsten Riesling aus einer beeindruckenden Serie.

Hallo Bernd,
Ein Landwein mit 94 Punkten?
Das habe ich noch nie gesehen, geschweige denn im Glas gehabt!

Beste Grüße

Peter


Hallo Peter,

ich bin zwar nicht Bernd gehe aber davon aus, dass der Wein einfach nicht zur Prüfstelle gegeben wurde und damit nur als Landwein klassifiziert werden darf.

Das hat erstmal nichts mit der Qualität an sich zu tun und sieht man gar nicht mehr so selten.
Ziereisen aus Baden füllt meines Wissens alles als Landwein ab und erhält in allen Weinführern Spitzenbewertungen. Hier ist der Grund das er die Weine nicht filtriert und ein unklarer Wein die Prüfung nicht besteht.
Balthasar Ress hatte eine Serie von Weinen mit bis zu fünf Jahren Hefelager die alles andere als günstig waren, auch diese Exemplare waren als Landweine deklariert, trotz VDP Mitgliedschaft und hohen Bewertungen.

Viele Grüße
Patrick
Wo aber der Wein fehlt, stirbt der Reiz des Lebens.
Euripides
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Bernd Schulz

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Re: Ruwer-diverse Winzer

BeitragSa 29. Aug 2020, 18:39

Moselaner hat geschrieben:ich bin zwar nicht Bernd gehe aber davon aus, dass der Wein einfach nicht zur Prüfstelle gegeben wurde und damit nur als Landwein klassifiziert werden darf.


Genau so verhält es sich. Und der Hauptgrund dafür besteht wohl darin, dass es sich um ein Garagenweingut handelt. Angesichts der winzigen Mengen, die der Winzer erzeugt, würden die Flaschen, die für die amtliche Prüfung draufgehen würden, schon richtig wehtun. Die Prüfung bestehen würden Markus Müllers Rieslinge sicher mit Bravour.

Herzliche Grüße

Bernd
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EThC

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Re: Ruwer-diverse Winzer

BeitragSa 29. Aug 2020, 19:53

niers_runner hat geschrieben:Ein Landwein mit 94 Punkten?
Das habe ich noch nie gesehen, geschweige denn im Glas gehabt!

...wenn ich so auf meine persönlichen Spitzenreiter schaue, dann sind da die "Landweine" und "Weine" bzw. die europäischen Pendants in der Mehrheit. Schon wenn ein Wein trüb ist, heißt das bereits meistens "njet" bei der AP-Prüfung; und zwar schon bevor der Wein überhaupt sensorisch geprüft wird. Und wenn er nach der Einschätzung der Prüfer nicht "typisch" ist, dann ist hier ebenfalls vorzeitig Ende der Fahnenstange. Damit werden viele innovative Weinkreationen von vornherein bei der Qualitätsweinprüfung ausgebremst, nur was hier in ein gewisses Raster paßt, wird überhaupt probiert. M.E. entbehrt diese ganze Qualitätshierarchie gemäß WeinG jeglicher Aussagekraft, deshalb achte ich da auch nicht d'rauf.
Tatsächlich habe ich schon von einigen europäischen Winzern gesagt bekommen, daß sie ihre Weine von Haus nicht mehr zur Prüfung anstellen, weil sie auf die Eigenheiten und teilweise Bevormundungen von Seiten der Prüfer bzw. Prüfstellen (scheint in I teils extrm zu sein) keinen Bock mehr haben. Und: wenn nur "Landwein", "IGT" etc. d'raufsteht, verkaufen die Winzer nach ihrer Erfahrung keine Flasche weniger und sie müssen ihn auch nicht billiger hergeben.
Das ist bei der ganzen Supermarkt-Plörre etwas anders, da legt der Handel noch mehr Wert auf Qw, DOC, AOP etc., aber den meisten Geek-Nerds ist das mittlerweile wohl egal...
Viele Grüße
Erich


NOVINOPHOBIE ist die Angst davor, daß der Wein ausgeht...
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Ralf Gundlach

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Re: Ruwer-diverse Winzer

BeitragSa 29. Aug 2020, 22:18

Bernd Schulz hat geschrieben:Gestern gab es für Ralf und für mich eine neue Folge aus der Reihe "Landwein der Ruwer":

Bild

Ralf tippte blind sofort auf die Ruwer - es handelt sich um den bislang gebietstypischsten und damit gemäß meinem Geschmack auch schönsten Riesling aus einer beeindruckenden Serie.


Hallo Bernd,

auch hier habe ich nicht viel hinzuzufügen. Ein grandioser Ruwer-Riesling. Der beste trockene Ruwer-Riesling, den ich jemals getrunken habe. Trotz Karthäuserhof, trotz Grünhaus. Und unverkennbar ein Ruwer-Riesling. Und ein wirklich großer trockener Riesling!!!

Gruß

Ralf
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Bernd Schulz

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Re: Ruwer-diverse Winzer

BeitragDo 25. Feb 2021, 22:48

Die heute geöffnete 94er Auslese Mertesdorfer Herrenberg von Ludwig Breiling kommt leider nicht an die sehr guten Gegenstücke aus 1990 und 1997 (siehe weiter vorne in diesem Thread) heran:

Bild

Und zur Abwechslung war der Wein mal wieder mit einem elenden Bröselkorken, den ich in zehnminütiger Kleinarbeit nur bedingt aus dem Flaschenhals operieren konnte, verschlossen. Es wurde auch höchste Zeit dafür - solch einen Korken hatte ich schon seit mindestens zwei Wochen nicht mehr.... :x :cry: :evil:

Vielleicht hatte die Pulle auch ansonsten einen kleinen Schlag weg. Da es bei mir im Keller noch zwei oder drei Konterflaschen von der 94er Auslese gibt, werde ich demnächst einen weiteren Versuch mit ihr wagen.

Herzliche Grüße

Bernd
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jessesmaria

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Re: Ruwer-diverse Winzer

BeitragFr 26. Feb 2021, 14:13

Ich hatte auch vor einiger Zeit mal einen alten Breiling geöffnet, ich meine es war eine 93er Spätlese. Das war auch fast mehr Apfelmost als Wein, hat mich nicht so vom Hocker gehauen.
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Bernd Schulz

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Re: Ruwer-diverse Winzer

BeitragDo 10. Jun 2021, 22:47

Bernd Schulz hat geschrieben:Da es bei mir im Keller noch zwei oder drei Konterflaschen von der 94er Auslese gibt, werde ich demnächst einen weiteren Versuch mit ihr wagen.


Heute war es soweit - beim Umtrunk nach der Hausmusik mit einem befreundeten Geiger wurde die 94er Auslese erneut getestet. Und siehe da:

Bild

Das, was man mittlerweile unter einer Auslese versteht, stellt der Wein auch in dieser klar besseren Verfassung nicht dar. Aber viel Freude hat er mit seiner schlanken, ganz klassischen Stilistik durchaus bereitet.

Auch diesmal steckte wieder ein erbärmlich elender Bröselkorken im Flaschenhals :x. Ludwig Breiling scheint da eine spezielle Charge erwischt zu haben.

Herzliche Grüße

Bernd
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Bernd Schulz

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Re: Ruwer-diverse Winzer

BeitragSa 12. Jun 2021, 21:43

Nachdem sich eine 2001er Spätlese von der Karlsmühle neulich schon als weitgehend tot erwies, zeigt diese Auslese, zu welchen Leistungen Peter Geiben in den 90er Jahren fähig war:

Bild

Der GM vergab seinerzeit nachvollziehbare 93 Punkte und empfahl "trinken bis 2015". Ich bin überzeugt davon, dass dieser 98er auch noch 2030 ganz hervorragend dastehen wird, wenn der jeweilige Korken mitspielt.

Herzliche Grüße

Bernd
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